Einhornhöhle wirbt jetzt mit UNESCO-Logo

Scharzfeld  Die Höhle wurde durch die Organisation als Infozentrum des Geoparks ausgezeichnet. Landrat Bernhard Reuter übergab die UNESCO-Plakette.

Bernhard Reuter (2. v.li.) übergibt die UNESCO-Plakette an Dr. Henning Zellmer und Dr. Ralf Nielbock von Unicorn fossille. Isabell Reuter (li.) nahm für den Regionalverband Harz teil, einer der Träger des Geoparks.

Bernhard Reuter (2. v.li.) übergibt die UNESCO-Plakette an Dr. Henning Zellmer und Dr. Ralf Nielbock von Unicorn fossille. Isabell Reuter (li.) nahm für den Regionalverband Harz teil, einer der Träger des Geoparks.

Foto: Nora Garben

Die Einhornhöhle ist als offizielles Informationszentrum des UNESCO-Global-Geoparks Harz – Braunschweiger Land – Ostfalen ausgezeichnet worden. Landrat Bernhard Reuter übergab die Plakette für das Informationszentrum an den Verein Gesellschaft Unicornu fossile, der die geotouristische Einrichtung betreibt.

„Wir erhoffen uns durch die Auszeichnung mehr Anerkennung für zukünftige Projekte und mehr Besucher“, sagte Dr. Ralf Nielbock. Denn auch wenn die Einhornhöhle im vergangenen Jahr knapp 25 000 Besucher verzeichnen konnte, so „arbeiten wir doch oft hart an der Kante“, so Nielbock weiter.

Instrument der Regionalförderung

Reuter betonte, dass der Geopark auch ein Instrument der Regionalförderung sei und man sehen müsse, wie man diesen für Besucher interessant machen könne. „UNESCO-Prädikate wirken da schon“, sagte er. Gerade für den Harz, der als eine der ersten Regionen geologisch erforscht worden sei, sei es zentral, diese Erkenntnisse über die Hinterlassenschaften von Natur und menschlichen Vorfahren herauszustellen und nutzbar zu machen.

Um von der UNESCO als Informationszentrum anerkannt zu werden, musste die Einhornhöhle strenge Kriterien erfüllen, berichtete Isabell Reuter vom Regionalverband Harz e. V., der gemeinsam mit einem anderen Verein Träger des Geoparks ist. Dazu gehöre unter anderem, dass die Einrichtung an fünf Tagen in der Woche geöffnet ist, Ausstellungen oder Führungen anbietet und kein geologisches Material verkaufen darf.

Aushängeschild im Landkreis

Ein weiteres wichtiges Kriterium sei die Betreuung durch Fachpersonal, das die Gäste fundiert und sachkundig über die eigene Einrichtung und den Geopark informiert, berichtete Nielbock. „Dadurch, dass wir die Kriterien erfüllen, werden wir als einzige im Landkreis Göttingen zum Aushängeschild des Geoparks“. Diesen sichtbar zu machen und zu repräsentieren, gehöre ebenso zu den Voraussetzungen.

Die Auszeichnung durch die Organisation erlaubt es der Einhornhöhle, das UNESCO-Logo als Partner des Geoparks auch für eigene Werbezwecke nutzen.

Die Betreiber der Höhle, die Gesellschaft Unicorn fossile, hofft, dass sich die Anerkennung durch die Vereinten Nationen zum einen positiv auf die Besucherzahlen auswirkt und zum anderen eine Förderung durch Land und Bund wahrscheinlicher macht. „Das ist ein Wendepunkt, weil UNESCO bestimmte Schwerpunkte wie Bildung und Wissenschaft hat und das auch bei uns wichtige Aspekte sind: Der Geopark soll Forschungsstätte bleiben“, sagte der Vorsitzende von Unicorn fossile, Dr. Henning Zellmer.

Forschungsstätte erhalten

Die Gesellschaft habe noch Großes vor, das durch die Einnahmen der Einhornhöhle nicht gedeckt werde. Anders als die Stätten des UNESCO-Weltkulturerbes würden UNESCO-Geoparks nicht durch das Land Niedersachsen gefördert. Deshalb müssten andere Wege gefunden werden, um das Land für eine Kooperation zu gewinnen. „Auf Dauer schaffen wir das nicht allein durch Eintrittsgelder, wenn wir eine Forschungsstätte bleiben wollen“, betonte Zellmer.

„Wir wollen den Neandertaler natürlich auch noch finden“, schloss sich Dr. Ralf Nielbock an. Die Einhornhöhle als Teil des Geoparks biete den Besuchern bisher 60 Installationen in der Landschaft, wo die Besucher Geologie hautnah erleben könnten. Dieses Angebot auszubauen, sei ein vorrangiges Ziel.

Ausgrabungsstelle verwaist

Vorstellbar sei beispielsweise die Möglichkeit für Gäste, an Live-Ausgrabungen teilzunehmen. Allerdings sei die Ausgrabungsstelle bereits seit drei Jahren aus finanziellen Gründen verwaist. Das zeige deutlich, dass es einer Förderung durch öffentliche Mittel bedarf.

Isabell Reuter vom Regionalverband Harz, einem der zwei Trägervereine des Geoparks, betonte, dass der Schutz des geologischen Erbes einhergehe mit der Vermittlung wissenschaftlicher Erkenntnisse. „Die Geologie ist Basis, aber wir sind kein Geologie-Park, sondern richten uns an interessierte Laien.“ Durch Geopfade, Publikationen und eben durch die Informationszentren würden Fenster zur Erd- und Bergbaugeschichte geschaffen. Dass Einrichtungen von UNESCO-Auszeichnungen profitierten, zeige sich am Weltkulturerbe.

Die Einhornhöhle ist die erste Einrichtung, die als UNESCO-Informationszentrum ausgezeichnet wurde. Weitere neun sollen folgen. Auch für diese erhofft Reuter sich eine Attraktivitätssteigerung.

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