So hilft Rotary Jugendlichen dabei, die Welt kennenzulernen

Bad Lauterberg.  Ein entscheidender Bestandteil der Arbeit des Rotary Clubs ist die Jugendarbeit. Beim Bad Lauterberger Club ist eine Amerikanerin zu Gast.

Hatten Spaß: Dakota aus den USA mit anderen Inbounds vor dem Reichstag in Berlin.

Hatten Spaß: Dakota aus den USA mit anderen Inbounds vor dem Reichstag in Berlin.

Foto: Rotary Club

Fremde Länder kennenlernen, Freundschaften schließen mit den Menschen, die dort leben. Erfahren, wie das Leben dort aussieht, wie die Menschen denken, welche Ziele und Wünsche sie haben: Mit seinen Jugend-Austauschprogrammen ermöglicht der Rotary Club internationale Begegnungen zwischen Jugendlichen aus aller Welt. „Damit leistet Rotary einen wichtigen Beitrag zur Völkerverständigung und trägt auch zum Frieden zwischen den Ländern bei“, sagt Dr. Astrid Laue-Savic, Präsidentin des Rotary Clubs Bad Lauterberg-Südharz.

Der Bad Lauterberger Club schickt in fast jedem Jahr eine Jugendliche bzw. einen Jugendlichen für ein Jahr ins Ausland (Outbound). Oder er nimmt für ein Jahr ein junges Mädchen oder einen jungen Mann auf (Inbound), die bzw. der dann bei mehreren Gastfamilien wohnt und in der Regel am Schulunterricht am Ernst-Moritz-Arndt-Gymnasium teilnimmt.

Der Bad Lauterberger Club fördert zudem Jugendliche mit nationalen Programmen, indem er dem Nachwuchs die Teilnahme an sogenannten RYLA-Seminaren oder hochkarätigen Musikseminaren ermöglicht. Für alle diese Aktivitäten haben Club und EMA-Gymnasium einen Kooperationsvertrag geschlossen.

Gast aus den USA beim Bad Lauterberger Club

Im Rahmen der ganzjährigen Schüleraustauschprogramme ist zurzeit Dakota Storme Santo aus Salem im US-Bundesstaat New Hampshire seit August 2019 zu Gast beim Bad Lauterberger Club. Sie besucht die 11. Klasse des EMA-Gymnasiums. „Da beginnen auch gleich die Unterschiede zu dem Leben in den USA“, erzählt Dakota. So sei der Unterricht in den USA jeden Tag fest getaktet, beginne und ende immer zur selben Zeit. Und jeden Tag stehe Sport auf dem Programm, Training aber auch Spiele. Insgesamt sei es auf dem College in den USA etwas leichter, stehe mehr der Spaß im Vordergrund.

Unterschiede gebe es auch im Familienleben, so Dakota. „In Deutschland ist immer jemand zu Hause und es gibt regelmäßig Mittagessen.“ Dakota habe sich hervorragend eingelebt, sagt Brigitte Götz, Jugendbeauftragte des Lauterberger Rotary Clubs und Leiterin des EMA-Gymnasiums Herzberg. „Sie hat alles Neue und Ungewohnte förmlich aufgesogen. Das Zusammenwirken von Schule und Club ist dabei ideal.“

Unterstützung erfährt Dakota auch von ihrer persönlichen Ansprechpartnerin Edda von Gruben, ebenfalls Lehrerin am EMA-Gymnasium Herzberg.

Dreiwöchige Tour durch Europas Hauptstädte

Neben den Ausflügen und Aktivitäten, die die Gastfamilien mit ihrem Besuch unternehmen, organisiert Rotary für alle Jugendlichen, die für ein Jahr bei deutschen Clubs zu Gast sind, eine dreiwöchige Europatour. Unter anderem werden Prag, Paris und Brüssel besucht. Im Februar geht Dakota zudem mit der Schule zur Skifreizeit, nach den Osterferien auf Klassenfahrt nach Rom. Zudem wird Dakota über ihre Erfahrungen vor den 8. und 9. Jahrgängen des Gymnasiums berichten.

„Wir freuen uns, dass wir eine so unkomplizierte Schülerin gefunden haben“, sind sich Dr. Astrid Laue-Savic und Brigitte Götz einig. „Der Jugendaustausch ist einer der Kernpunkte von Rotary International“, so die Clubpräsidentin. „Es ist schön, dass wir daran mitwirken können. Aber das geht nur, wenn wir engagierte Gasteltern und Jugendliche finden, die bereit sind, mitzumachen.“

So finden Jugendliche ihren Traumberuf

Jonas Böhm, 18 Jahre, besucht die zwölfte Klasse des Gymnasiums. Ihm ermöglichte der Rotary Club Bad Lauterberg-Südharz im vergangenen Oktober den Besuch eines RYLA-Seminars mit dem Thema „Wunsch wird Wirklichkeit – So finde ich meinen Traumberuf“ im Roncalli Haus in Magdeburg. „RYLA ist ein Programm zur Förderung von Jugendlichen und jungen Erwachsenen“, weiß Brigitte Götz.

RYLA wurde 1971 von Rotary International gegründet und hat sich zu einem der bedeutenden Programme von Rotary entwickelt. Meistens sind RYLA-Veranstaltungen Tagesseminare und Wochenendtagungen, bei denen es um die persönliche Entwicklung, gesellschaftliches Engagement und Führungsqualitäten geht. „Ich fühle mich in meinem Berufswunsch, Polizist zu werden, bestärkt“, sagt Jonas Böhm. Bei diversen Übungen lernte er, seine Wünsche und Ziele zu konkretisieren. „Was brauche ich, um den von mir angestrebten Beruf ergreifen zu können? Welche Prioritäten muss ich setzen, welche Perspektiven bieten sich mir?“ Die Seminar-Teilnehmer seien ermuntert worden, ihre Ziele hoch anzusetzen, so Jonas Böhm. Auch das Kennenlernen anderer junger Menschen sei interessant gewesen.

In gemeinsamen Diskussionen und Workshops habe man sich Fähigkeiten aneignen können, die im späteren Leben noch sehr nützlich sein könnten.

Sommerkurse für sehr begabte junge Musiker

Zum wiederholten Mal eröffnete der Lauterberger Rotary Club auch einem jungen Musiktalent die Teilnahme an einem hochkarätigen Sommerkurs. Daniel Ehrenfeuchter war im vergangenen Juli an den „Weimarer Meisterkursen Junior“ an der Hochschule für Musik Franz Liszt dabei.

Daniel Ehrenfeuchter hatte sich mit einem Video, in dem er Klarinette spielt, erfolgreich beworben. „Die Tage waren für uns 90 Teilnehmer mit Proben und Unterricht gut ausgefüllt“, erinnert er sich. Er hatte so die Chance, sich im Laufe einer kompetent betreuten Woche musikalisch, künstlerisch und persönlich weiterzuentwickeln. Neben Einzelunterricht auf seinem Instrument erhielt er auch Training in Orchesterspiel, Chor und Auftreten vor Publikum. Den Unterricht gestalteten Lehrende der Musikhochschule und des Musikgymnasiums, darunter Professorinnen und Professoren sowie Mitglieder von Thüringer Orchestern.

Am Ende der intensiven Übungswoche standen Soloauftritte und ein Orchesterauftritt auf dem Programm. „Aber es gab auch Stadtführungen durch Weimar“, so Daniel Ehrenfeuchter. Er will nach der Schule, zurzeit besucht er die achte Klasse des Gymnasiums, Musik studieren und Klarinettist werden.

Rotary-Schwerpunkt: Förderung der Jugend

Die Förderung der Jugend gehört zu den wichtigen Zielen, die sich Rotarier weltweit gesetzt haben, fasst Dr. Astrid Laue-Savic noch einmal zusammen. „Wir als kleiner Club brauchen uns in dieser Hinsicht nicht zu verstecken. Wir haben seit Jahren eine intensive Jugendarbeit, bei der sich viele Clubmitglieder stark engagieren.“ Die Clubpräsidentin erinnerte an das Jugendcamp, das der Club im Jahr 2012 veranstaltet hat.

„Die Erfahrungen, die wir mit unserem Jahresaustausch und Kurzaustausch und auch unseren anderen Programmen bieten, soll der Charakterbildung dienen und dem einzelnen die Möglichkeit bieten, sich in einer fremden Umgebung selbst zu erfahren und zu bewähren – als eigenständige Persönlichkeit. Wir möchten junge Menschen dafür gewinnen, die Grenzen in den Köpfen einzureißen und ihre positiven Erfahrungen zu teilen und weiterzugeben“, betont Präsidentin Dr. Laue-Savic.

Rotary Südharz

Gegründet wurde der Rotary Club Bad Lauterberg-Südharz am 8. August 1983 in Bad Lauterberg durch den RC Clausthal-Zellerfeld. Die Zahl der Gründungsmitglieder betrug damals 21 Herren.

Seit 1993 besteht der Förderkreis des RC Bad Lauterberg-Südharz, dessen Aufgabe die finanzielle Abwicklung der Gemeindienstprojekte beinhaltet. Nach der Vereinssatzung gehört dem fünfköpfigen Vorstand stets auch der jeweilige Präsident des Clubs als stimmberechtigtes Mitglied an.

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