In Bad Sachsa: Natur erleben von Klein auf

Bad Sachsa.  Ob eine Waldkindergartengruppe als Ergänzung des Kinderbetreuungsangebotes in Bad Sachsa entstehen kann, soll geprüft werden.

Mehrere Kinder Spielen mit Matsch im Wald (Symbolbild).

Mehrere Kinder Spielen mit Matsch im Wald (Symbolbild).

Foto: Andreas Arnold / dpa

Ein Kindergarten ohne Dach und Wände – so wird häufig ein Waldkindergarten definiert. Das Leben, Spielen und Lernen findet mitten in der Natur statt, fester Anlaufpunkt ist meist ein umgestalteter Bauwagen. In Bad Sachsa soll kein kompletter Kindergarten, aber zumindest eine Waldkindergartengruppe mit 15 Plätzen entstehen. Einstimmig empfahlen die Mitglieder des Jugend-, Schul-, Sport-, Kultur- und Sozialausschusses dem Stadtrat, den Antrag der Fraktion der Grünen, dass die Verwaltung Bad Sachsa entsprechend die Optionen für die Einrichtung eruieren soll.

„Die Kindergartenplätze in Bad Sachsa sind ausgelastet, eine neue Gruppe einzurichten ist politisch geboten“, erklärt Simon Metzger, Fraktionsvorsitzender der Grünen und Mitglied im Ausschuss den Hintergrund. Er verwies darauf, dass es in Bad Sachsa bereits ein gutes und breites Angebot an Kinderbetreuung gebe, man aber weitere Plätze benötige.

Keine Konkurrenz zum bestehenden Angebot der Betreuung

Dabei, so betont Metzger, sei es vollkommen offen, wie die Trägerschaft der Gruppe laufen solle, es gehe einfach darum zu schauen, ob es möglich sei, so etwas anzubieten. Er verwies darauf, dass in Osterode in diesem Jahr eine solche Gruppe eingerichtet wurde. „Die Kinder lernen draußen einfach anders – und manche meinen sogar besser wie in normalen Einrichtungen.“ Metzger wollte die mögliche neue Gruppe aber keinesfalls als Konkurrenz zum bestehenden Angebot bei der Kinderbetreuung sondern als Erweiterung verstanden wissen.

Abschließend betonte der Kommunalpolitiker, dass ein weiterer Vorteil sei, dass diese Kindergartengruppe mit geringen Kosten entstehen könne – und sofern es keinen Bedarf mehr gebe, auch schnell wieder aufgelöst werden könne. Davon geht der Grünen-Fraktionsvorsitzende aber nicht aus: „Auf keinen Antrag wie diesen wurde ich so oft angesprochen. Es gab sogar schon Personen, die qualifiziert sind und ihre Mitarbeiter angeboten haben“, freute er sich über das Feedback im Vorfeld der Ausschusssitzung.

Bei den weiteren Ausschussmitgliedern herrschte die Meinung überwiegend vor, dass man einen Versuch unternehmen solle, die Gruppe einzurichten. Der Ausschussvorsitzende Frank Kellner (SPD) erklärte, dass man im Vorfeld auch nach Personal suchen und den Bedarf bei Eltern ermitteln müsse.

Schäden am Wald: Sicherheit muss überprüft werden

Sven Jung (CDU) betonte, dass er grundsätzlich für das Projekt sei, Probleme aber beim Stadtwald sehe, der durch Sturm, Trockenheit und Borkenkäfer in einem schlechten Zustand sei. „Ich finde es in der jetzigen Situation des Waldes schwierig so etwas umzusetzen, vor allem aus Sicherheitsgründen“, skizzierte er seine Überlegungen.

Verwaltungschef Uwe Weick verwies darauf, dass er wie auch seine Frau Antje Weick, der Leiterin des Kinderbüros, bei der die Kindertagesstätten angesiedelt sind, in der Vergangenheit mehrfach über eine solche Gruppe nachgedacht hätten. „Allerdings ging es zu diesem Zeitpunkt dem Wald deutlich besser“, fügte Weick hinzu.

Finanzierung erfolgt über die Kommune

In Bezug auf die Finanzierung des Projektes verwies Antje Weick darauf, dass die Kosten die Kommune stemmen müsse. Wie ihr Mann auch sei sie aber von der Idee der Waldkindergartengruppe angetan.

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