14.663 Corona-Infizierte in Niedersachsen – 654 Tote

Hannover.  654 Menschen aus Niedersachsen sind mit Corona-Infektion verstorben, es gibt 14.663 bestätigte Fälle. 91.1 Prozent der Infizierten gelten als genesen.

Ein Zettel mit einem Stoppschild ist am Eingang eines Seniorenheimes angebracht.

Ein Zettel mit einem Stoppschild ist am Eingang eines Seniorenheimes angebracht.

Foto: Karl-Josef Hildenbrand / dpa

Die Zahl der bestätigten Coronavirus-Infektionen in Niedersachsen ist am Dienstag, 5. August, auf 14.663 gestiegen. Das sind 46 Infektionen mehr als am Tag zuvor, wie die Landesregierung in Hannover mitteilte (Stand 5. August, 9 Uhr).

654 mit Sars-Cov-2 infizierte Patientinnen und Patienten aus Niedersachsen sind nunmehr in Zusammenhang mit dem Virus gestorben. Das ist ein Patient mehr als am Vortag (Stand 5. August, 9 Uhr).

Die gute Nachricht: Das Gesundheitsministerium schätzt, dass in Niedersachsen 13.354 der bislang gemeldeten und laborbestätigten Fälle wieder genesen sind. Das sind laut Gesundheitsministerium 91,1 Prozent der Fall-Gesamtzahl.

Eine detaillierte Übersicht findet sich auf der Website des Landes.

Was gelten noch für Beschränkungen in Niedersachsen?

In Niedersachsen werden Corona-Regeln und Beschränkungen immer mehr gelockert. Die Corona-Regeln in Niedersachsen bleiben bis Ende August voraussichtlich weitgehend unverändert.

Corona-Regeln im Land Niedersachsen werden weiter gelockert

Dem Entwurf zufolge bleiben viele Vorgaben aber bestehen, insbesondere der Appell, physische Kontakte auf das Notwendige zu beschränken, die Maskenpflicht beim Einkaufen und im Nahverkehr und das Verbot von Veranstaltungen mit mindestens 1000 Teilnehmern. Clubs und Messen müssten zudem weiter warten, bis sie den Betrieb wieder aufnehmen dürfen.

Bereits Mitte Juni hatte der Krisenstab des Landes angekündigt, dass es eine Rückkehr zum Alltagsleben ohne Corona-Einschränkungen wohl erst im Sommer 2021 geben werde. Selbst wenn es Ende 2020 oder Anfang 2021 einen Impfstoff gebe, benötigten die Produktion und die Impfung größerer Teile der Bevölkerung noch entsprechend Zeit, hieß es.

Die niedersächsischen Theater und Kinos können vom 22. Juni an erstmals seit Beginn der Corona-Krise den Betrieb wieder aufnehmen. Demnach ist der Besuch kultureller Veranstaltungen zulässig, wenn ein Mindestabstand von eineinhalb Metern gewahrt wird und nicht mehr als 500 Menschen teilnehmen. In geschlossenen Räumen habe der Veranstalter zudem sicherzustellen, dass die Besucher eine Mund-Nase-Bedeckung tragen. Neu ist seit dem 6. Juli, dass sie den Mundschutz am Sitzplatz ablegen dürfen.

Supermarktbetreiber müssen ab 22. Juni nicht mehr den Einlass begrenzen.

Tausende Corona-Verstöße in Niedersachsen und Bremen

Auch Sportvereine können vom 22. Juni an wieder Zuschauer empfangen. Ab Mitte Juli sind zudem wieder bis zu 500 Zuschauer zugelassen – auch Sport mit Körperkontakt ist wieder möglich.

Veranstaltungen mit mehr als 1.000 Menschen sollen bis Ende Oktober verboten bleiben.

Die Änderungen für Zuschauer gelten für den Amateursport. Für die Fußball-Bundesliga und andere Profiligen gelten weiterhin die dafür erstellten Hygienekonzepte, die beispielsweise bei Bundesligaspielen kein Stadionpublikum erlauben.

Der Aufenthalt in der Öffentlichkeit und Restaurants in Gruppen von bis zu zehn Personen ohne Haushalts-Begrenzung ist seit dem 22. Juni möglich. Wenn die Zusammenkünfte aus Angehörigen bestehen, sollen sogar mehr als zehn Personen zulässig sein.

Niedersachsen will außerdem bei einem Anstieg der Corona-Neuinfektionen bereits frühzeitiger reagieren als Bund und Länder abgesprochen haben. „Ich kann Ihnen sagen, dass wir in Niedersachsen schon deutlich früher entsprechende Maßnahmen ergreifen werden“, sagte Ministerpräsident Stephan Weil (SPD).

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) will Abstandsregeln und Maskenpflicht bis zum 29. Juni verlängern, dabei aber auch weitere Lockerungen ermöglichen – entscheiden müssen am Ende die Ministerpräsidenten der Länder.

Das Land lockert langsam die Einschränkungen – Gastronomie öffnet wieder

Die Gastronomie in Niedersachsen ist einem Fünf-Stufen-Plan der Landesregierung zufolge am Montag, 11. Mai, wieder angelaufen. Das Land kündigte an, dass Restaurants vom 25. Mai an wieder mehr als die Hälfte ihrer Plätze vergeben dürfen.

Die Regelung, dass die Hälfte der Plätze besetzt werden darf, galt seit dem Wiederanlauf der Gastronomie am 11. Mai. Allerdings müssen die Mindestabstände eingehalten werden. Gastronomen haben bereits darauf hingewiesen, dass ihnen diese Lockerung wenig bringt.

In Restaurants müssen Name und Telefonnummer angegeben werden. So könnten etwaige Infektionsketten besser nachverfolgt werden.

Clubs und Diskotheken sollen dem Plan zufolge bis auf Weiteres geschlossen bleiben. Auch dass Shisha-Bars geschlossen bleiben müssen, schrieb das Land ausdrücklich in die Verordnung. Die klassischen Kneipe („Schankwirtschaft“) kann am 8. Juni wieder aufmachen.

Die Hotellerie in Niedersachsen kann ab 22. Juni die Zimmer wieder zu 100 Prozent vermieten.

Shisha-Bars dürfen Niedersachsens Shisha-Bars dürfen wieder öffnen in Niedersachsen wieder öffnen.

Hotels und Campingplätze sowie Jugendherbergendürfen ab dem 8. Juni bis zu 80 Prozent der Plätze belegen, Dauercamper und Dienstreisende zählen dabei nicht.

Niedersachsen lockert weitere Corona-Beschränkungen

Etwas komplizierter ist es auf den Inseln: Hier müssen die Landkreise für die Öffnung von Hotels eine Ausnahmegenehmigung erteilen. „Das wollten wir nicht von Hannover aus für alle Inseln einheitlich regeln“, sagte eine Regierungssprecherin. Die Landesverordnung lässt die Anreise auf die Inseln nur für mindestens einwöchige Aufenthalte in Ferienwohnungen, Ferienhäusern und Campingplätzen zu.

Hotels und Freibäder öffnen- neue Corona-Regeln treten in Kraft

Zudem solle die „Maskenpflicht in bestimmten öffentlichen Bereichen“ beibehalten werden. Bei privaten Zusammenkünften zu Hause in geschlossenen Räumen und beim Aufenthalt im öffentlichen Raum sollen sich künftig aber bis zu zehn Menschen oder die Angehörigen zweier Hausstände treffen dürfen.

Großveranstaltungen bleiben bis zum 31. August verboten – darunter auch Fußballspiele mit Zuschauern. Am 17. Juni wurde bekannt: Das Verbote für Großveranstaltungen soll nach dem Willen der Länder bis mindestens Ende Oktober bestehen bleiben – mit Ausnahmen.

Ab dem 8. Juni dürfen Kulturveranstaltungen im Freien mit bis zu 250 Besuchern stattfinden. Eine Voraussetzung sind allerdings Sitzplätze. Beerdigungen, Hochzeiten, Trauungen sowie andere religiöse und weltanschauliche Feiern wie Konfirmation oder Firmung sind dann grundsätzlich mit bis zu 50 Gästen möglich. Allerdings gelten dabei laut eines Sprechers des Sozialministeriums die „Allgemeinen Verhaltensregeln im öffentlichen Raum“, also ein Mindestabstand von 1,50 Meter.

Demonstrationen und Versammlungen unter freiem Himmel können von den örtlichen Behörden unter Auflagen zugelassen werden. Die Veranstalter müssen dafür sorgen, dass die Regeln etwa zum Abstand und zur Hygiene eingehalten werden.

Corona-Maßnahmen: Maskenpflicht gilt in Niedersachsen weiterhin

In Niedersachsen gilt eine landesweite Maskenpflicht zur Eindämmung des Coronavirus. Seit dem 27. April ist das Tragen einer Maske im Nahverkehr und im Einzelhandel Pflicht.

Wer in Niedersachsen gegen die Pflicht zum Tragen einer Maske etwa beim Einkaufen oder in Bus und Bahn verstößt, dem droht ein Bußgeld von 20 Euro. Das hat die stellvertretende Leiterin des Corona-Krisenstabs der Landesregierung, Claudia Schröder, am Dienstag (5. Mai) in Hannover mitgeteilt. Niedersachsen hatte die Höhe des Bußgeldes bislang noch nicht festgelegt gehabt. Vielfach war deshalb zunächst auf ein Bußgeld verzichtet worden.

Der Einzelhandel kann seit Montag, 11. Mai, wieder ohne Beschränkung der Verkaufsflächen öffnen, eine Differenzierung nach Branchen ist nicht mehr vorgesehen. Allerdings gelten weiter Auflagen: Die Maskenpflicht etwa bleibt.

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Vor Niedersachsen hatten bereits zahlreiche andere Bundesländer eine Pflicht erlassen oder angekündigt. In einzelnen Städten in Niedersachsen wie Wolfsburg gab es bereits eine Maskenpflicht für Nahverkehr und Geschäfte, weitere wie Osnabrück und Braunschweig kündigten entsprechende Regelungen an, die dort ab Samstag (25. April) gelten.

Seit Mittwoch, 6. Mai, dürfen in Niedersachsen zudem unter Auflagen zum Beispiel Spielplätze, Museen und Zoos wieder öffnen sowie Gottesdienste und manche Freizeitsportarten möglich sein.

Auch Indoor-Sportanlagen wie Fitnesscenter können von Montag (25. Mai) an wieder genutzt werden. Auch weiterhin muss beim Sport ein Mindestabstand von zwei Metern gewahrt werden – egal, ob drinnen oder draußen. Während die Landesregierung das Risiko in Hallenbädern weiter als zu hoch einschätzt, können Freibäder wieder öffnen. Besucher von Freibädern müssen dagegen lediglich eineinhalb Meter Abstand zu Menschen aus einem anderen Haushalt einhalten. Freizeit- und Kletterparks können ebenfalls wieder öffnen.

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So geht es in den Schulen weiter

Für Schulen und Kindertagesstätten gelten in Niedersachsen eigene Phasenpläne. Am Montag, 25. Mai, kehren demnach die 11. Klassen zurück, seit Mitte Juni sollen alle Jahrgänge zurück im Unterricht sein.

Lediglich für die Abschlussklassen der Jahrgänge 10 und 13 begann der Unterricht bereits am 27. April, kündigte Kultusminister Grant-Hendrik Tonne (SPD) am Donnerstag, 16. April, in Hannover an.

Eltern von Kita-Kindern müssen sich dagegen noch gedulden: Zwar wird die Notbetreuung schrittweise ausgeweitet, die Rückkehr zum Regelbetrieb ist allerdings erst für Ende Juni geplant. Am Dienstag, 9. Juni, ist bekannt geworden, dass die Kitas in Niedersachsen ab dem 22. Juni wieder für alle Kinder öffnen dürfen.

Giffey- Kita- und Schulöffnung geht nur ohne Abstandsregeln

Für Träger von Kindertagesstätten besteht seit dem 9. Mai die Möglichkeit, die Kapazitäten auf bis zu 13 Kinder im Ü3-Bereich (halbe Gruppenstärke) zu erhöhen. In Notgruppen mit überwiegend Krippenkindern können bis zu acht Kinder betreut werden, in Hortgruppen bis zu 10 (ebenfalls halbe Gruppenstärke). Spielplätze sind geöffnet.

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Zentrale Hotline für alle Fragen

Für alle Bürgerfragen zur Corona-Pandemie hat die Landesregierung am Donnerstag, 26. März, eine zentrale Hotline geschaltet. Unter (0511) 120 6000 gebe es allgemeine Informationen zum Coronavirus und seinen Folgen, teilte das Innenministerium in Hannover mit. Bei Detailfragen werde der Kontakt zu entsprechenden Ansprechpartnern vermittelt.

Bereits seit Februar gibt es Telefonauskünfte des Landes zu Gesundheit unter (0511) 4505 555, Land- und Ernährungswirtschaft unter (0511) 120 2000 sowie Wirtschaft und Arbeit unter (0511) 120 5757.

So viele Corona-Todesfälle gibt es in Niedersachsen und der Region

In Niedersachsen sind 654 Todesfälle nach einer Infektion mit dem Coronavirus gemeldet worden (Stand: 5. August, 9 Uhr) – 52 davon in Wolfsburg, 18 in Braunschweig, elf in Peine, 14 in Wolfenbüttel, neun in Salzgitter, vier in Gifhorn sowie einer in Helmstedt.

In unserer Region sind bislang 109 Menschen am beziehungsweise mit dem Coronavirus gestorben (Stand: 5. Juli).

Das Coronavirus in der Region um Braunschweig und Wolfsburg

Hier erfahren Sie detailliert, wie sich die Coronavirus-Infektionen in der Region entwickeln – und was es zu beachten gilt:

Corona in Braunschweig- Alle Fakten auf einen Blick

Corona in Gifhorn- Alle Fakten auf einen Blick

Corona in Salzgitter und Umland – Was Sie jetzt wissen müssen

Corona im Landkreis Helmstedt- Alle Fakten auf einen Blick

Corona in Wolfsburg- Die Fakten auf einen Blick

Corona in Peine- Alle Fakten auf einen Blick

Corona im Landkreis Wolfenbüttel- Die Fakten auf einen Blick

Corona in Osterode- Ein Überblick über die Situation vor Ort

VW schließt Werke wegen der Corona-Krise

Die Werke in Wolfsburg sind wieder geöffnet. Das lief nicht ganz ohne Probleme ab. So hielten sich Mitarbeiter zunächst beim Verlassen des Werkes nicht an Corona-Schutzbestimmungen. VW hat daraufhin weitere Regeln erlassen.

VW hatte die Produktion in seinen Werken wegen des Corona-Ausbruchs gestoppt. Das teilten die Arbeitnehmervertreter am 17. März mit. VW-Vorstandschef Herbert Diess sagte, dass ein Herunterfahren der Werke erforderlich sei, um das Ausbreiten des Coronavirus einzudämmen. Es gehe nun vorrangig darum, die VW-Mitarbeiter und ihre Mitarbeiter zu schützen.

Volkswagen hat die wegen des Coronavirus bereits geltende Produktionsruhe in den deutschen Werken am Dienstag (31. März) bis zum 19. April verlängert. Ursprünglich war mit dem Betriebsrat ein Stillstand der Automobilproduktion bis zum 9. April vereinbart worden. Am 15. April verschob Volkswagen die Wiederaufnahme der Produktion dann nochmals auf Montag, den 27. April. Das sagte der Emder VW-Betriebsratschef Manfred Wulff NDR 1 Niedersachsen.

Am 17. April wurde dann bekannt, wie ernst die Lage für den Wolfsburger Autobauer ist: Im März lieferte der Konzern weltweit 37,6 Prozent weniger Fahrzeuge aus. In der Folge forderten unter anderem VW-Betriebsratschef Bernd Osterloh und Markenchef Ralf Brandstätter einen „Impulsstoß“ in Form staatlicher Kaufanreize.

Am Freitag, 8. Mai, wurde bekannt, das VW doch wieder Schichten streichen wird.

Niedersachsen schnürt Milliardenpaket gegen Corona-Folgen

Dass so schnell eine Ausnahme vom Neuverschuldungsverbot in der Landesverfassung nötig sein würde, das hätten sich wohl weder Finanzminister Reinhold Hilbers (CDU) noch Vize-Ministerpräsident Bernd Althusmann (CDU) träumen lassen. Am Dienstag (17. März) verkündeten beide Regierungsmitglieder Seite an Seite, dass Niedersachsen 4,4 Milliarden Euro zur Bekämpfung der Corona-Folgen bereitstellen will. Dabei geht es im Wesentlichen darum, die weitreichenden Folgen für die Wirtschaft des Landes zu mildern - und Geld für notwendige Ausrüstung im Gesundheitssystem zur Verfügung zu stellen.

Wirtschaftsminister Bernd Althusmann (CDU) kündigte am Dienstag (31. März) an, das Land Niedersachsen wolle seine Soforthilfe für unter der Corona-Krise leidende Unternehmen um rund 200 Millionen Euro aufstocken. Das Geld solle die Liquidität kleiner Unternehmen mit 11 bis 49 Beschäftigten sichern.

Wegen Corona setzt das Land das Neuverschuldungsverbot („Schuldenbremse“) außer Kraft. Das ist für Notlagen vorgesehen. „Wir werden mit aller Macht für unsere Wirtschaft kämpfen“, sagte Landesfinanzminister Reinhold Hilbers (CDU) am 25. März. Bei der NBank, die Hilfsprogramme abwickeln soll, fielen aber laut Berichten erst einmal die Server aus. Zu neuen 1,4 Milliarden Euro kommt ein erhöhter Bürgschaftsrahmen von 3 Milliarden Euro.

Auch die Städte stellen Corona-Härtefallfonds zur Verfügung – wie beispielsweise Braunschweig.

Weil die Förderbank NBank zudem von Dienstagabend (31. März) an auch Hilfsmittel des Bundes bereitstellt, wurde die bisherige Richtlinie für die Soforthilfe durch zwei neue ersetzt. Diese sehen gestaffelte Finanzspritzen vor.

Im Juni will Niedersachsen wegen Corona einen weiteren Nachtragshaushalt im Parlament vorlegen, um weitere Mittel bereitzustellen. Zuvor sollen die Auswirkungen der Mai-Steuerschätzung analysiert werden. Landesfinanzminister Reinhold Hilbers (CDU) sprach im Parlament von „erheblichen Steuerausfällen“. Das Land werde auch wieder in die Neuverschuldung gehen müssen. „Wirtschaftsfördernde Maßnahmen sind das Gebot der Stunde“, betonte Hilbers aber. Ein Prozent Wachstum bedeuteten für den Landeshaushalt 300 bis 400 Millionen Euro. Der Grünen-Finanzpolitiker Stefan Wenzel sprach von vier bis sechs Milliarden Euro, die im Landeshaushalt fehlten könnten. Gegen heftige Kritik von FDP und Grünen richtete die Koalition per Landtagsbeschluss ein sogenanntes „Sondervermögen“ zur Bekämpfung der Corona-Krise ein. Dies läuft außerhalb des Kern-Landeshaushalts.

Wer wird auf das Coronavirus getestet?

Das Robert-Koch-Institut nennt folgende Kriterien:

1. Akute grippeähnliche Symptome und Kontakt zu einer infizierten Person.

2. Hinweise auf eine virale Lungenentzündung.

3. Akute grippeähnliche Symptome bei Patienten aus einer Risikogruppe (zum Beispiel Alter über 60, Asthmatiker, Diabetiker…) oder bei Beschäftigten im Pflegebereich, in Arztpraxen und Krankenhäusern.

4. Bei akuten grippeähnlichen Symptomen ohne Risikofaktoren soll nur bei ausreichender Kapazität getestet werden.

Coronavirus-Testzentren und mobile Teams im Einsatz ­– „Drive-In“ in Braunschweig

Im Kampf gegen die Coronavirus-Ausbreitung haben inzwischen in zahlreichen Landkreisen spezielle Testzentren ihre Arbeit aufgenommen. Dort, wo es noch keine solche Zentren gibt, seien mobile Testteams unterwegs, teilte die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) mit. Sie nehmen in begründeten Corona-Verdachtsfällen Abstriche von Patienten. Testzentren gibt es unter anderem in Braunschweig, Wilhelmshaven, Oldenburg, Vechta, Hannover, Aurich und Lüneburg, aber auch in Peine. Außerdem wurde ein Verteilzentrum für Schutzkleidung für Ärzte und medizinisches Fachpersonal eingerichtet. Wolfenbüttels Landrätin Christiana Steinbrügge gab am Donnerstag, 12. März, bekannt, dass der Landkreis Wolfenbüttel ein eigenes Corona-Testzentrum vorhält.

Abstriche werden nach KVN-Angaben nur auf ärztliche Anforderung vorgenommen. Patienten müssten also von einem Arzt angemeldet werden – sie sollten keinesfalls selbstständig in die Corona-Testzentren kommen, um sich überprüfen zu lassen.

Die Kassenärztliche Vereinigung (KV) hat zudem in Braunschweig einen „Drive-In“ eingerichtet (Stand 3. April). Dort können im Fünf-Minuten-Takt Abstriche gemacht werden, wie KV-Bezirksgeschäftsführer Stefan Hofmann mitteilt. Außerdem kann das Labor aufgrund schnellerer Testverfahren in kürzerer Zeit mehr Abstriche analysieren als bisher. Das heißt: Wer grippeähnliche Symptome hat, ruft nach wie vor seinen Hausarzt an. Dieser prüft, ob nach den Vorgaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) ein Test infrage kommt und informiert dann die KV. Die wiederum vereinbart mit dem Patienten kurzfristig einen Drive-In-Termin in Braunschweig.

Wolfsburg soll vorerst keinen eigen Test-Drive-In erhalten.

Quarantäne für Kontaktpersonen

Für Menschen, die mit Corona-Patienten Kontakt hatten, gilt: Kontaktpersonen von Patienten oder Reiserückkehrer aus Risikogebieten mit entsprechenden Symptomen sollten isoliert und so schnell wie möglich auf das Virus getestet werden, sagte Gesundheitsministerin Carola Reimann. Im Falle einer Ansteckung würden die entsprechenden Kontaktpersonen ermittelt.

„Diese werden dann ebenfalls unter Quarantäne gestellt und bei auftretenden Symptomen getestet“, erklärte Reimann.

Weitere Informationen gibt es im nationalen Newsblog.

Nicht jeder Infizierte wird auch krank

Doch nicht jeder Infizierte erkrankt. Die Mehrheit der Betroffenen hat Erkältungssymptome oder gar keine Beschwerden. Schwerere Krankheitsverläufe entwickeln nach den bisherigen weltweiten Erkenntnissen bis zu 15 Prozent der Betroffenen. Häufig sind darunter alte Menschen und Patienten mit Vorerkrankungen. Die Isolation der Betroffenen und die Suche nach Kontaktpersonen erfolgt, damit sich die Ausbreitung des Virus verlangsamt. Ziel ist, möglichst viel Kapazität im Gesundheitssystem zu erhalten.

Angespannte Lage: viele Unternehmen beantragen Kurzarbeit, Arbeitslosigkeit steigt

Die Corona-Krise hat die Kurzarbeit in Niedersachsen auf einen neuen Höchststand getrieben. Wie die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit (BA) am Donnerstag in Hannover mitteilte, zeigten die Unternehmen im März und April für bis zu eine Million Beschäftigte eine Verringerung der regulären Arbeitszeit an – zehn Mal häufiger als in der Finanzkrise 2009/2010. Die Zahl der Arbeitslosen nahm zwischen März und April um rund zwölf Prozent auf fast 247.000 zu.

Nicht anders sieht es in unserer Region aus: Seit März haben nach vorläufigen Zahlen mehr als 8.800 Betriebe Kurzarbeit angezeigt, 167.300 Beschäftigte sind betroffen. Wolfsburg mit dem Riesen-Arbeitgeber Volkswagen macht mehr als ein Drittel der Beschäftigten aus. Von März auf April haben sich zudem 4.000 Menschen arbeitslos gemeldet, wie die Arbeitsagenturen in unserer Region am 30. April mitteilten. Insgesamt waren damit 34.916 Menschen ohne Job, das sind 13 Prozent mehr als noch im März. dpa/red

Coronavirus in der Region – hier finden Sie alle Informationen

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