Silvester 2021: Ein großes Event statt privater Feuerwerke?

Bad Sachsa  Der Bad Sachsaer Ratsherr Simon Metzger hat sich Gedanken gemacht, welche Lehren man aus dem Jahreswechsel 2020 ziehen kann.

Der Kreisel vor dem Bad Sachsaer Rathaus. In der Silvester-Nacht wird hier sonst groß Feuerwerk abgebrannt. Im Jahr 2020 blieb es hingegen ruhig und auch sauber dort. 

Der Kreisel vor dem Bad Sachsaer Rathaus. In der Silvester-Nacht wird hier sonst groß Feuerwerk abgebrannt. Im Jahr 2020 blieb es hingegen ruhig und auch sauber dort. 

Foto: Simon Metzger / Privat

Das Jahr 2021 hat gerade begonnen – und doch macht sich der Bad Sachsaer Simon Metzger, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen im Stadtrat seine Gedanken, wie der Jahreswechsel zum Jahr 2022 vollzogen werden kann. Seine Idee: ein Silvester-Event – sofern dies möglich ist, um weg von den kleinen, einzelnen Feuerwerken zu kommen. Dies soll gleichermaßen Menschen, Tieren und der Natur helfen, so sein Fazit.

Zunächst aber hat der Bad Sachsaer eine Bilanz zum Jahreswechsel am Wochenende gezogen. „Dieses Silvester war sehr viel ruhiger als die Jahreswechsel zuvor – und obwohl, der Anlass dieser Ruhe sehr traurig ist - dass wir aufgrund vieler Corona-Patienten um das Funktionieren unserer Krankenhäuser bangen müssen und große Zusammenkünfte nicht möglich sind -, können wir einiges daraus lernen. Silvester und speziell Feuerwerk an Silvester hat viele negative Auswirkungen“, wie er in einer Pressemitteilung betont. Zum einen gebe es die negativen Auswirkungen für die Umwelt. „Durch die vielen Böller und Raketen wird unfassbar viel Müll produziert und Feinstaub ausgestoßen – darunter leiden Tiere und Pflanzen.“ Weiterhin gebe es negative Auswirkungen für die Gesundheit durch Feuerwerk. „Den Feinstaub einatmen zu müssen, auch wenn selbst nichts gezündet wird, ist insbesondere für Vorerkrankte mit Atemwegserkrankungen eine Zumutung. Auch die Lautstärke kann Kinder oder andere Menschen belasten.“

Feuerwerksreste sorgen für hohe Kosten bei Bad Sachsas Stadtreinigung

Aber auch die Stadtreinigung in Bad Sachsa werde durch den Brauch, Feuerwerk abzubrennen deutlich belastet. „In Bad Sachsa wird beispielsweise ein Sechstel der jährlichen Straßenreinigung – die über Gebühren von allen Bürger*innen bezahlt wird – für das Reinigen nach Silvester verwendet. Natürlich ist es grundsätzlich richtig, dass wir gemeinsam für ein gutes Stadtbild verantwortlich sind. Aber ich finde nicht dafür, dass einige Menschen ihren Müll einfach auf der Straße und in (teilweise) fremden Gärten liegen lassen. Würde jemand solche Mengen Hausmüll öffentlich verstreuen, wäre das wohl kaum akzeptabel“, verdeutlicht der Fraktionsvorsitzende. Auch für die Tiere habe Silvester mit Feuerwerk negative Auswirkungen. „Besitzer*innen von Haustieren wissen um den Stress, den Lichter und Knallerei bei ihren Haustieren auslösen. Auch viele Wildtiere leiden oder sterben sogar an den Folgen der Silvester-Knallerei.“ Abschließend geht es dem Ratsherrn auch um Gerechtigkeit. „Nicht selten werden Feuerwerkskörper unter unmenschlichen Bedingungen und auch von Kindern hergestellt.“

Auf die Frage, wie man all diesen negativen Auswirkungen begegnen könne, hat er auch bereits eine Antwort. „Ich selbst genieße professionelle Feuerwerke – vorletztes Jahr verbrachte ich Silvester in Köln bei meinem Bruder und fand es ein schönes Event, dass sich Menschen an einer belebten Straße trafen, um mit Sicherheitsabstand - zum Feuerwerk, damals natürlich noch nicht zueinander, ein richtig gutes professionelles Feuerwerk zu bestaunen. Niemand vermisste die häufig kleinen, aber überteuerten Raketen, die Menschen privat in die Luft steigen lassen“, teilt er seine Eindrücke mit.

Erste Gespräche für das Silvester-Event geführt

Aus diesem Grund habe er bereits letzten Sommer erste Gespräche in Bad Sachsa geführt, um für Silvester 2021/22 ein Silvester-Event am Schmelzteich voranzutreiben. „Mit einem öffentlichen Feuerwerk - vielleicht in Kooperation mit den beiden großen Hotels, den städtischen Gesellschaften und der lokalen Gastronomie, ein paar Essensbuden und Getränkewagen könnte so recht einfach ein lohnendes Event geschaffen werden, dass viele Menschen veranlasst, privates Feuerwerk zu unterlassen. So könnten wir lokal zu einer deutlichen Eindämmung ausufernden Feuerwerks beitragen und gleichzeitig einen richtig schönen Jahreswechsel gemeinsam feiern. Diese Eindämmung würde die negativen Folgen örtlich, wie auch von der Menge her deutlich begrenzen und gleichzeitig Gemeinschaft fördern“, beschreibt Simon Metzger seine Idee.

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