260 Menschen sehen Kulturschmiede-Konzert im Internet

Förste.  Vom Wohnzimmer ins Wohnzimmer: Frank Bode und Anja Hampe spielten ein Konzert wegen der Corona-Krise im Livestream.

Anja Hampe und Frank Bode spielten für ihr unsichtbares Publikum und erhielten dafür online viel Lob.

Anja Hampe und Frank Bode spielten für ihr unsichtbares Publikum und erhielten dafür online viel Lob.

Foto: Daniel Li

Die Corona-Krise stellt nicht nur eine Gefahr für Gesundheit und Wirtschaft, sondern auch für die Kultur dar. Dem ist sich die Kulturschmiede Osterode sehr schnell bewusst geworden, nachdem etliche Veranstaltungen abgesagt werden mussten. Doch Not macht erfinderisch und so kam die Idee auf: Warum die Kultur nicht ins heimische Wohnzimmer übertragen? Mit Know-how und Teamwork konnte so am Freitagabend das abgesagte Akustik-Konzert, das ursprünglich in der St. Martin-Kirche in Förste stattfinden sollte, kurzerhand ins Internet verlegt werden. Zwar in kleinerer Besetzung, aber dafür mit umso mehr Power und guter Laune sorgten Anja Hampe und Frank Bode für ein musikalisches Erlebnis.

Und die Resonanz der „unsichtbaren Zuschauer“ war enorm: In der Spitze klickten sich zeitgleich 260 Menschen in das Förster Wohnzimmer rein. Kommentare wie „Toll, dass ihr das macht“, „Es ist so schön, euch zu lauschen“ und jede Menge Applaus-Emojis trudelten über den parallel laufenden Live-Chat ein. Und auch von der Möglichkeit, online für diese Aktion und die Künstler zu spenden machten die virtuellen Besucher reichlich Gebrauch.

In nur etwas über zwei Stunden schafften es Volker Huchthausen und zwei seiner Mitstreiter ein komplettes YouTube-Studio im Wohnzimmer der Eltern aufzubauen – alles mit dem notwendigen Sicherheitsabstand. „Ich bin aufgeregter als bei einem echten Live-Konzert“, bemerkte Frank Bode während des Tontests. Verständlich, war das Publikum doch gar nicht sichtbar und eine Resonanz nicht unmittelbar spürbar. Und auch hinter den Kulissen war Multitasking das A und O: Es wurden drei Kameras bedient, live geschnitten, Instagram-Stories erstellt und parallel gechattet – von drei Personen vor Ort.

Unterstützt wurden sie dabei über digitalem Wege von ihren Kulturschmiede-Kollegen, die sich andernorts um die Werbemaßnahmen, die Einrichtung von Spendenmöglichkeiten und die Betreuung der Follower kümmerten. Diese sendeten auf Aufruf fleißig Bilder von sich und ihren Wohnzimmern ein, in denen sie gemütlich dem Konzert beiwohnten.

„Mit dieser Aktion konnte die Kulturschmiede viele Menschen die derzeitige Krise für einen Moment vergessen lassen und gleichzeitig den Ausfall des ursprünglich geplanten Kirchenkonzerts ein Stück wettmachen. Wir sind sprachlos“, lautete das Fazit der Kulturschmiede angesichts der Zuschauerzahl und der eingegangenen Spenden. Und auch, wenn diese Krise überwunden ist und Konzerte wieder auf normalem Wege besucht werden dürfen, behält sich die Kulturschmiede vor, diesen neuen, digitalen Weg auch zukünftig weiter auszubauen.

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