Illegaler Welpenhandel: Eine Gefahr für Menschen und Tiere

Göttingen.  Das Veterinäramt des Landkreises Göttingen bittet um Hinweise aus der Bevölkerung.

Ein Zwergspitz.

Ein Zwergspitz.

Foto: Veterinäramt

Das Veterinäramt für den Landkreis und die Stadt Göttingen hat in den vergangenen Monaten einen deutlichen Anstieg von illegalem Welpenhande l festgestellt. „Sehr oft werden viel zu junge Welpen aus Ost- und Südosteuropa aus Bulgarien , Rumänien , Polen , Spanien und der Türkei in die Bundesrepublik Deutschland illegal verbracht, um sie in Deutschland über Internetportale anzubieten und hochpreisig zu veräußern“, informiert das Veterinäramt.

Gefälschte Ausweise werden verwendet

Dabei würden nahezu immer gefälschte Heimtierausweise verwendet, die die Herkunft und das Alter der Tiere und vor allem den tatsächlichen Tollwut-Impfschutz bei den Tieren verschleiern. Die Welpen stammten meist aus äußerst tierschutzwidrigen und unhygienischen Haltungen in Scheunen und Ställen. Die Tiere seien häufig mit Giardien, schwer behandelbaren Darmparasiten , infiziert und vielfach auch durch virale Infektionen wie Staupe, Rotavirus , Coronavirus oder Parvovirose schwer erkrankt. Das Veterinäramt: „Wiederkehrende Durchfälle und Kreislaufzusammenbrüche sind regelmäßig die Folge.

Dazu kommt, dass nicht sicher ausgeschlossen werden kann, dass die vorwiegend aus Rumänien und Bulgarien illegal verbrachten Tiere nicht doch ursprünglich aus der Türkei kommen, weil der Nachschub an jungen Modewelpenrassen wie Pomeranian (Zwergspitz), Malteser - und französische Bulldoggen -Welpen in Coronazeiten EU-weit kaum zu decken ist.“

Tollwut ist ein großes Problem

In der Türkei und Rumänien sind in diesem Jahr amtlicherseits weltweit die meisten Fälle von Tollwut diagnostiziert worden (insgesamt 193 von 202 Fällen, Stand 10. November).

Menschen, die von infizierten Hunden gebissen wurden oder mit deren Speichel in Kontakt gekommen sind und sich dadurch infiziert haben, sind nicht zu heilen. Die Erkrankung verläuft für den Menschen immer tödlich .

Zeugenhinweise werden dringend erbeten

Die Tiere werden oft einfach aus einem Pappkarton auf der Straße oder an einer Raststätte aus dem Auto verkauft. Der Fachbereich Veterinärwesen und Verbraucherschutz für den Landkreis und die Stadt Göttingen bittet angesichts der Gefahr einer Tollwutinfektion um Unterstützung durch Zeugen und Betroffene, die besonders in den vergangenen Monaten entsprechenden Kontakt zu Anbietern von Hundewelpen im Landkreis Göttingen, vordringlich in der Stadt Göttingen und der Gemeinde Rosdorf hatten.

Hinweise werden per E-Mail an entgegengenommen.

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