Südharz

Landesforstmann informiert Regionalbischöfin über Lage im Wald

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Hendrik Rumpf von den Niedersächsischen Landesforsten informierte Regionalbischöfin Adelheid Ruck-Schröder in Bad Lauterberg über die momentane Situation des Waldes im Harz.

Hendrik Rumpf von den Niedersächsischen Landesforsten informierte Regionalbischöfin Adelheid Ruck-Schröder in Bad Lauterberg über die momentane Situation des Waldes im Harz.

Foto: Christian Dolle / Kirchenkreis Harzer Land

Bad Lauterberg.  Als Forstbesitzer haben auch die Kirchengemeinden im Harzer Land ein Interesse daran, wann der Wald wieder Gewinne abwirft

Etliche Kirchengemeinden im Harzer Land verfügen über eigene Forstgebiete. Mehr als 250 Hektar Wald sind es insgesamt im Kirchenkreis – doch wie überall haben die Bäume unter der Trockenheit der vergangenen Jahre gelitten, die Holzwirtschaft auf den Flächen befasst sich nur noch mit der Aufforstung, so dass vielleicht in 30 Jahren wieder mit Erträgen zu rechnen ist.

Diese besorgniserregende Situation war Anlass, im Rahmen des Besuchs von Regionalbischöfin Adelheid Ruck-Schröder mit Hendrik Rumpf von den Niedersächsischen Landesforsten in den Wald zu gehen. Rumpf informierte in Bad Lauterberg über die momentane Situation des Waldes und die Strategien, ihn umzuwandeln und angesichts der sich verändernden Bedingungen robuster zu machen.

Ziel klimastabiler Wald

Totholz werde größtenteils stehengelassen, erklärte er die für viele ungewohnten und erschreckenden Anblicke im gesamten Harz – doch auf jeden Fall müsse man noch in den Wald hineinkommen, um bei Bränden wie jüngst um den Brocken handlungsfähig zu bleiben. Auch wenn das Wild sich durch die toten Flächen verlagert, müsse es an anderen Orten bejagt werden, betonte Rumpf. Das langfristige Ziel sei ein klimastabiler Wald.

Diese Entwicklung ist nicht neu, auch in den vergangenen Jahren wurde dafür schon einiges auf den Weg gebracht. In den nächsten 15 Jahren aber soll nun definitiv der Umbau auf Mischbestände erfolgen. Buche, Douglasie, Lärche, Weißtanne und andere Bäume werde präferiert, doch müsse an Baumarten und auch an Techniken manches schlicht ausprobiert werden, weil es nur unzureichend Erfahrungswerte gebe, um einen klaren Plan vorzugeben. „Man weiß noch nicht alles, denn mit solch extremen Bedingungen hat niemand gerechnet“, sagte der Forst-Betriebsdezernent.

Erfolg ungewiss

Die Wasserspeicher aus dem Boden seien gerade schnell aufgebraucht, im Grunde fehle ein komplettes Jahr an Niederschlag. Die Fichten, die durch die Trockenheit und den Borkenkäfer auf vielen Flächen verschwunden sind, werden also durch andere Baumarten ersetzt, zum Teil auf Erfahrungen gestützt, zum Teil aber auch nach dem Trial-and-Error-Prinzip.

Letztlich soll eine naturnahe Waldbewirtschaftung möglich sein, ein anderer Ansatz als im Nationalpark, wo der Wald eben nicht wirtschaftlich genutzt wird. Naturwald und Nutzung stehen sich oft entgegen, räumte Rumpf ein. Doch Ziel der Landesforsten und auch der kirchlichen Flächen sei es natürlich, irgendwann wieder Erträge zu erzielen.

In den kommenden Jahren müsse jedoch in den Wald investiert werden, auch wenn es da unterschiedliche Meinungen gibt, ob das angesichts der derzeitigen Lage überhaupt lohnt. Die Annahme, dass es in 30 Jahren wieder gesunde Waldflächen und somit Erträge geben kann, beruht immerhin auf der Grundlage „normaler“ Verhältnisse.