„Urvater des Comics“ – Wilhelm-Busch-Verein sucht neue Wege

Hattorf  Sigurd Hille, der Vorsitzende des Fördervereins Wilhelm Busch in Hattorf, sieht eine Chance und will ein jüngeres Publikum begeistern.

Der Vorsitzende des Fördervereins Wilhelm Busch in Hattorf, Sigurd Hille, mit einer Bildgeschichte des Dichters und Malers.

Der Vorsitzende des Fördervereins Wilhelm Busch in Hattorf, Sigurd Hille, mit einer Bildgeschichte des Dichters und Malers.

Foto: Herma Niemann / HK

Wilhelm Busch war Dichter, Zeichner und Maler. Seine Geschichten sind oft makaber, und der Betrachter schwankt wohl auch zwischen lautem Lachen und der Erschrockenheit über die Boshaftigkeit hin und her. Gerade wegen seiner bekannten Bildgeschichten gilt Busch zudem auch als Urvater des Comics. Diesen Umstand könne man gut dafür nutzen, den Förderverein Wilhelm Busch in Hattorf zu verjüngen. Das berichtet der Vorsitzende, Sigurd Hille, in einem Gespräch mit unserer Zeitung.

Der Verein habe rund 75 Mitglieder, allerdings auch mit einem hohen Altersdurchschnitt. Was fehlen würde, seien junge Leute, damit auch der Fortbestand des Vereins auf Dauer gesichert sei. Vorstellen könne sich Hille zum Beispiel, ein Comic-Projekt auf den Weg zu bringen. Hierfür könne man eventuell die Schüler der Oberschule mit ins Boot nehmen und auch Workshops in dieser Richtung anbieten.

Idee: Treffen nach Vorbild der Cosplay-Conventions

Noch weiter gedacht, sagt Hille, könnte der Verein sogenannte Conventions mit Cosplayern organisieren. Cosplay ist eine in Japan geprägte Fan-Praxis, die in den 1990er Jahren mit dem Manga- und Animeboom auch in die USA und nach Europa kam. Beim Cosplay stellt der Teilnehmer eine Figur aus einem Comic, Manga, Anime, Film, Videospiel oder anderen Medien durch ein Kostüm und Verhalten möglichst originalgetreu dar. Sollte man die Corona-Krise irgendwann überwunden haben, könnte man regelmäßige Comic-Treffen stattfinden lassen und sich zum Beispiel auch mit einem Stand beim traditionellen Frühlingsmarkt präsentieren. „Wenn man sich die Werke von Wilhelm Busch anschaut, ist man doch schnell bei Comics“, so Hille, „das wäre eine Chance für den Verein“.

Bedauerlich sei, dass unter der Corona-Krise die regelmäßigen Busch-Nachmittage eingestellt werden mussten, und auch die Wilhelm Busch-Stätte, die sich neben der St. Pankratiuskirche befindet, nicht geöffnet werden könne. Diesbezüglich sei es in der nächsten Zeit wichtig, die Stätte umzugestalten. Dazu sei jedoch finanzielle Unterstützung von Außen erforderlich. Schon seit vielen Jahren sei dort nichts passiert, und die Stätte würde einen neuen und farbigeren Anstrich brauchen.

Auf wenigen Quadratmetern gewährt das kleine Museum einen Einblick in das Leben und Werk des Künstlers. Aus diesem Grund sei es auch wichtig, eine Zeitleiste und einen Stammbaum zur Verdeutlichung anzubringen. Denn Wilhelm Busch verbinde man normalerweise nicht unbedingt mit Hattorf. Mehr als 20 Jahre besuchte Busch in Hattorf bei seinem Neffen Pastor Hermann Nöldeke und dessen Familie. In Briefen schildert Busch das Leben seines Neffen und dessen Familie, er beschreibt die Umgebung und sogar das Wetter. Hier entstanden ein Skizzenbuch und einige seiner Gemälde. Gut vorstellen könne sich Hille auch eine Zusammenarbeit mit dem Familienzentrum Hattorf, die eine Telefonzelle als Bücherzelle für die Bürger etablieren wollen.

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