Auf dem Genussweg nach Magdeburg

Braunschweig.   Es ist die einzige Partnerschaftsradroute in Deutschland. Braunschweigs Stadtsprecher Rainer Keunecke hat die Route absolviert und schwärmt von ihr.

Mit dem Rad durch die Natur. Immer ein Erlebnis.

Mit dem Rad durch die Natur. Immer ein Erlebnis.

Foto: Uwe Zucchi / picture alliance / dpa

Fünf Stunden benötigt Rainer Keunecke, Pressesprecher der Stadt Braunschweig, von ebendort nach Magdeburg – mit dem Rad. Zwei Mal im Jahr schwingt er sich auf den Sattel, um die 110 Kilometer zu radeln, die Braunschweig mit ihrer Partnerstadt Magdeburg verbinden. Der Partnerschaftsradweg „Braunschweig – Magdeburg“ ist einer von mehreren Fernradwegen in der Region. Und es ist der einzige Partnerschaftsradweg Deutschlands.

Vor drei Jahren, am Tag der Deutschen Heimat, haben Magdeburg und Braunschweig die Strecke in Helmstedt eröffnet. Dirk Heuvemann, Radverkehrsbeauftragter der Stadt und einer der hauptverantwortlichen Planer des Partnerschaftsradwegs, erinnert sich gut an diesen Tag: „Etwa 120 Leute kamen zur Eröffnung angeradelt.“ Und ergänzt lachend: „Rainer Keunecke war einer der ersten.“

Der Weg führt durch 16 Kommunen. Vorbei an Abbenrode mit der Bockwindmühle, am Kaiserdom in Königslutter, am Zonengrenzmuseum in Helmstedt. Er lotst Radler nach Ummendorf in die Börde, zum Herrenhaus von Ovelgünne oder auf den Großen Wartberg von Niederndodeleben. Start und Ziel sind die Rathäuser der Partnerstädte.

Dirk Heuvemann erklärt, dass es nicht der kürzeste Weg nach Magdeburg ist. Etwa 20 Kilometer seien Umwege, die durch idyllische Landschaften oder an Aussichtspunkten vorbei führen. „Es ist ein Genussweg“, sagt Rainer Keunecke. Ein Genussweg, der drei Jahrzehnte nach dem Fall der Mauer auch ein Symbol für die deutsche Einheit sein soll. „Ein merkwürdiges Gefühl zu wissen, dass ich den Weg zu Zeiten des Eisernen Vorhangs nicht hätte radeln können“, so Keunecke.

Der Weg ist an verschiedene Radwanderwege angebunden. So an den Aller-Radweg, der über 328 Kilometer von Magdeburg über Wolfsburg, Gifhorn und Celle nach Verden führt, den Holunder-, Elbe- oder den Börde-Radweg. Weiterhin schließt er an den Weser-Harz-Heide-Radfernweg an.

Hann. Münden im südlichen Weserbergland und Lüneburg verbindet der Fernweg auf 400 Kilometern. Etwa 25 Kilometer davon verlaufen im Braunschweiger Stadtgebiet. Laut Dirk Heuvemann sind die Abschnitte zwischen Weser und Göttingen und im Harz etwas sportlicher mit stärkeren Steigungen und Abfahrten. Ab Goslar bis Lüneburg verläuft die Route auf verkehrsarmen Asphaltstraßen im flachen Gelände.

Hingegen nicht angeschlossen ist der Partnerschaftsweg an den Fernradweg von Amsterdam nach Berlin. Dafür verlaufen beide Wege zum Teil deckungsgleich oder aber parallel nur wenige 100 Meter voneinander entfernt. Es gibt keine Schilder, die den Fernradweg „Amsterdam – Berlin“ ausweisen, da er auf einer Privatinitiative beruht. Dafür stehen die GPS-Daten online zum Herunterladen bereit.

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