Osteroder helfen Forst und pflanzen ihren Wald neu

Osterode.  7.500 Setzlinge werden bei der Stadtwaldrettung an mehreren Wochenenden gepflanzt. Am Freitag nahm die erste Gruppe ihre Arbeit auf.

Die einzelnen Setzlinge werden vorbereitet. Gepflanzt werden bei dem Projekt unter anderem Setzlinge aus Erlen und Buchen.

Die einzelnen Setzlinge werden vorbereitet. Gepflanzt werden bei dem Projekt unter anderem Setzlinge aus Erlen und Buchen.

Foto: Michael Paetzold / HK

„Stadtwaldrettung“ ist die Aktion überschrieben, die am Freitag auf einem Areal nahe des Alten Blindensanatoriums in Osterode startete. Der städtische Forst ist derzeit Sorgenkind der Stadt Osterode, er ist durch Trockenheit und massiven Borkenkäferbefall in großen Teilen abgestorben. Betroffen sind vor allem mit Fichten bestandene Flächen. „Der Stadtwald geht uns alle an, und jede Bürgerin und jeder Bürger verbindet mit dem Wald eine Vielzahl von Emotionen“, meinen Bürgermeister Jens Augat und Stadtförster Rudolf Buff.

Als Naherholungsgebiet und „grüne Lunge“ der Stadt, als Heimat vieler Tier- und Pflanzenarten hatte Augat die Bedeutung des Waldes in der Vergangenheit immer wieder hervorgehoben. Freitag begrüßte der Bürgermeister nahe des ehemaligen Blindenheims die „Freitagsgruppe“, Bürger, die freiwillig die Stadtforst unterstützten und Bäume pflanzten.

Erlen, Buchen und Ahorn

An zwei Wochenenden werden im Rahmen der „Mission Stadtwaldrettung 2020“ Baumpflanzaktionen veranstaltet, bei denen angemeldete freiwillige Helferinnen und Helfer tatkräftig eine Fläche bei den Schneiderteichen mit Erlen, Buchen- und Spitzahornsetzlingen bestücken. Freitag waren Erlen dran. Insgesamt werden sich 150 Osteroderinnen und Osteroder an der Aktion beteiligen, denen der Bürgermeister ebenso seinen Dank aussprach, wie den Sponsoren und Förderern.

Bei der ersten Pflanzaktion dabei war auch Kreisrat Marcel Riethig: „Das ist eine tolle Aktion, die Akzeptanz für den Wald und die Forstarbeit schafft“, befand er und spuckte in der Gruppe von Bürgermeister Augat kräftig in die Hände. Ziel der Aktion ist es, die Einwohnerinnen und Einwohner und natürlich alle, die sich dem Wald verbunden fühlen, mit einzubeziehen. Angeleitet wurden die 25 Helferinnen und Helfer nach einer ersten Einführung durch Stadtförster Rudolf Buff am Freitag von Forstwirten der Stadtforst. Die Rettung des Stadtwaldes ist in Osterode derzeit ein großes Thema. Er erstreckt sich bis in Höhenlagen von 800 Metern und umfasst 1.200 Hektar. Seit mehr als 500 Jahren ist er im Besitz der Stadtväter, ein Kapital, auf das und mit dem man bauen konnte. Jetzt, in Zeiten des Klimawandels, ist alles anders. Trockene Sommer und in deren Folge die massenhafte Vermehrung der Borkenkäfer, haben ganze Arbeit verrichtet.

Dramatische Situation

„Die Situation im Stadtwald ist dramatisch“, hatte der Bürgermeister im Vorfeld der Aktion unterstrichen. Die Flächen werden mit 70 Prozent von Fichtenbeständen geprägt, davon sind 80 Prozent krank oder schon abgestorben. Es gehe jetzt darum, die Forste wieder zukunftsfähig zu machen.

Es wird ein langer Weg

Die Pflanzaktionen zusammen mit den Bürgern, wie sie vorbereitet werden, sind aber nur ein kleiner Baustein auf einem sehr langen Weg.

Es ist geplant, während der Aktion zunächst 7.500 Setzlinge aus Erlen, Buchen und Eichen in den Boden zu bringen. 200.000 Bäume, so rechnet der Stadtförster, werden für einen neuen Besatz nötig sein. Er ist sich sicher, dass sich die Waldwirtschaft künftig anders aufstellen muss.

„Die Wirtschaftlichkeit ist ein Grund des Übels“, sagte er am Freitag, diese Motivation wird sich vermutlich ändern. Maßgeblich organisiert wurde die Pflanzaktion von der Osteroder Veranstaltungsagentur Harzlandung, der der Bürgermeister für ihren Einsatz und die guten Ideen dankte.

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