Göttingen. Großer Besucherandrang beim Tag der offenen Tür in Göttingen anlässlich 50 Jahre DRF Luftrettung

Selbst das regnerische Wetter konnte die vielen interessierten Besucher nicht abschrecken beim Tag der offenen Tür, einen Blick hinter die Kulissen der DRF Luftrettung an der Luftrettungsstation Göttingen zu werfen. Daher herrschte am Samstag, 15. April, vor den Exponaten, an den Einsatzfahrzeugen wie Feuerwehr- und Rettungswagen sowie den rot-weißen Rettungshubschraubern, an den Infoständen und bei den Einsatzcrews neben dem Uniklinikum den ganzen Tag über reger Andrang, darunter viele Familien mit Kindern.

Wolfgang Karlstetter, Vorstand Luftrettung der DRF Luftrettung, begrüßte die Gäste und hob das zentrale Anliegen der gemeinnützigen Organisation hervor, seit dem ersten Einsatz 1973 bis heute: „Wir feiern das Einsatzjubiläum, weil die Menschen, unsere Patienten, aber auch unsere Mitarbeiter und Unterstützer, im Mittelpunkt stehen. Wir sind dankbar und stolz, dass wir in fünf Jahrzehnten so vielen Menschen helfen konnten.“ Zudem machte er den Anspruch deutlich, den die Luftretter kontinuierlich an sich haben: „Innovation und der Wille, die Luftrettung zum Wohle unserer Patienten immer weiter zu entwickeln, ist Teil des Selbstverständnisses der DRF Luftrettung.“

Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens Behrens unterstrich in ihrer Ansprache im Rahmen des Festaktes die wichtige Rolle der Luftrettung in Niedersachsen: „Die DRF Luftrettung ist mit ihren zwei Hubschraubern hier in Göttingen und in Hannover ein entscheidender Bestandteil der Rettungskette in unserem Land. Unzählige Menschen verdanken Ihnen ihr Leben. Das ist großartig und das gilt es, zu würdigen.“ Sie hob zudem „das Engagement der DRF Luftrettung während der zugespitzten Phasen der Corona-Pandemie“ hervor, als häufig beatmete Intensivpatientinnen und -patienten zwischen Kliniken verlegt werden mussten.

Besonderer Jubiläumshubschrauber

Besondere Aufmerksamkeit beim Tag der offenen Tür erregte der Jubiläumshubschrauber, eine hochmoderne H145 in besonderer Lackierung. Entworfen hat das Design der Notfallsanitäter (HEMS TC) Maximilian Klaritsch. Er setzte sich mit seinem zeitlosen Konzept in einem internen Ideenwettbewerb durch, bei dem alle Mitarbeitenden der DRF Luftrettung teilnehmen konnten. Das Design wurde bei der Auftaktveranstaltung Mitte März in Berlin enthüllt, jetzt ist die Maschine Teil der Einsatzflotte und wird bei weiteren Tagen der offenen Tür zu sehen sein.

Spielerische Übung von Basismaßnahmen zur Wiederbelebung im Hangar.
Spielerische Übung von Basismaßnahmen zur Wiederbelebung im Hangar. © GT | Niklas Richter

Außerdem lud die „Welt der Luftretter“ Besucher ein, einen Blick hinter die Kulissen der Luftrettung zu werfen und selbst aktiv zu werden. So zum Beispiel in „Kinder lernen helfen“-Kursen. Abwechslungsreiche Exponate zum Anschauen, Anfassen und Erleben gaben einen hautnahen Einblick in die unterschiedlichsten Bereiche der DRF Luftrettung. Egal ob Windentraining per Virtual-Reality-Brille, detailgetreue Miniaturwelt oder Equipment aus dem Flugalltag – in der mobilen Ausstellung auf 57 Quadratmetern war für alle etwas geboten. Zudem standen Göttinger Crewmitglieder bereit, um die zahlreichen Fragen der Besucher zu ihrem Arbeitsalltag zu beantworten.

„Wir fliegen pro Jahr rund 1.500 Einsätze. Das ist ziemlich konstant“, sagte Stationsleiter Dennis Lauterberg, der auch Pilot ist. Drei Piloten, sechs speziell geschulte Notfallsanitäter sowie 20 Notärzte der Unimedizin gehören demnach zum Team.

Nähere Informationen zur Historie und den wichtigsten Meilensteinen der DRF Luftrettung, zu allen Events rund um das Einsatzjubiläum sowie die Glückwünsche der Partner und Wegbegleiter finden Interessierte online unter dem Link www.drf-luftrettung.de/8/de/50-jahre-drf-luftrettung.

Christoph 44 aus Göttingen auch für Region Osterode zuständig

Christoph 44 ist am Universitätsklinikum Göttingen stationiert. Notfallorte im Umkreis von 60 Kilometern erreicht die Crew in maximal 15 Flugminuten. Der Rettungshubschrauber steht von Sonnenaufgang (frühestens 7 Uhr) bis Sonnenuntergang für Einsätze bereit und wurde zuletzt rund 1.500-mal im Jahr für oft lebensrettende Einsätze alarmiert. Das Einsatzgebiet umfasst den Landkreis Göttingen, die Region Osterode/Harz, die Landkreise Northeim sowie Kassel, Holzminden, Höxter, Eichsfeld und Werra Meißner. Die Station blickt ebenfalls auf eine lange Geschichte zurück: 1980 wurde sie als vierte der DRF Luftrettung gegründet. Weitere Informationen zur Station: www.drf-luftrettung.de/station-gottingen

Michael John (rechts), Notfallsanitäter, und Nils Kunze-Szikszay, Notarzt, stehen mit einem Notfallkoffer an einem Hubschrauber der DRF-Luftrettung in Göttingen. Seit 50 Jahren rettet die DRF Luftrettung in Deutschland Menschen in Not.
Michael John (rechts), Notfallsanitäter, und Nils Kunze-Szikszay, Notarzt, stehen mit einem Notfallkoffer an einem Hubschrauber der DRF-Luftrettung in Göttingen. Seit 50 Jahren rettet die DRF Luftrettung in Deutschland Menschen in Not. © dpa | Swen Pförtner

Die DRF Luftrettung mit Sitz in Filderstadt ist eine der größten Luftrettungsorganisationen Europas. An 31 Stationen in Deutschland leistet die gemeinnützige Organisation Einsätze in der Notfallrettung und führt Verlegungsflüge von kritisch kranken oder verletzten Personen zwischen Kliniken durch. An elf dieser Stationen sind die Crews rund um die Uhr einsatzbereit, an vier Standorten kommen Hubschrauber mit Rettungswinde zum Einsatz. Darüber hinaus holt die DRF Luftrettung mit eigenen Ambulanzflugzeugen Patientinnen und Patienten aus dem Ausland zurück. Insgesamt leistete die DRF Luftrettung 39.308 Einsätze im Jahr 2022. Mehr Informationen unter www.drf-luftrettung.de