Für Idealisten: Osterode verkauft Wehrtürme der Stadtmauer

Der Sonnenturm wurde bis vor einigen Jahren bewohnt und steht seither leer.

Der Sonnenturm wurde bis vor einigen Jahren bewohnt und steht seither leer.

Foto: Stadt

Osterode.  Die Stadt Osterode will den Kuhhirtenturm und den Sonnenturm verkaufen. Die Immobilien sind nicht alltäglich – haben aber einen besonderen Reiz.

Es ist nicht ganz alltäglich, was die Stadt Osterode am Harz nun nach fast achthundert Jahren veräußern möchte: die beiden im Volksmund „Sonnenturm“ und „Kuhhirtenturm“ (auch CVJM-Turm) genannten Wehrtürme der Osteroder Stadtmauer.

Zustand ist nicht der Beste

Lange schon stehen sie leer, ihr Zustand ist nicht der Beste. „Wir müssten viel Geld investieren, sie Instand zu setzen, ohne eine echte Nutzungsperspektive“, begründet Bürgermeister Jens Augat den Schritt. Dazu gesellen sich hohe Auflagen des Denkmalschutzes.

Nachdem die Stadtmauer und damit auch die Türme aufgrund sich veränderter Waffentechnik seit der frühen Neuzeit ihre militärische Aufgaben im mittelalterlichen Verteidigungssystem der Stadt verloren hatten, wurden sie zuletzt als Wohnungen genutzt. Erobert wurde die Stadt Osterode nie, das nur am Rande.

Halbschalentürme mit Sösesteinen

Es handelt sich bei beiden Türmen um sogenannte Halbschalentürme, mit massiver, dicker Mauer aus Sösesteinen auf der Verteidigungsseite. Die der Stadt zugewandte Seite und die Wände der Innenräume sind in Fachwerkbauweise ausgeführt. Geschichtsträchtige, stadtbildprägende Gebäude also, die nun in private Hände übergehen sollen. Dass die Türme unter Denkmalschutz stehen macht sie für die künftigen Eigentümer zu einer besonderen Herausforderung.

„Wir sind uns bewusst, mit der Veräußerung der beiden Türme eine begrenzte Klientel anzusprechen“, meint Bürgermeister Jens Augat. „Aber der besondere Reiz, der von diesen Immobilien ausgeht, bietet auch viele Möglichkeiten für kreative Individualisten“, ist sich Augat sicher. Vor allem der sanierungsbedürftigere „Kuhhirtenturm“ bietet hier Potenzial. Der „Sonnenturm“ wurde bis vor einigen Jahren bewohnt und steht seither leer.

Nähere Informationen erhalten Interessenten über den Fachdienst Bauen, Herrn Zörger, unter Telefon 05522/318301 oder . mp

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