Riethig: „Landkreis will Ehrenamtlichen den Rücken frei halten“

Göttingen.  Unterstützung gewünscht? Der Landkreis Göttingen startet eine Online-Befragung für den Aufbau einer Ehrenamts-Internetplattform.

Ob ehrenamtliche Einsatzkraft beim THW, Fußballtrainer im Verein oder Seelsorger: Der Landkreis will die Unterstützungswünsche der freiwillig Engagierten ermitteln und startet eine Befragung.

Ob ehrenamtliche Einsatzkraft beim THW, Fußballtrainer im Verein oder Seelsorger: Der Landkreis will die Unterstützungswünsche der freiwillig Engagierten ermitteln und startet eine Befragung.

Foto: Martin Müller / HK-Archiv

Das Projekt „GIVE: Gut informiert – vernetzt engagiert“ hat am vergangenen Freitag eine Befragung von ehrenamtlich und freiwillig Engagierten im Landkreis Göttingen gestartet, die bis 28. Juni läuft. Die Ergebnisse tragen dazu bei, eine Internetplattform zur Unterstützung Ehrenamtlicher durch den Landkreis und für den Austausch freiwillig Engagierter aufzubauen. Angesprochen sind Vertreter von Vereinen, Verbänden und Initiativen und einzelne ehrenamtliche Funktionsträger.

„Der Landkreis will den Ehrenamtlichen den Rücken frei halten“, erläutert Kreisrat Marcel Riethig. „Dazu wollen wir die konkreten Unterstützungswünsche der freiwillig Engagierten ermitteln. Wo drückt der Schuh? In welcher Form und zu welchen Themen brauchen die Vereine Beratung? Welche Herausforderungen bringt die aktuelle Situation mit sich? Wir möchten mit der Befragung das Ohr an den Engagierten haben und hoffen auf rege Teilnahme“, führt der Dezernent für Jugend, Bildung, Arbeit, Soziales und Kultur beim Landkreis Göttingen weiter aus.

„Ganz aktuell zeigt die Corona-Krise, wie wichtig bürgerschaftliches und nachbarschaftliches Engagement für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Bewältigung der Krise sind“, so Regina Meyer, Leiterin des Referates Demografie und Sozialplanung.

Zur Befragung

In Zusammenarbeit mit dem Zukunftszentrum der HAWK unter wissenschaftlicher Leitung von Prof. Alexandra Engel wurde die Befragung für Ehrenamtliche erarbeitet. „Die Ergebnisse helfen maßgeblich, Förderung, Wertschätzung und Anerkennung der Ehrenamtlichen ganz gezielt an den Bedürfnissen der Menschen ausrichten zu können. Der Name GIVE ist Programm: Das GIVE-Team wird eine Informationsplattform ins Leben rufen und die Vernetzungs-, Begleitungs- und Fortbildungsstrukturen ausbauen und weiterentwickeln“, so Projektleiterin Beate Böcker.

Gezielte Fragen zu Fortbildungsbedarfen von Freiwilligen und für die örtliche Vereinsarbeit, aber auch zu Herausforderungen, mit denen diese Personen konfrontiert sind, sollen ein Bild der Ehrenamtslandschaft malen. Darüber hinaus werden Netzwerke und Kooperationen beleuchtet. Auch vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie möchte das Projekt-Team wissen, wie sich die ehrenamtliche Arbeit aktuell verändert hat. Die Daten werden anonymisiert durch die HAWK aufbereitet und dem Landkreis zur Verfügung gestellt. „Nach Beendigung der Befragung sind leitfadengestützte Interviews mit Engagierten oder Gruppendiskussionen geplant, um die Ergebnisse der Umfrage weiter zu schärfen“, betont Projektleiterin Böcker.

Hintergrund

Im Dezember wurde der Landkreis Göttingen für das Verbundprojekt „Hauptamt stärkt Ehrenamt“ ausgewählt. Bundesweit werden 18 Kreise vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gefördert. Der Deutsche Landkreistag koordiniert das Projekt.

Der Landkreis Göttingen startete mit dem Teilprojekt „GIVE: Gut informiert – vernetzt engagiert“ im Januar diesen Jahres. Die Projektziele sind die Erstellung einer bedarfsorientierten Informationsplattform, an den Wünschen der Ehrenamtlichen orientierte Fortbildungsangebote sowie die Wirksame und dauerhafte Vernetzung von ehrenamtlichen regionalen Akteuren.

Für eine Teilnahme melden sich Interessierte bei der Kreisverwaltung per E-Mail an give@landkreisgoettingen.de oder unter Telefon 0551525/3025.

Info: Projektbausteine

Um die Engagementförderung im Landkreis Göttingen bedarfsorientiert aufzustellen, wird im ersten Projektjahr eine Bestands- und Bedarfsanalyse bei Vereinen, Verbänden und Initiativen durchgeführt. Die Erhebung erfolgt durch die Online-Befragung möglichst aller Vereine, Verbände und Initiativen sowie durch Gruppendiskussionen und Interviews mit Schlüsselpersonen aus den verschiedenen Engagementfeldern.

Aufbau einer bedarfsorientierten Onlineplattform mit Informationen zu engagementrelevanten Themenfeldern und zu Ansprechpersonen, die auf der Bestands- und Bedarfserhebung basiert.

Unterstützung und Ausbau der Vernetzung im Engagementbereich innerhalb und außerhalb der Kreisverwaltung.

Entwicklung eines Begleitungs- und Fortbildungsangebotes in Kooperation mit Trägern der Erwachsenenbildung.

Erprobung eines „Coaching-Budgets“ für Vereine, Organisationen und Initiativen, die Unterstützung bei der Lösung von Konflikten oder bei der Organisationsentwicklung benötigen (Aufbau eines Experten-Pools, Entwicklung von Kriterien für die Förderung).

Weiterentwicklung der Wertschätzungs- und Anerkennungskultur sowie Öffentlichkeitsarbeit.

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