Die drei Aufgaben der Odertalsperre

Bad Lauterberg  Das Bauwerk ist multifunktional: Es schützt vor Hochwasser und großer Trockenheit und produziert Strom.

Der über 50 Meter hohe Damm der Odertalsperre: rechts die Hochwasserentlastungsanlage, links das Wasserkraftwerk. Der Stausee im Vordergrund gehört zum Unterwasserbecken.

Der über 50 Meter hohe Damm der Odertalsperre: rechts die Hochwasserentlastungsanlage, links das Wasserkraftwerk. Der Stausee im Vordergrund gehört zum Unterwasserbecken.

Foto: Rolf Steinke / HK

Vor nunmehr 87 Jahren ist die Odertalsperre samt Kraftwerk in Betrieb genommen worden. „Sie dient nicht der Trinkwassergewinnung, sondern allein dem Hochwasserschutz, der Niedrigwasseraufhöhung und der umweltfreundlichen Energieerzeugung“, berichten die Harzwasserwerke (HWW) auf ihrer Internetseite.

In „Rund um den Hausberg“ von 1975 schrieb Max Walsleben, dass es an der Oder früher fast jedes Jahr Hochwasser gegeben habe. Er nennt besonders die Silvesternacht von 1925 auf 1926. „Das Ringen des Menschen gegen und um das Wasser hatte damit ein Ende erreicht“, schrieb er: Vor den Fluten schützt die Staumauer, sie ist ein Erddamm mit Betonkern. Das Bauwerk kann bis zu 30,61 Millionen Kubikmeter Wasser speichern.

Das Kraftwerk versorgt rund 1.500 Haushalte

Und durch ihr Kraftwerk versorgt die Odertalsperre ,den HWW zufolge rund 1.500 Haushalte mit grünem Strom. Fr. Oppermann, Ingenieur und Betriebsleiter der Deutschen Baryt-Industrie hatte das Kraftwerk einst vorgeschlagen, um den Bau zu finanzieren.

Dritte Aufgabe des Stausees in Bad Lauterberg ist die sogenannte Niedrigwasseraufhöhung: Mit dieser verhindern wir in niederschlagsarmen Zeiten, dass zahlreiche Fließgewässer unterhalb der Talsperren zu kleinen Rinnsalen werden oder sogar gänzlich austrocknen. Dazu geben wir das in den Talsperren gespeicherte Wasser reguliert an die Gewässer ab“, so die HWW. Der Stausee wird zudem für Wassersport wie Angeln oder Surfen genutzt. Momentan lädt er allerdings nur zum Staunen ein, wenn sich beispielsweise verschneite Harzer Berge in der Wasseroberfläche spiegeln.

Die Harzwasserwerke wollen Betrieb optimieren

Die Harzwasserwerke wollen den Betrieb optimieren, informierte das Unternehmen in einer Mitteilung, in der es um die Bewilligung des weiteren Betriebs bis 2045 ging (wir berichteten). „So wird zum Beispiel auf Basis aktueller extremer Hochwasserganglinien der Hochwasserückhalteraum vergrößert und der Talsperrenbetrieb insgesamt ökologischer ausgerichtet werden“, sagte Arndt Schulz von der Talsperrenaufsicht des Niedersächsischen Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz.

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