Feuerwehr-Leitstelle Göttingen wird regional unterstützt

Herzberg.  Auf Bitten der Kommunalen Leitstelle hat die Feuerwehr in Herzberg eine Führungsstelle eingerichtet.

Die Führungsstelle mit dem selbstgebauten Funktisch.

Die Führungsstelle mit dem selbstgebauten Funktisch.

Foto: Paul Beier / HK

In besonderen Notsituationen wie etwa extremen Unwetterlagen steigt die Zahl der Notrufe in der Feuerwehr-Leitstelle in Göttingen in kurzer Zeit sprunghaft an. Dadurch besteht die Gefahr, dass die Einrichtung schnell an ihre Kapazitätsgrenzen kommen kann, wenn alle Einsätze im gesamten Landkreis Göttingen von dort aus koordiniert und dokumentiert werden müssten. Auf Bitten der Kommunalen Leitstelle in Absprache mit dem Landkreis Göttingen und den Kreiskommandos der Feuerwehren wurden Führungsstellen in jeder Stadt und Gemeinde im Nachgang von Stürmen und anderen Unwetterlagen eingerichtet – so auch in Herzberg.

Die Erfahrung zeigt, dass bei solchen extremen Wetterverhältnissen die Zahl der Notrufe in der Leitstelle Göttingen derart ansteigt, dass ein schnelles und sachgemäßes Reagieren kaum zeitgerecht möglich ist. Wenn dort alle Einsätze im gesamten Landkreis koordiniert und dokumentiert werden müssten, ließe die Effektivität möglicherweise rasch nach. Dies trifft besonders zu bei sogenannten „Flächenlagen“. Dies sind Situationen, in denen es in Städten und Gemeinden meist fast gleichzeitig zu vielen Einsätzen kommt – wie etwa bei vollgelaufenen Kellern, Sturmschäden und umgekippten Bäume, die Straßen versperren.

Anrufe gehen weiterhin in der Leitstelle in Göttingen ein

Die Notrufe der Kreisbewohner gehen auch nach der Einrichtung von Führungsstellen weiterhin in der Leitstelle Göttingen ein. Alle Einsätze, die bei Flächenlagen anfallen und nicht zeitkritisch sind, werden unmittelbar an die jeweils zuständigen Führungsstellen in den Städten und Gemeinden weitergeleitet. Von dort werden die Feuerwehren im betroffenen Ort oder Bereich eingesetzt und koordiniert. Ebenfalls wird vor Ort die Einsatzstellendokumentation angefertigt. Alle weiteren anfallenden Einsätze, die zeitkritisch sind – dazu zählen unter anderem Brandeinsätze, Verkehrsunfälle und Einsätze für Menschen in Gefahr – werden weiterhin über die Leitstelle in Göttingen geführt.

Im vergangenen halben Jahr hat die Freiwillige Feuerwehr Herzberg unter der Federführung von Florian Becker im Feuerwehrgerätehaus in Herzberg einen Raum als Führungsstelle eingerichtet, so Ortsbrandmeister Uwe Bock. Der Raum wurde in Eigenleistung renoviert, wobei die Stadtverwaltung Herzberg die Materialkosten übernahm. Ausgestattet wurde die Führungsstelle mit dem Funktisch aus der Fahrzeughalle, einer kleinen Besprechungsecke, Kartenmaterial wie Stadtplan und Forstrettungsplan sowie einem Whiteboard zur Darstellung der Lageübersicht.

Die Führungsstelle wird bei Bedarf mit zwei Feuerwehrleuten am Funktisch (einmal Annahme der Einsätze und einmal Einsatz der Einsatzkräfte), einer weiteren Person zum Führen der Lagekarte, einer Person zur Einsatzdokumentation und einer Reserveperson besetzt, so Bock.

Insgesamt werden 19 Feuerwehrleute aus den fünf Ortswehren eingeplant, die beim Wechsel des Erstpersonals deren Aufgaben übernehmen sollen. „Als Qualifikation muss unser Personal mindestens eine Führungsausbildung als Gruppen- oder Zugführer haben. Entscheidungen trifft der Einsatzleiter, der sich ebenfalls in der Führungsstelle aufhält. Hierbei handelt es sich je nach Erreichbarkeit um den Stadtbrandmeister bzw. dessen Stellvertreter oder im Vertretungsfall um Ortsbrandmeister oder Vertreter“, so Bock. In besonderen Ausnahmesituationen wie Katastrophenfällen könnte auch der Stab des Hauptverwaltungsbeamten die Führungsstelle im Feuerwehrhaus nutzen. Im Bedarfsfall – wie bei besonderen Sturm- und Unwetterwarnungen – werden die Stadt- und Gemeindebrandmeister von der Leitstelle alarmiert und gebeten, ihre Führungsstelle einzurichten. Danach wird das Personal alarmiert.

Die Leitstelle in Göttingen koordiniert alle Feuerwehr- und Rettungseinsätze sowie Krankentransporte im Landkreis und in der Stadt Göttingen – mit der Berufsfeuerwehr – und auch des in Göttingen stationierten Rettungshubschraubers. Durch die Einrichtung der Führungsstellen könne sich das Personal besser auf besonders zeitkritische Einsätze konzentrieren.

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