Aloha-Umbau: Die Hülle interessiert nicht

Leserbrief zum Artikel „Aloha soll Ende 2022 stehen“

Es fällt nicht leicht, die Beschlussvorlage 344/2019 – Genehmigung der weiteren Planung Aloha – sowie die Anlage dazu auf den Seiten der Stadt Osterode zu finden, und ich glaube, sie sind zurecht versteckt. Auf 30 Seiten beschäftigt sich die Planung damit, ob Hainbuchen oder Eichen gepflanzt werden, wie die Blumenbeete angelegt werden, welches Pflaster verlegt wird, wie Sitzbänke außen gestaltet sein können oder welche Pollerleuchten angeschafft werden sollen.

Mit feiner Ironie nennt Michael Paetzold (HK vom 30. April) eine „überraschende Planungstiefe“ – die ja doch nur vom Wesentlichen ablenkt, das eben nicht, wie der Bürgermeister ausführt den Ausbau, sondern einen Abbau des Aloha widerspiegelt.

Uns, die wir schwimmen wollen, interessiert nicht die Schiefer-Hülle, sondern der Inhalt. Wir halten Kosten von über 20 Millionen brutto für ein Bad, das kleiner als mancher Swimmingpool deutscher Hotels ist, für völlig überzogen, stellen fest, dass Reserven in Höhe von drei Millionen für weitere WIBO-Aufgaben geplant sind und eben nicht explizit fürs Aloha, dass fast vier Millionen Euro Baunebenkosten anfallen, dass der Neubau zukünftig kaum eine Kostenersparnis bringt.

Steckt die geplante eine Million Finanzierungskosten pro Jahr ab 2020 lieber in eine sukzessive, kontinuierliche Erneuerung des Altbestands, dann werdet ihr neben Kostenersparnis auch den Bürgerwünschen gerecht.

Ralf Diedrichs, Osterode

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