Herausforderungen glänzend gemeistert

Clausthal-Zellerfeld  Das TU-Sinfonieorchester gab sein Semesterabschlusskonzert mit einer Weltpremiere von Steffen Brinkmann.

Das Sinfonieorchester der TU Clausthal meisterte die Herausforderungen souverän.

Das Sinfonieorchester der TU Clausthal meisterte die Herausforderungen souverän.

Foto: Andre Bertram

Eine Weltpremiere, ein aufgehender Stern am Pianistenhimmel und hervorragende Sinfoniker der TU Clausthal sorgten am Wochenende für ein glänzendes Semesterabschlusskonzert.

Erfreut stellte TU-Präsident Thomas Hanschke in seiner launigen Begrüßung fest, dass der „Umbau wegen maroder Stützmauern“ des Konzerthauses Aula Academica nicht wie befürchtet „Elbphilharmonie-Dimensionen“ annahm. „Die Stützmauern sind erneuert. Jetzt müssen sie nur den Schallwellen von Sergej Rachmaninows Konzert für Klavier und Orchester Nr.3, d-moll, Op. 30 standhalten“, leitete Hanschke humorvoll zum musikalischen Bewährungstest über.

Das erste Werk des Abends war zugleich ein Bewährungstest für die Musiker, den diese mit Bravour meisterten. Rasant an Tempo gewinnende Läufe, gesteigert zu mächtiger und lautstarker Dramatik, erklangen als fein abgestimmtes Gesamtkunstwerk. „Rachmaninow ist knirsch an der Grenze zu dem, was ein Laienorchester spielen kann“, meinte Cellist Thomas Gundermann noch kurz vor Beginn. In dem mit Herausforderungen gespickten Werk aus drei Sätzen glänzte ein Musiker ganz besonders. Erst 18 Jahre alt, begeisterte Solist Xingyu Lu aus China mit seinem Ausnahmetalent am Flügel. Ausdrucksstark virtuos überzeugte er in kraftvollen wie in romantischen Passagen.

„Für sein Alter spielt er super“, lobte auch Dirigent Rainer Klugkist den jungen Pianisten aus China, der seit zwei Jahren bei Professor Bernd Götzke an der Hochschule für Musik, Theater und Medien in Hannover studiert.

Furios mit Pauke, Trompeten und Posaunen eingeleitet, endete das Finale des umfangreichen Rachmaninow-Konzerts in filmmusikgleicher Harmonie.

Die Stimmung Rachmaninows aufgreifend, folgte nach der Pause die Sinfonische Suite aus dem Ballett „Gajaneh“, komponiert von Aram Chatschaturjan mit bildhaften Szenen des Lebens in der Kaukasusregion um 1940. Weltberühmt ist der „Säbeltanz“, rasant und kraftstrotzend. Ausdrucksstark zeichnete Alexander Beckmann mit seiner Oboe das Wesen der kurdischen Tänze nach. Querflöte, Fagott und Horn vermittelten ebenso gekonnt die fesselnden Stimmungen des Balletts.

Sinfonische Dichtung

Einen Tag nach der Welturaufführung in der Stadthalle Osterode erklang auch in Clausthal Steffen Brinkmanns sinfonische Dichtung „Die Burg“. Der Sohn eines Pastors in der Sösestadt schrieb bereits Musik für mehrere Filme. Zurzeit studiert er Filmmusik an der Filmakademie Baden-Württemberg.

Wie Chatschaturjan zuvor, zeichnet auch der 1994 geborene Steffen Brinkmann in seinem zweiten Konzertstück kraftvolle Bilder – Bilder einer zerfallenen Burg, facettenreich und für moderne Musik erfreulich harmonisch umgesetzt. Einen spannenden Akzent setzte kunstvoll-mysteriöses Klangwirrwarr gezupfter Geigen. Das neueste Werk des jungen Komponisten besitzt durchaus die Qualität, in der Hamburger Elbphilharmonie aufgeführt zu werden.

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