Reges Vereinsleben bedeutet: eine gute Gemeinschaft im Dorf

Hörden  Der Bürgermeister von Hörden, Henning Kunstin, zieht trotz aller Unwägbarkeiten positive Bilanz über das vergangene Jahr 2020.

Henning Kunstin ist der Bürgermeister von Hörden, außerdem der Vorsitzende des Turnvereins wie auch der stellvertretende Vorsitzende für Fachliche Arbeit des Turnkreises Osterode.

Henning Kunstin ist der Bürgermeister von Hörden, außerdem der Vorsitzende des Turnvereins wie auch der stellvertretende Vorsitzende für Fachliche Arbeit des Turnkreises Osterode.

Foto: Herma Niemann / HK

„Wo es ein reges Vereinsleben gibt, wie hier in Hörden, ist auch eine gute Gemeinschaft vorhanden“, sagt der Bürgermeister von Hörden, Henning Kunstin (CDU), und zieht damit trotz der Corona-Krise eine recht gute Bilanz über das abgelaufene Jahr.

Der Austausch und die Abstimmung unter den Ratsmitgliedern habe gut funktioniert, aber auch der Gedankenaustausch und die Gespräche mit den Einwohnern der Gemeinde. Auch wenn man im Rat natürlich nicht immer einer Meinung sei, habe man dort ein gutes Miteinander, weil man immer einen konstruktiven Konsens finde.

„Die Menschen machen sich Gedanken, und viele engagieren sich ehrenamtlich, so konnten zahlreiche Projekte für alle auf den Weg gebracht werden“. Einige davon seien sozusagen auch „politiklos“ erfolgt, wie Kunstin es nennt, wie zum Beispiel das Aufstellen der Ruhebänke in der Feldmark, die durch Fördergelder aus dem Dorfbudget des Landkreises und aus dem Ehrenamtsfond der Harz Energie aufgestellt werden konnten (wir berichteten). „Als Bürgermeister ist man für alle da und agiert auch als neutraler Vermittler“, so Kunstin. Bei knapp unter 1.000 Einwohnern würden sich die Menschen in Hörden kennen.

Erstaunliche Mitgliederzahl

Erstaunlich angesichts der Einwohnerzahl ist die Anzahl der Mitglieder im Turnverein Hörden: Rund 420 Mitglieder hat der Verein momentan, die auch trotz der Einschränkungen unter der Corona-Krise dem Verein die Treue gehalten haben. Kunstin ist der Vorsitzende des Turnvereins und der stellvertretende Vorsitzende für Fachliche Arbeit (Oberturnwart) des Turnkreises Osterode. Austritte aus dem Turnverein, weil unter Corona teilweise keine Übungsstunden stattgefunden haben oder momentan nicht stattfinden, habe es nicht gegeben, allenfalls die normale Fluktuation, die sich zwischen Ein-und Austritten die Waage halten würde. Den Kontakt zu den Mitgliedern halte man mit Informationen per Mail und wer keine Mailadresse angegeben habe, bei dem funktioniere der Austausch über Mundpropaganda und über WhatsApp-Gruppen der aktiven Übungsgruppen.

Noch Anfang März habe man als Turnkreis das Puzzleturnen in Hattorf mit großer Beteiligung und auch noch den Kreisturntag in Scharzfeld durchgeführt. Aus damaliger Sicht sei das noch eine richtige Entscheidung gewesen. Die Durchführung sei bereits zu dem Zeitpunkt unter Corona-Vorsichtsmaßnahmen mit Handdesinfektionsmitteln organisiert worden. Den austragenden Vereinen spricht er seinen Respekt aus. „Niemand hatte damals mit den jetzigen Ausmaßen der Pandemie gerechnet“, so Kunstin. „Ich persönlich war auch noch der Meinung, dass man das Ganze vielleicht bis zum Sommer im Griff habe“.

Keiler Run musste ausfallen

Was schon in intensiver Vorbereitung gewesen sei und dann trotzdem ausfallen musste sei u.a. der 7. Harzer Keiler Run gewesen, den der Turnverein Hörden zusammen mit dem Harzer Keiler e.V. organisiert. Viele Partner, Sponsoren und Lieferanten seien bereits mit im Boot gewesen, was auch bereits geleistete Kosten mit sich gezogen habe. Momentan befände man sich diesbezüglich noch in der Schadensbegrenzung. Für den Turnkreis sei es sehr bitter gewesen, dass auch das Kinderturnfest im September ausfallen musste. Erfreulich sei, dass die Organisatoren, Turnkreis und Turnverein teilweise finanziell entlastet worden seien durch die Unterstützung des Landkreises Göttingen und des Landessportbundes. „Was an Unterstützung gelaufen ist, ging reibungslos und schnell“.

Politisch gesehen, habe man nur das Nötigste an öffentlichen Sitzungen durchführen können. Interne Besprechungen der CDU-Rats- und Samtgemeinderatsfraktion hätten online stattgefunden. „Zum Infoaustausch ist das gut, auch zum Vorbereiten von Beschlüssen, alles kann man aber nicht online erledigen“, so Kunstin. Wichtig sei jedoch, auch die Menschen persönlich zu erreichen, die jungen wie auch die älteren Mitbürger, was unter den gegebenen Bedingungen während der Corona-Pandemie natürlich schwierig sei.

Zumindest was den Turnverein anginge, werde der Übungsleiter Hannes Exner für alle Sportgruppen in Kooperation mit dem TUS Lüdenhausen ab dem 11. Januar wieder „Online-Fitletic“ (wir berichteten) anbieten. „Bleibt jedoch die Frage, ob wir damit alle aktiven Mitglieder erreichen und zufrieden stellen können“, so Kunstin, „wir hoffen, dass wir möglichst schnell wieder den normalen Übungsbetrieb aufnehmen können – es ist sowohl sportlich als auch gesellschaftlich wichtig für die Mitglieder und das Dorf- und Vereinsleben.

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