Historischen Stadtzentren soll neues Leben eingehaucht werden

Osterode.  Die Grünen im Fachwerkfünfeck arbeiten zusammen und setzen sich für die Innenstädte ein. Ein Problem ist auch die Corona-Krise.

Scheffelstraße in Osterode.

Scheffelstraße in Osterode.

Foto: Grüne Göttingen / Partei

Bündnis 90/Die Grünen im Fachwerkfünfeck wollen sich verstärkt für die Belebung ihrer historischen Innenstädte und Ortskerne einsetzen. Besonders seit Beginn der Coronakrise verlieren Einzelhandel und Innenstädte zunehmend an Bedeutung, weil die Menschen mehr als zuvor den Onlinehandel in Anspruch nehmen.

In den kleineren Gemeinden ist mit der Nahversorgung, wie Lebensmitteleinzelhandel, Bäcker, Schlachter, Postfiliale, auch die Lebendigkeit der Ortskerne verloren gegangen. Für die Zukunft bedeutet das, dass Menschen ermutigt werden müssen, die Gebäude in den Zentren für die unterschiedlichsten Zwecke zu nutzen und wieder mit Leben zu füllen. Doch wo liegen die Hindernisse, wenn Gebäude für eine zeitgemäße Nutzung ertüchtigt werden sollen?

Viele Häuser unter Denkmalschutz

Weil gerade in Südniedersachsen besonders viele Gebäude unter Denkmalschutz stehen, scheint die Denkmalpflege ein zentrales Thema zu sein. Deshalb hatten Grünen-Politiker einen Workshop zum Thema Denkmalschutz organisiert. Birgit Montag, Sprecherin der Grünen Untereichsfeld betont: „Wichtig war uns, ganz unterschiedliche Perspektiven zusammenzutragen, um herauszufinden, welche Faktoren für die Fortentwicklung der historischen Gebäude eine Rolle spielen.“ „Deutlich wurde, wie wichtig eine kompetente Unterstützung ist, damit sich Interessierte tatsächlich für die Sanierung und Nutzung von denkmalgeschützten Häusern entscheiden“, ergänzt Hartmut Teichmann, Vorstandsmitglied der Grünen in Hann. Münden.

Almut Mackensen aus Osterode vom Kreisvorstand der Grünen Göttingen begründet das Engagement der Grünen im Fachwerkfünfeck: „Es ist sehr bedauerlich, wenn kulturhistorisch wertvolle Gebäude leer stehen und verfallen, wodurch Innenstädte bzw. Ortskerne an Attraktivität verlieren. Schon allein, weil viele Menschen auf der Suche nach Wohnraum sind, dürfen die Häuser in den Zentren nicht ungenutzt bleiben. Zudem ist die Instandsetzung alter Fachwerkhäuser sehr im Sinne einer nachhaltigen Stadt- oder Dorfentwicklung, denn Flächenfraß und energieintensiver Neubau werden so vermieden.

Außerdem verwendet man in Fachwerkhäusern überwiegend nachhaltige Baumaterialien, wie Holz, Lehm und Stroh.“ Die Grünen in Hann Münden, Duderstadt und Osterode wollen weiter daran arbeiten, ein Konzept für die Zukunft der historischen Zentren zu entwickeln.

Quartiermanagement

Dazu gehören unter anderem das Thema Quartiersmanagement, die Wirtschaftsförderung oder die energetische Sanierung denkmalgeschützter Gebäude. Eva Viehoff, Landtagsabgeordnete der Grünen und zuständig für das Thema Denkmalschutz, unterstreicht, dass der besondere Charme der alten Häuser nur zur Geltung kommen kann, wenn es gelingt, die Stadtzentren und Ortskerne mit Leben zu füllen und zu Erlebnisorten werden zu lassen. Da liegt in vielen Fachwerkstädten noch viele Arbeit vor Stadtplanern und den Besitzern historischer Gebäude

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder