Mitglieder der Zukunftswerkstatt Herzberg ernten Äpfel

Herzberg.  Stolzes Ergebnis: Bei der Sammelaktion in Herzberg sind insgesamt 555 Kilo Äpfel für 46 Kisten Saft zusammengekommen.

Nach dem Absammeln kamen alle Äpfel in einen großen Sack, bevor es in die Mosterei ging.

Nach dem Absammeln kamen alle Äpfel in einen großen Sack, bevor es in die Mosterei ging.

Foto: Paul Beier / HK

Vor einigen Wochen war eine Gruppe von Mitgliedern und Freunden der Zukunftswerkstatt Herzberg trotz gelegentlichen Nieselregens in Herzberg und Umgebung unterwegs, um Äpfel zu ernten. Unter anderem wurde mit Erlaubnis der Stadt Herzberg in der Juesholzstraße von den nicht verpachteten Bäumen geerntet. Wegen des Kälteeinbruchs zu den Eisheiligen im Frühjahr und des heißen Sommers brachten nur einige Bäume gute, andere dagegen geringe Apfelmengen. Die Apfelbäume in der geschützten Lage des Sinnesgartens der Zukunftswerkstatt und an anderen Stellen erbrachten recht gute Ergebnisse. Dagegen lohnte sich das Abernten der Apfelbäume unter anderem im Beutersfeld in diesem Jahr kaum.

Vor nunmehr gut sieben Jahren hatte die Zukunftswerkstatt ein Apfelprojekt durchgeführt. Dabei ging es unter anderem darum, an über 50 Apfel- und Birnbäumen Namensschilder anzubringen. Dazu hatte der Verein den Obstgärtner und Pomologen (Fachmann auf dem Gebiet des Obstbaus) Hans-Joachim Bannier engagiert. Ihm gelang es, die meisten Apfelsorten zu identifizieren. In der Folgezeit wurden die Bäume unter anderem mit Namensschildern wie „Ribston Pepping“, „Kaiser Wilhelm“ und „Schöner aus Nordhausen“ gekennzeichnet (wir berichteten). Seit mehreren Jahren lässt die Zukunftswerkstatt aus den geernteten Äpfeln der Juesholzsstraße und anderer Herzberger Bereichen den „Herzberger Apfelsaft“ herstellen. Im vergangenen Jahr fiel die Ernte wegen der Hitze im Sommer nicht besonders gut aus. Der aus der Ernte gewonnene Apfelsaft reichte aber bis jetzt.

Da in diesem Jahr nur drei historische Apfel- und drei Birnbäume von Interessenten in der Juesholzstraße gepachtet sind, blieben dieses Mal etliche Bäume für die fleißigen Sammler übrig. Anvisiert wurden in diesem Jahr ursprünglich 800 Kilogramm Äpfel. Bereits vom ersten Baum konnte man zahlreiche Früchte ernten.

Nachdem die meisten Äpfel abgeschüttelt waren – mancher traf ungewollt auch mal einen Kopf – wurden sie unter Einhaltung der Hygienebestimmungen im Zuge der Corona-Pandemie eingesammelt und mit einem Transporter zu dem befreundeten Mostbetrieb nach Silkerode gebracht. In einigen Tagen werden die Kisten mit dem frischen 2020er „Herzberger Apfelsaft“ im Laden der Zukunftswerkstatt in der Hauptstraße zum Verkauf stehen.

Wolfgang Drebing-Bachmann vom Vorstand der Herzberger Zukunftswerkstatt informierte jetzt in einem Schreiben: „Im vergangenen Jahr fiel die Ernte nicht besonders gut aus und auch dieses Jahr war der Sommer im dritten aufeinander folgendem Jahr zu trocken um eine gute Ernte einzufahren. Umso erfreuter nahmen wir die Nachricht der Mosterei Malus in Silkerode entgegen, dass durch die Sammelaktion in der Juesholzstraße, im Sinnesgarten, im Garten des Goldenen Hirsches und im Garten der Nicolai-Kirche immerhin 555 Kilogramm Äpfel zusammen kamen, was einer Menge von 46 Kisten entspricht“. Am Montag lieferte Ingmar Dalcow mit einer Mitarbeiterin den Apfelsaft zum Laden der Zukunftswerkstatt. Bei einer ersten Kostprobe seien sich alle einig gewesen, dass auch der diesjährige Herzberger Apfelsaft sehr köstlich sei, meint Drebing-Bachmann. „Der Vorstand bedankt sich bei allen Beteiligten für ihre Hilfe und ihr Engagement“, so der Vorsitzende weiter .

Der Saft kann auf Anfrage erworben werden.

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