Länder wollen kein Risiko aus NordLB-Schiffskrediten übernehmen

Berlin.  Schleswig-Holstein und Hamburg erwägen den Abbau fauler Schiffskredite der NordLB, wollen aber die Übernahme von Risiken ausschließen.

Das Logo der Norddeutschen Landesbank (Symbolbild).

Das Logo der Norddeutschen Landesbank (Symbolbild).

Foto: Peter Steffen / dpa

Schleswig-Holstein und Hamburg erwägen den Abbau fauler Schiffskredite der NordLB, wollen aber die Übernahme von Risiken ausschließen. Es gebe ein grundsätzliches Interesse, die ausfallgefährdeten Darlehen für das Institut aus Hannover in der bereits bestehenden Abbaubank PM wertschonend zu verwalten und abzuwickeln, sagten mit der Sache vertraute Personen am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. Die Finanzministerien in Kiel und Hamburg bestätigten Gespräche dazu. „Wir achten dabei aber schon in dieser ergebnisoffenen Vorprüfungsphase sehr präzise darauf, inwieweit ein solches Engagement für uns wirtschaftlich vorteilhaft wäre“, sagte Hamburgs Finanzsenator Andreas Dressel. Wichtig sei auch, „dass wir selbstverständlich keinerlei neue Risiken und Kosten übernehmen“. Laut NordLB-Eigner Niedersachsen gibt es noch keine Entscheidung.

Weitere Schiffs-Risiken politisch nicht vermittelbar

Schleswig-Holstein und Hamburg sind nicht an der NordLB beteiligt. Sie haben aber eine Abbaubank, die bereits faule Kredite ihrer früheren Landesbank HSH Nordbank verwaltet. Wegen der inzwischen privatisierten HSH, die sich ebenfalls mit Schiffskrediten verhoben hatte, rechnen die Länder mit einer Gesamtbelastung von je 5,5 bis sieben Milliarden Euro. Deshalb seien weitere Schiffs-Risiken politisch absolut nicht vermittelbar, sagten mehrere Insider.

Der Umgang mit faulen Schiffskrediten ist ein Knackpunkt bei der Rettung und Rekapitalisierung der NordLB von rund 3,5 Milliarden Euro. Die Landesbank muss nach der geplanten Auffanglösung notleidende Portfolios loswerden. Dies könnte über den Verkauf an den US-Finanzinvestor Cerberus geschehen, der bereits ein Paket über 2,7 Milliarden Euro übernommen hat. Der niedersächsische Finanzminister und NordLB-Aufsichtsratschef Reinhold Hilbers hat zuletzt auch Sympathie dafür gezeigt, die Portfolien in die Abbaubank von Schleswig-Holstein und Hamburg auszulagern. Derzeit prüfen die Beteiligten Finanzkreisen zufolge technische Details, wie die Portfoliomanagement (PM) die Darlehen aus Hannover übernehmen könnte. Niedersachsen könnte sich etwa an der PM beteiligen.

Entscheidung dürfte im April fallen

Eine Entscheidung dürfte in den nächsten zwei Wochen fallen, denn am 3. April nimmt die Bankenaufsicht den Kapitalplan und das anvisierte Geschäftsmodell der NordLB unter die Lupe. Bis dahin ringen die alten und neuen Eigentümer der bald nur noch halb so großen Landesbank um den Umbau und das künftige Gesicht der NordLB. Laut Insidern plädieren viele Sparkassen für einen weitgehenden Abschied von der Schiffsfinanzierung – nach dem Motto: „Je weiter man in den Süden geht, desto weniger wollen die, dass es nach Salzwasser schmeckt“. Trägern wie Niedersachsen dürfte mit Blick auf die landeseigene Schiffsbranche ein solcher Schritt schwerfallen. rtr

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