Verbraucher geben mehr Geld für Autos aus

Braunschweig.  Mitten in der Krise legen die Deutschen laut einer Studie immer mehr Wert auf hochwertigere und damit teurere Autos.

Premium-Modelle wie BMW, Mercedes oder Audi werden bei Neuwagen-Käufern beliebter.

Premium-Modelle wie BMW, Mercedes oder Audi werden bei Neuwagen-Käufern beliebter.

Foto: Ralf Hirschberger / dpa

Besser, schicker, umweltfreundlicher – die Lust der Deutschen auf höherwertigere Autos ist im Corona-Jahr 2020 gestiegen. Das zeigt der durchschnittliche Neuwagen-Preis, der in den ersten acht Monaten dieses Jahres um 8,1 Prozent auf 37.710 Euro nach oben geklettert ist, wie aus einer aktuellen Studie des Duisburger Car-Centers hervorgeht. Zuletzt ist der durchschnittliche Neuwagenpreis demnach vor zehn Jahren stärker angestiegen – nach der Abwrackprämie. Car-Direktor Ferdinand Dudenhöffer sieht in der Entwicklung eine „bemerkenswerte Renaissance des Autos“ in Zeiten des Klimawandels und der Corona-Pandemie. Treiber des Preis-Anstiegs ist laut Studie auch die staatliche Innovationsprämie, die den Kauf eines vollelektrischen oder Hybrid-Autos bezuschusst.

So hat sich der Marktanteil der Elektro-Autos und Plug-In-Hybride bis Ende September fast vervierfacht im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Der Anteil der Plug-Ins ist von 0,9 Prozent auf 5,1 Prozent gestiegen, der von reinen Stromern von 1,8 Prozent auf 4,8 Prozent. Der Durchschnitts-Preis ist allerdings in den ersten acht Monaten dieses Jahres gesunken im Vergleich zum Jahr 2019 – um 5,5 Prozent auf 47.454 Euro (siehe Grafik). Damit liegt der Preis für einen E-Neuwagen aber immer noch deutlich (rund 10.000 Euro) über dem Durchschnittspreis für Neuwagen. Bei den SUV ist der durchschnittliche Neuwagenpreis nicht so stark angestiegen wie im Gesamtmarkt, nämlich um 7,1 Prozent auf 40.786 Euro.

„Vielbesungener Abschied vom Auto findet nicht statt“

Bei den Premiummarken – dazu zählen hier Audi, BMW, Mercedes und Porsche – ist er bis Ende August um 4,2 Prozent auf 54.077 Euro gestiegen; auch deutlich unter der Preisentwicklung im Gesamtmarkt. „Der große Anstieg der Durchschnittspreise kommt durch eine Verschiebung des Produktportfolios zustande“, heißt es zur Erklärung in der Studie. Die Deutschen liebten offenbar schönere und umweltfreundlichere Autos, so Dudenhöffer. „Diese Entwicklung verstärkt unser Argument, dass der vielbesungene Abschied vom Auto eher eine weniger realistische Behauptung ist.“ In allen Großstadtregionen sei die Pkw-Dichte gestiegen. Wie eine Befragung der Beratungsfirma PwC Strategy& ergab, die die Deutsche Presseagentur zitiert, dürfte das eigene Auto auch nach der Corona-Krise für viele Menschen ein bevorzugtes Verkehrsmittel bleiben. So gaben darin etwa 31 Prozent der Befragten aus Deutschland an, nach dem Ende der Pandemie-Beschränkungen für den täglichen Weg zur Arbeit ihren privaten Pkw öfter als zuvor nutzen zu wollen.

Dudenhöffer erklärte, der Wunsch nach innovativen Autos sei deutlich und sehr stark in der Bevölkerung ausgeprägt. Der Studienleiter folgert daraus die Überzeugung, dass das Elektro-Auto in Deutschland einen Markt haben wird. Er begründete: „Denn man legt gerne mehr Geld auf den Tisch für ,mehr Auto’.“

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