Die Tiefgründigkeit bleibt auf der Strecke

Herzberg  In „100 Dinge“ versuchen sich Matthias Schweighöfer und Florian David Fitz gesellschaftskritisch.

Szene aus dem Film „100 Dinge“.

Szene aus dem Film „100 Dinge“.

Foto: Verleih

„100 Dinge“ mit Florian David Fitz und Matthias Schweighöfer besticht in erster Linie durch deftigem – wenn auch zuweilen recht flachem – Humor und viel nackter Haut. Die an sich bedeutungsschwangere Message, die der Film mit seiner dauerhaften Semi-Kritik an der Konsumgesellschaft immer wieder zu fokussieren versucht, bleibt bis zum Schluss aber eher oberflächlich. Schade eigentlich, denn genug Potenzial, das Thema gesellschaftskritisch aufzurollen, wäre durchaus vorhanden gewesen. Und die Frage, wie viele Dinge man eigentlich zum Glücklichsein benötigt, ist durchaus eine interessante.

Fitz und Schweighöfer verpassen aber den Anschluss an die Tiefgründigkeit und somit bliebt „100 Dinge“ während der gesamten 111 Minuten eben doch nur eine von vielen deutschen Buddy-Komödien, die augenscheinlich mehr fürs Auge denn fürs Hirn bietet. Sicherlich regt die eine oder andere Szene und das Hauptthema zum Nachdenken an, etwa, wenn es darum geht, wie Konsum- und Luxusgüter das „Loch in der Seele“ füllen, oder wie sich die Definition vom Glück im Laufe der Jahrzehnte derart verändert hat. Die Dialoge der Protagonisten dahingehend bleiben aber ebenso gehaltlos wie der Versuch, die Familie als einziges Gut zum Glück in den Fokus zu stellen.

Vieles an „100 Dinge“ wirkt schlichtweg konstruiert: die Affäre zwischen Schweighöfer und Miriam Stein, die auf Lügen fußt, zwischendurch tragisch bricht aber dann – und wie sollte es auch anders sein – in einem Happy End gipfelt oder etwa der Millionen-Deal zwischen den beiden Start-up-Gründern und dem amerikanischen Konzernboss. All das macht den Plot vorhersehbar. Das Schöne daran: Der Zuschauer hat 111 Minuten lang Zeit, sich über die Ulkereien und Sprüche der gutaussehenden Hauptdarsteller zu amüsieren.

Über je zwei Freikarten freuen können sich Stephanie Gebauer aus Herzberg, Lena Klapproth aus Hörden, Daniela Kumm aus Gittelde sowie Andrea Schmidt und Annika Bruns aus Osterode.

Das Urteil unserer Leser: Sehenswert: 1,86

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