Ferienpark im Borntal: 82 Ferienhäuser sollen entstehen

Bad Sachsa.  Beim Besuch vor Ort informierte sich die CDU-Kreistagsfraktion über den Planungsstand der Ferienanlage in Bad Sachsa.

Die CDU-Kreistagsfraktion besuchte das Borntal in Bad Sachsa.

Die CDU-Kreistagsfraktion besuchte das Borntal in Bad Sachsa.

Foto: Thorsten Berthold / HK

Das Gelände im Borntal ist wahrhaft durch die Kinder des 20. Juli geschichtsträchtig. Wie auf dem Areal, wo später auch eine Kinderklinik untergebracht war, nun die Zukunft des Tourismus gestaltet werden soll, davon konnten sich die Mitglieder der CDU-Fraktion im Göttingen Kreistag vor Ort überzeugen. Auf dem 6.000 Quadratmeter großen Areal sollen insgesamt 82 Ferienhäuser entstehen und zu einem weiterem Motor im für die Uffestadt wichtigsten Wirtschaftszweig, dem Tourismus werden.

Eingangs gab Sven Jung, stellvertretender Fraktionsvorsitzender der CDU im Bad Sachsaer Stadtrat, sowie Kandidat der Christdemokraten bei der Bürgermeisterwahl am 22. November, einen Überblick über die Situation vor Ort. Die Planungen an sich seien überwiegend abgeschlossen, was nun noch fehle sei die Baugenehmigung für die Ferienanlage.

82 Häuser sollen entstehen

Jung ging aber auch auf die aktuelle Situation der Uffestadt gegenüber den Kreispolitikern ein – und diese sei besser wie sie oftmals nach außen dargestellt werde. „Wir werden überleben, wir sind finanziell gut aufgestellt, der Tourismus funktioniert“, erklärt Jung auch mit Blick auf die vom CDU-Kreisfraktionsvorsitzenden Andreas Körner angesprochene gescheiterte Dreierfusion Bad Sachsas mit der Stadt Bad Lauterberg und der Gemeinde Walkenried. Jung wies auch auf einen neuen wichtigen Plan, den Bau des Radweges zwischen Branderode und Neuhof hin, für den er sich Unterstützung seitens der CDU im Kreistag erhoffe – und diese wurde ihm auch zugesichert. „Das Fahrrad hat einen hohen Freizeitwert und das nicht erst durch Corona“, betonte Körner.

Architekt Hartmut Meissner erläuterte dann den geplanten Ferienpark, für den 82 Häuser gebaut werden sollen, die allesamt vermietet werden. Erste Planungen habe es bereits im Jahr 2012 gegeben, allerdings habe man da wegen der weltweiten Wirtschaftskrise keine Investoren gefunden. Weiterhin habe der Denkmalschutz und dessen Auflagen wegen der Kinder des 20. Juli 1944, die in Gebäuden, die heute noch auf dem Areal stehen, untergebracht waren, noch einmal drei Jahre gekostet. Anfang diesen Jahres sei nun alles geklärt worden in dem Bereich und aktuell würden nur noch wenige Gutachten fehlen, dann könne man die Baugenehmigung beantragen bzw. erhalten.

Hochkonjunktur im Baugewerbe

Hartmut Meissner wies auch darauf hin, dass die Umsetzung des Projektes aktuell auch schwierig sei, da im Baugewerbe Hochkonjunktur herrsche, man beispielsweise Monate allein auf einen Vermesser oder Gutachter warten müsse. Auch die Abfuhr der bereits abgerissenen Häuser der ehemaligen Kinderklinik erfolge deshalb noch nicht, „die Firma hat schlicht keine Fahrer mehr frei um dies zu tun. Wir müssen also warten“. Der Architekt geht, nach erfolgter Baugenehmigung, von einem Jahr Bauzeit aus und einem Start im Jahr 2021.

Die Frage der Kreistagsmitglieder, ob Bad Sachsa denn einen so großen Bedarf an Ferienwohnungen habe, betonten Meissner wie Jung eindeutig Ja. „Die Häuser sind in einem hohen Standard und das Risiko beim Bau trägt allein der Investor“, sagt Hartmut Meissner. „Die Stadt freut sich dann über zusätzliche Einnahmen wie beim Gästebeitrag“, fügt Sven Jung hinzu. Er verweist auch darauf, dass die Stadt diesen Ferienpark benötige, da es eben keine Industrie oder ähnliche gebe. Man liege zur an der B 243 und A 38, aber alles rausche an Bad Sachsa vorbei, auch wenn man mitten in Deutschland liege. „Erlebnisbad, Eislaufhalle, Kletterpark, Gastronomie und Wohnen – in Bad Sachsa habe ihr alles was man als Tourismusstandort braucht, von daher ist es richtig darin zu investieren, wir unterstützen das daher gern“, betonte Andreas Körner ausdrücklich.

Aber nicht nur der neue Ferienpark war Thema beim dem Gespräch, vom Borntal ging der Blick auch hoch gen Ravensberg. Andreas Körner erinnerte noch einmal daran, dass der ehemalige Bürgermeister Dr. Axel Hartmann lange davon gesprochen habe, auf dem einzigen befahrbaren Berg im Harz ein Resort entstehen zu lassen. Sven Jung erklärte, dass dieser Plan allein schon aufgrund der nicht vorhandenen Infrastruktur kaum zu realisieren sei. „Strom, Wasser und Abwasser – alles muss dort erst neu gelegt werden für Kosten in Millionenhöhe.“ Er sprach auch dafür aus, dass man den vorhandenen Berghof ertüchtigen solle, warb für eine kleine Lösung.

In dem Zusammenhang sprachen einige Fraktionsmitglieder an, ob der Berghof aktuell bewirtschaftet werde. Jung erklärte, dass die von einer der Städtischen Gesellschaften, der Bad Sachsa Holding vorgenommen werde. „Wir haben vieles aus der Stadt heraus genommen und in die Gesellschaften gegeben.“ Darunter zählten Grünflächenpflege ebenso wie der Betrieb des Berghofes. Für den stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden der CDU im Stadtrat ein Vorteil für beide Seiten: „Die Gesellschaften können privatwirtschaftlich – und damit einfacher arbeiten wie die Stadt“, teilte er seine Einschätzung mit.

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