Verein „Mobiles Eisdorf“ nimmt an Bundeswettbewerb teil

Eisdorf.  Für die Eisdorfer kann noch bis zum 1. November bei „Gemeinsam stark sein“ abgestimmt werden. Es geht um originelle Konzepte für den ländlichen Raum.

Marlies Flohr übergibt Fahrdienstler Wolfgang Schmidt den Einkaufskorb.

Marlies Flohr übergibt Fahrdienstler Wolfgang Schmidt den Einkaufskorb.

Foto: Petra Bordfeld / HK

Eisdorf nimmt im Rahmen des Leaderprojekts „Unser Dorf fährt elektrisch“ an dem Bundeswettbewerb „Gemeinsam stark sein“ der Deutschen Vernetzungsstelle Ländliche Räume (DVS) teil. Die DVS ermittelt alle zwei Jahre originelle und erfolgreiche Konzepte, die sich im und für den ländlichen Raum einsetzen. Abgestimmt werden darf bis zum 1. November unter folgender Adresse: www.dvs-wettbewerb.de/abstimmung. Was „Mobiles Eisdorf“ bewegt.

Als eins von acht Dörfern der Landkreise Göttingen und Northeim, reichte Eisdorf bereits vor geraumer Zeit ein überzeugendes Konzept ein und gewann damit eine Ladeinfrastruktur im Wert von 24.000 Euro zusammen mit dem ersten Preis in Höhe von 7500 Euro für die Anschaffung eines E-Autos.

73 Mitglieder bei „Mobiles Eisdorf“

So hat es der Verein „Mobiles Eisdorf“ in den vergangenen zwei Jahren seines Bestehens geschafft, für die bisher 73 Mitglieder eine kostengünstige sowie umwelt- und klimaschonende Mobilität durch das angeschaffte Elektroauto zu ermöglichen. Das ist insbesondere für die Einwohner hilfreich, die ihr Fahrzeug nur eingeschränkt nutzen können oder gar keins besitzen.

Zu dieser Gruppe gehört auch Marlies Flohr. Sie nutzt schon seit langem den ehrenamtlichen Fahrdienst des Vereins für Arztbesuche oder Einkäufe, da sie selbst kein Auto mehr fährt.

Aktuell gibt es zehn Vereinsmitglieder, die sich für diesen Dienst zur Verfügung gestellt haben. Notwendige Fahrten zum Arzt oder in die Klinik wurden bisher reibungslos durchgeführt. Gleiches gilt für den Einkauf. „Ich habe großes Vertrauen zu denen, die diesen Weg für mich seit der Corona-Zeit erledigen“. Denn es wird den Fahrern oder Fahrerinnen nicht nur der Einkaufszettel und der Korb überlassen, sondern auch die Geldbörse. „Dieser Fahrdienst ist einfach eine sehr gute Idee.“

Zweites E-Auto ist in Planung

Wolfgang Schmidt ist seit kurzem als Fahrdienstler dabei. Für ihn ist es ein schönes Gefühl zu wissen, dass die Nutzer sich sehr über die Vereinsangebote freuen und die Anerkennung der ehrenamtlichen Hilfe immer wieder zu spüren ist. Um den Fahrdienst weiter auszubauen, ist in Planung, dass in absehbarer Zeit ein zweites E-Auto eingesetzt werden soll. Vor der Pandemie wurde Marlies Flohr jeden Donnerstag mit zwei weiteren Frauen zum Einkaufen gefahren. Vielleicht ist dieses gemeinschaftliche Erlebnis bald wieder möglich, so ihre Hoffnung. Sie würde dem „Mobilen Eisdorf“ sofort den ersten Platz geben, wenn es einen Wettbewerb gäbe, so die gebürtige Eisdorferin.

„Mobiles Eisdorf“ bei Wettbewerb

Den gibt es tatsächlich, denn die Deutsche Vernetzungsstelle Ländliche Räume (DVS) will mit dem Wettbewerb „Gemeinsam stark sein“ originelle und erfolgreiche Projekte der ländlichen Entwicklung auszeichnen, die in der Leader-Region (Verbindung zwischen Aktionen zur Entwicklung der ländlichen Wirtschaft) und ILE-Region (integrierte ländliche Entwicklung) entstanden sind. An diesem Wettbewerb wird das Projekt „Mobiles Eisdorf“ teilnehmen.

Einen der ersten drei Plätze kann der Verein jedoch nur erlangen, wenn genügend Bürger-Stimmen zusammenkommen. Der Vorstand sowie die Mitglieder des Vereins hoffen auf viele Stimmen für ihr Projekt und würden eine Platzierung auf einem der vorderen Plätze als eine schöne Anerkennung sehen.

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