Keine Wohnmobilstellplätze auf dem Wiedaer Sportplatz

Wieda.  Nach kontroverser Diskussion stimmt der Ortsrat Wieda mehrheitlich gegen eine Umnutzung des Platzes. Aber auch eine Alternative wurde besprochen.

Der Eingang zum Sportplatz in Wieda. Für Wohnmobile bleiben die Tore geschlossen.

Der Eingang zum Sportplatz in Wieda. Für Wohnmobile bleiben die Tore geschlossen.

Foto: Thorsten Berthold / HK

Der Tourismus in Wieda soll gestärkt werden - darin sind sich die Mitglieder des Ortsrates durchweg einig. Das auch Wohnmobilisten als Gäste gern willkommen sind auch -- aber sie sollen nicht ihr Heim auf Zeit auf dem Sportplatz aufschlagen können. Mit 2:1-Stimmen bei zwei Enthaltungen lehnte das Gremium die Beschlussfassung über die Umnutzung des Sportplatzes Wieda, die Ratsfrau Christiane Hellberg (SPD) einbracht hatte, ab – wobei sich die CDU-Fraktion geradezu empört über die Idee allein zeigte. Aber am Ende wurde auch eine Alternative für Stellplätze aufgezeigt, die sogar in unmittelbare Nähe liegt.

Hellberg: „Vieles zerfällt im Ort“

Ausgangspunkt war, so erklärte Hellberg ihr Ansinnen eine Begehung in Wieda, die sie im Frühjahr vorgenommen hatte. „Wir haben so viele schöne Sachen und die zerfallen einfach, weil sich niemand darum kümmert.“ Dazu zählte sie auch den Sportplatz, der aus ihrer Sicht maximal noch als Bolzplatz zu gebrauchen sei, der verwahrlost aussehe. Da zudem Camping bzw. Urlaub mit Wohnmobil oder Caravan im Trend liege, habe sie sich überlegt, ob man nicht den Sportplatz umnutzen könne, auch um Geld für die Kommune zu generieren.

„Wir könnten einen Automaten aufstellen, damit keine Personalkosten für die Kontrolle der Camper aufkommen“, erläuterte sie weiter. Ein weiterer Vorteil sei, dass es am Grillplatz Toiletten gebe, das Restaurant der Schützen direkt daneben liege, der Platz sehr zentral im Ort liege. „Wir sollten auf jeden Fall einmal etwas versuchen und unsere Liegenschaften nicht nur verkommen lassen, sondern gezielt nutzen. Wieda ist einfach ein schöner Ort, das sollten viel mehr Menschen sehen können.“

Überlegungen sind ein Affront für die CDU

Aus diesem Grund, so sah ihr Beschluss vor, solle die Verwaltung evaluieren, wie man den Sportplatz mit möglichst geringem Aufwand in einen Stellplatz umwandeln könne.

Für Klaus Marx (CDU) waren diese Überlegungen ein Unding. Einmal pro Woche trainierten etwa 10 bis 20 Personen aus der gesamten Region auf dem Platz, dieser am Ende etwa neun Monate im Jahr belebt. Zudem seien der Belag in Teilen sowie die Fluchtlichtanlage erneuert worden. Weiterhin befinde sich das Vereinsheim des WSV Südharz auf dem Platz, dass auch regelmäßig genutzt werde. „Ich kann nicht verstehen, warum die SPD das alles platt machen will“, machte er seinem Ärger Luft. Wenn es darum gehe, Wohnmobilstellplätze zu schaffen, würde dies besser am Grillplatz oder am ehemaligen Schwimmbad funktionieren.

Sein Fraktionskollege Klaus-Erwin Gröger zeigte sich ebenfalls enttäuscht über das Vorgehen – und verwies zudem darauf, dass die Idee seiner Ansicht nach schlicht nicht finanzierbar sei. „Wohnmobile auf einen Kunstrasensportplatz zu stellen funktioniert nicht, zudem braucht es auch Anschlüsse für Strom und Wasser.“

Andere Option vorgeschlagen

Und genau hier sah er einen anderen Platz als Option für einen Versuch – das Areal am Grillplatz vor dem Schützenhaus. „Dort liegen alle notwendigen Leitungen, die Toiletten sind direkt vor Ort – und ich weiß, dass die Schützengesellschaft einer solchen Idee nicht abgeneigt ist.“ Dass der Trend zum Camping und Caravaning da sei, sei für ihn unumstritten. „Aus diesem Grund sollten wir testweise Schilder aufstellen die auf die Fläche hinweisen und sehen, wie es angenommen wird.“

Am Ende wurde nach hitziger Diskussion über die Beschlussfassung über den Sportplatz abgestimmt – und diese mehrheitlich abgelehnt. Einstimmig sprach man sich aber auch dafür aus, die touristische Vermarktung Wiedas durch Projekte wie Wohnmobilstellplätze evaluieren zu lassen.

Auch in Walkenried wird das Thema Wohnmobilstellplätze diskutiert:

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