Neujahrskonzert von „con amore“ soll nachgeholt werden

Herzberg  „Aufgeschoben ist nicht aufgehoben“: Das abgesagte Konzert des Ensembles soll im Sommer oder Herbst 2020 nachgeholt werden.

Das Ensemble „con amore“ entführte die Zuschauer im vergangenen Jahr in die Welt der goldenen 1920er Jahre.

Das Ensemble „con amore“ entführte die Zuschauer im vergangenen Jahr in die Welt der goldenen 1920er Jahre.

Foto: Herma Niemann / HK

Schmissige Operettenmelodien, ein humorvolles Rahmenprogramm und fünf sympathische Musiker sind immer Anfang Januar die Zutaten für einen gelungenen Konzertabend in Herzberg. Normalerweise wären am kommenden Wochenende viele erwartungsfrohe Zuschauer im Rittersaal des Welfenschlosses zusammen gekommen, weil es wieder an der Zeit gewesen wäre für das seit vielen Jahren traditionelle Neujahrskonzert des Herzberger Ensembles „con amore“.

Leider fällt das Konzert, das schon lange ein Publikumsmagnet ist, wegen der Corona-Krise in diesem Jahr aus. Dabei hätte es diesmal wegen der großen Nachfrage sogar vier Vorstellungen unter dem Motto „Ein Tag am Meer“ gegeben.

Ensemble mit Humor

Zu dem Ensemble gehören Jaqueline Borchert-Seng (Sopran), Bettina Lagg (Violine), José V. López de Vergara (Klavier) und Stefan Füllgrabe (Flöte, Saxophon, Klarinette). Andreas Krohn (Violoncello) ist in diesem Jahr aus dem Ensemble ausgeschieden, neu hinzugekommen ist Torsten „Stony“ Steinmann (Kontrabass).

Wer das Ensemble und seinen Humor kennt, weiß, dass das Konzert neben ausgesuchter schwungvoller Musik auch immer eine humorvoll gestaltete Rahmenhandlung präsentiert. Wie die Sopranistin Jaqueline Borchert-Seng in einem Gespräch mit unserer Zeitung berichtet, wären wieder viele kleine Gags zur Unterhaltung des Publikums eingebaut worden. Zum ersten Mal hätte auch ihre neunjährige Tochter Sophia einen Auftritt an der Geige gehabt.

Neujahrskonzert soll nachgeholt werden

Das Neujahrskonzert hätte diesmal in der „Villa Wellenschaum“ an der Juessee stattgefunden. Dazu sollten Musikstücke erklingen wie etwa „Auf dem Wasser“ von Franz Schubert, die Arie „An den Mond“ aus der Oper Rusalka, Disneysongs aus den Filmen „Arielle“ und „Vaiana“ sowie das irische Volkslied „Molly Malone/Cockles & Musseld“. Mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden, denn es soll Ersatz für die ausgefallene Veranstaltung geben. „Generell ist der Ausfall der Konzerte natürlich schade, denn auch für uns sind die Konzerte immer der Höhepunkt des Jahres“, bedauert Borchert-Seng. „Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben. Die Situation unter Corona erfordert diese Einschränkungen und Rücksichtnahme“.

Bettina Lagg stellt in Aussicht, sofern es unter der Corona-Krise möglich sei, die Konzerte im Sommer oder im Herbst nachzuholen. Das Programm der Konzerte stünde fest und bis zum zweiten Lockdown hätten die Ensemble-Mitglieder regelmäßig geprobt. Bettina Lagg bedaure es auch sehr, dass die Konzerte ausfallen müssen. „Es macht keinen Spaß, alleine Musik zu machen“, so Lagg „der Musiker braucht das Publikum“

2004 gegründet

Im Jahr 2004 gründete sich das Ensemble „con amore“ als eine Gruppe von Musikern und Laien-Musikern aus der Region des Südharzes. Musikalischer Leiter von „con amore“ (lat. „mit Liebe“) war zu dieser Zeit der Leipziger Siegfried Seyfarth, der sein umfangreiches Wissen und seine Erfahrungen aus den Operettenhäusern der ehemaligen DDR in das kleine Ensemble einbrachte und über Bühnenerfahrung verfügte. Der geistige Vater von „con amore“ war Richard Koscielny, der die Musiker zusammenbrachte, um einem langjährigen Traum zu folgen.

In den ersten Jahren fanden die Auftritte zumeist im Kurhaus Bad Sachsa oder im Hotel Sauerbrey in Lerbach statt. Jaqueline Borchert Seng und Bettina Lagg waren von Anfang an dabei. 2007 kam es zum ersten Neujahrskonzert im Rittersaal des Welfenschlosses in Herzberg, das sogleich zahlreiche Zuhörer anlockte. Seitdem zählt das Neujahrskonzert von „con amore“ zu den festen Terminen im Landkreis. Im Jahr 2009 allerdings musste das Konzert aufgrund des plötzlichen und tragischen Todes von Siegfried Seyfahrt ausfallen. Für das Gedenkkonzert und die darauffolgenden Jahre konnte Ulrich Mattke als Pianist gewonnen werden, der hier Gelegenheit hatte, seinen Berliner Humor unter Beweis zu stellen. Als sowohl Ulrich Mattke als auch Richard Koscielny aus Altersgründen Abschied von „con amore“ nahmen, traten José V. Lopéz de Vergara und Andreas Krohn an ihre Stelle, wenig später kam Stefan Füllgrabe hinzu.

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