Von der Milch direkt zum Käse im Klostergut Heiningen

Heiningen.  Familie Degener aus Heiningen hält Milchvieh und stellt aus der eigenen Produktion Käse für die Region her. Ziel ist die solidarische Landwirtschaft.

Die Käseauswahl ist groß im Hofladen. Hinzu kommt gerade ein Laib Mai-Käse. Den produziert Theodor Degener, nachdem die Kühe im April auf die Weide gekommen sind. 

Die Käseauswahl ist groß im Hofladen. Hinzu kommt gerade ein Laib Mai-Käse. Den produziert Theodor Degener, nachdem die Kühe im April auf die Weide gekommen sind. 

Foto: Katharina Keller

Wird der Sommer wieder so trocken wie in den vergangenen Jahren? Diese Frage beschäftigt viele Landwirte. So auch die Degeners, die auf dem Klostergut in Heiningen im Landkreis Wolfenbüttel zu Hause sind. „Eigentlich sollen die Milchkühe von April bis Ende Oktober auf der Weide bleiben“, berichtet Frieda Degener. Eigentlich.

Denn bei extremer Trockenheit mussten die 30 Milchkühe auch schon mal im August zurück in den Stall, weil es kein Gras mehr zu fressen gab. In diesem Jahr soll das holistische Weidemanagement dabei helfen, dass die Tiere länger grasen können. „Es soll Wunder wirken“, sagt Frieda Degener.

65.000 Liter Milch pro Jahr

Bei dieser Methode wird die Weide kleinteiliger eingezäunt. Den Kühen steht somit weniger Platz zur Verfügung, regelmäßig ziehen sie um – und der Boden kann sich wieder erholen. „Wir haben dafür weitere Zäune gebaut“, berichtet Degener, die frühmorgens und am Abend die Kühe zur Melkmaschine treibt und die Milch dann in einem Tank zum Hof transportiert.

Rund 65.000 Liter Milch kommen im Jahr zusammen. Diese verarbeitet die Familie selbst. Auf dem Hof wird sie somit pasteurisiert. „Unsere Milch ist relativ teuer“, sagt Theodor Degener, der Sohn der Hofbesitzer Susanne und Andreas. Er zeigt auf das Etikett der Flasche: So können die Verbraucher nachvollziehen, was wie viel gekostet hat. Aufgeführt sind da beispielsweise die Arbeiten in der Hofmolkerei oder die Ausgaben für Tierarzt, Futter und Wasser.

Demeter-Qualität: Käse aus eigener Produktion

Doch nicht nur Milch verkaufen die Degeners. Eine Demeter-Käserei gibt es ebenfalls auf dem Hof – und Theodor Degener stellt mit seinem Team Hart- und Weichkäse ebenso selbst her wie Schnitt- oder Frischkäse. Die Lagerung der Käsesorten ist ganz unterschiedlich und reicht von einer Woche bis hin zu mehren Monaten. Joghurt und Quark wird ebenfalls auf dem Klostergut Heiningen produziert. Die Käserei gibt es nun 25 Jahre, das Klostergut ist seit mehr als 200 Jahren in Familienbesitz. „Wir arbeiten hier im kleinbäuerlichen Stil. Uns geht es nicht um die große Masse“, betont Theodor Degener.

Den Käse verkauft die Familie in ihrem Hofladen, darüber hinaus auf Märkten in der Region und in Bioläden. Im Aufbau ist darüber hinaus ein weiterer Zweig: die Solawi, die solidarische Landwirtschaft. Zusammen mit der Hofgemeinschaft Lindenhof in Eilum wollen die Degeners Verbraucher dazu bewegen, einen Vertrag mit ihnen einzugehen.

Solawi: Planungssicherheit für die Landwirte

Der Plan von Solawi: Die Kunden finanzieren die Produktion und erhalten dafür entsprechend Anteile der Ernte. Der Lindenhof stellt etwa Gemüse zur Verfügung, das Klostergut ergänzt das Angebot um Milchprodukte. „Ein solcher Weg gibt uns mehr Planungssicherheit“, begründet Theodor Degener. Für den Hofladen würde beispielsweise Joghurt produziert: „Mal sind es zehn zu wenig, mal fünf zu viel.“ Die Degeners jedenfalls stehen dem Plan positiv gegenüber und hoffen auf Zuspruch.

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