Pflanzaktion im Forstamt Seesen schafft stabile Mischwälder

Seesen.  Eine Ladesäulenkarte, die deutschlandweit über die Ladeinfrastruktur informiert, ist auch über die Bundesnetzagentur einsehbar.

Bäumepflanzen ist harte Arbeit. Naturschutzwart Michael Thätner und 14 weitere Harzklub-Angehörige gingen mit gutem Beispiel voran.

Bäumepflanzen ist harte Arbeit. Naturschutzwart Michael Thätner und 14 weitere Harzklub-Angehörige gingen mit gutem Beispiel voran.

Foto: Michael Rudolph / Harzklub

Mit einer Freiwilligen-Pflanzaktion unterstützten Harzklub-Mitglieder die Wiederaufforstung zerstörter Wälder oberhalb von Seesen. Rund 15 Vereinsmitglieder pflanzten im Revier Luchs-stein an der Wilhelmsschneise jetzt einjährige Roteichen und Sträucher. Der rund 70 Jahre alte Fichtenwald im Forstamt Seesen war 2019 und zuletzt 2020 durch Dürre und Borkenkäferbefall großflächig abgestorben. Zu der öffentlichen Pflanzaktion waren ursprünglichen mehr als 60 Helfer angemeldet. Doch die Auflagen der Corona-Beschränkungen ließen eine solche Großveranstaltung nicht zu, weswegen der Harzklub-Hauptvorstand mit dem Forstamt Seesen eine kleine Lösung mit weniger Teilnehmern vorsah.

Hintergrund der Hilfsaktion ist die angespannte Lage in den Harzer Wäldern. Nach wiederholten Sturmschäden und mehrjährigen Dürresommern sind große Teile der Fichtenwälder von einer Borkenkäferplage heimgesucht. Die Folgen sind allerorts sichtbar: Abgestorbene Wälder mit vertrockneten Bäumen rücken immer dichter an die Ortschaften und Städte heran. Der Harzklub hatte deshalb seine Zweigvereine, Mitglieder, Freiwillige und die Bevölkerung aufgerufen, bei der Wiederbewaldung zu helfen. Neben aktiver Unterstützung als Baumpflanzerinnen und Baumpflanzer erhielt der Verein auch finanzielle und materielle Hilfe aus der Region.

Langfristige Kampagne

Die Eichenpflanzer an der Wilhelmsschneise in Seesen waren die ersten innerhalb der längerfristigen Kampagne mit Namen „Der Harzklub hilft“, die zu Spaten und Pflanzhacke griffen. Die Altersspanne reichte vom sechsjährigen Mädchen bis zum 72-jährigen Harzklub-Vorstandsmitglied. Reihe für Reihe wuchs der neue Wald auf der von Reisig und Brombeeren geräumten Kahlfläche. Bei bestem Pflanzwetter und guter Vorbereitung setzten sie eine Eiche nach der nächsten.

Wo von Natur aus bereits eine kleine Buche, Birke, Ahorn oder Kirsche auf der Fläche wuchs, wurden keine Roteichen gepflanzt. Ziel des Forstamtes Seesen ist es, nach dem Verschwinden des Fichtenwaldes einen klimastabilen Mischwald mit unterschiedlichen Laubbäumen vor den Toren der Stadt zu begründen.

Die Roteiche gilt dabei als besonders anpassungsfähig. „Weil sie eine tiefe Pfahlwurzel ausbildet, übersteht die Roteiche längere Trockenphasen und Stürme besser als Fichten“, begründete Michael Thätner die Wahl für diese Baumart. Der Haupt-Naturschutzwart des Harzklubs und Forstmann bei den Niedersächsischen Landesforsten nannte einen weiteren Vorteil der ursprünglich in Nordamerika heimischen Baumart: „Anders als Buchen können wir Roteichen auch auf Kahlflächen anpflanzen ohne uns Sorgen zu machen, dass die jungen Bäumchen in den ersten strengen Wintern erfrieren“, so Michael Thätner weiter.

Harzklub-Präsident Dr. Oliver Junk hatte seine gesamte Familie zur Baumpflanzaktion nach Seesen mitgebracht. Seine Töchter waren die jüngsten Helferinnen an diesem Tag im Wald. Dr. Oliver Junk hofft auf Folge-Aktionen im nächsten Jahr und sagte: „Unsere Kampagne ,Der Harzklub hilft’ geht weiter, auch wenn wir in diesem Jahr – corona-bedingt – nicht so starten konnten wie geplant. Aber die Solidarität, die der Harzklub bei seinem Engagement für die Natur und für den Wald erfährt, bestärkt uns darin, zusammen mit den Niedersächsischen Landesforsten auch 2021 für neue, klimastabile und artenreiche Mischwälder zu sorgen“.

Forstamtsleiter Henning Geske freute sich über die positive Resonanz und die Aussicht auf eine Fortsetzung. Seesens Forstchef dankte dem Harzklub, allen Beteiligten und ehrenamtlichen Helfern und dem Zweigverein Seesen für die gelungenen Auftaktveranstaltung.

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