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VW-Projekt Trinity: Steht die E-Limousine vor dem Aus?

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So stellte man sich die Trinity-Studie bislang vor. Nun deutet VW-Chef Thomas Schäfer an, dass eine flache E-Limousine vielleicht doch nicht das richtige Modell für den globalen Markt ist. Stattdessen könnte Trinity nun ein Elektro-SUV werden.

So stellte man sich die Trinity-Studie bislang vor. Nun deutet VW-Chef Thomas Schäfer an, dass eine flache E-Limousine vielleicht doch nicht das richtige Modell für den globalen Markt ist. Stattdessen könnte Trinity nun ein Elektro-SUV werden.

Foto: Volkswagen / HO / Volkswagen

Wolfsburg.  Beim VW-Vorzeigeprojekt Trinity steht nun alles auf dem Prüfstand: Die Software, der Fabrikneubau – und jetzt auch das Fahrzeugsegment.

Wolfsburg rätselt, ob VW am Bau einer neuen Fabrik in Warmenau festhält. Die Entscheidung soll nun bis Ende März fallen, wie Markenchef Thomas Schäfer in einem Interview mit dem Magazin Stern sagte. Verzögerungen bei der Softwareentwicklung waren bisher ein Argument für die Überprüfung des Trinity-Projekts, das hinter Warmenau steht. Nun stellt der Spitzenmanager auch das eigentliche Produkt in Frage. Schäfer bezweifelt offenbar, dass eine Limousine das richtige Modell für den globalen Markt ist.

Die Form muss eine „starke globale Anziehungskraft ausüben“

Damit wackelt eine weitere der bisherigen Konstanten. Trinity sollte eine elegante Elektro-Limousine mit hoher Reichweite und weit reichenden Optionen für das autonome Fahren werden. Aber Limousinen liegen vor allem im Volumenbereich im Gegensatz zu SUV’s nicht im Trend. „Ich bin nicht davon überzeugt, dass die ursprüngliche Projektannahme die beste war. Wir drehen jeden Stein um, um die richtigen Antworten zu finden und die besten Lösungen zu finden. Vielleicht ist es am besten, sich für ein Fahrzeug zu entscheiden, dessen Form eine starke globale Anziehungskraft ausüben kann. Das ist eine weitere Entscheidung, die wir in den nächsten Wochen bekannt geben werden“, sagt Schäfer in dem Stern-Interview. Damit werden jene Zweifler bestätigt, die der geplanten Limousine nicht jenes Volumen zugetraut hatten, die der Standort Wolfsburg so dringend braucht.

Eine neue Chance für Golf und Tiguan

Da Trinity ohnehin frühestens 2028 an den Start gehen kann, brachte der Markenchef im Stern auch die Überlegung ins Spiel, E-Modelle der VW-Klassiker Golf und Tiguan zu bauen. „Macht es Sinn, sie sterben zu lassen, wenn die Autos alle elektrisch sind, und diese beiden Vermögenswerte wegzuwerfen? Definitiv nicht. Mit der Trinity-Verzögerung können wir sicherlich einige Produkte nutzen, um eine Brücke zwischen den beiden Zeitaltern zu schlagen; ein Fahrzeug, das eine transversale Anziehungskraft haben kann, Mainstream, wahrscheinlich näher an der Silhouette eines Tiguan als an der eines Golf, vollelektrisch auf der Basis des MEB. Das ist eine weitere Entscheidung, die wir sehr bald bekannt geben werden“, betont Schäfer.