Kommentar

Bad Sachsa hilft sich selbst

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„Bürgerengagement und was es bewegen kann, dass hat die Facebook-Gruppe aus Bad Sachsa stets auf beste Art gezeigt.“

Bürgerengagement, Nachbarschaftshilfe, Schwächere unterstützen – all dies haben die Mitglieder der Facebookgruppe „Bad Sachsa hilft sich“ jahrelang nicht nur propagiert, sie haben es auch gelebt. Mit dem Ergebnis, dass eine virtuelle Gruppe ganz real ihre eigene Stadt und die Umgebung Stück für Stück immer ein kleines bisschen besser gemacht hat, gezeigt hat, dass gemeinsam viel erreicht werden kann.

Insofern steht eines fest: „Bad Sachsa hilft sich“ wird der Stadt Bad Sachsa fehlen. Denn gefühlt waren die Mitglieder, koordiniert und organisiert durch die Administratorinnen, immer dann zur Stelle, wenn es irgendwo brannte. Geld für den Stadtwald, ein Hundesitter, Spenden für Geflüchtete, usw. – gefühlt war man immer dabei, andere zu unterstützen.

Und wenn es nicht um direkte Hilfe für ein besonderes Projekt ging, überlegte man sich Aktionen, um einfach miteinander Spaß zu haben, die Dorf- bzw. Stadtgemeinschaft zu stärken. Dieses Gefühl von Zusammengehörigkeit sollte hoffentlich auch ein Vermächtnis der Gruppe sein, die Bad Sachsaer sollten gelernt haben, dass sie sich nur austauschen müssen, um etwas zu erreichen.

Eines steht aber auch fest: Das Ende der Gruppe ist gleichermaßen schade wie nachvollziehbar. Die Taktung, mit der Aktionen fast schon erwartet wurden, war zu hoch. Man darf nicht vergessen, dass alles was die Administratorinnen leisten, ehrenamtlich verläuft. Und eines ist sicher: Nur das normale Moderieren in einer Facebookgruppe ist oftmals ein Fulltimejob. Da ist von Aktionen oder gar Sammlungen noch überhaupt nicht die Rede. Auch ist problematisch, dass solche Gruppen mit einer gewissen Größe und Reichweite irgendwann gern von Personen genutzt werden, um ihre Sicht der Dinge zu verbreiten.

Insofern: Der Zeitpunkt für das Ende ist richtig, die Einwohner von Bad Sachsa sollten gelernt haben, wie man sich hilft.