Pokalturnier als Nagelprobe für deutsche Löwen-Leistungsträger

Braunschweig.  Die Spiele in Bonn sollen den Löwen Aufschluss geben, ob nach Bryon Allen überhaupt noch ein vierter ausländischer Profi gebraucht wird.

Unbändiger Wille: Energiebündel Karim Jallow geht bei den neuen Löwen als Kapitän voran, hier im Test gegen Vechta.

Unbändiger Wille: Energiebündel Karim Jallow geht bei den neuen Löwen als Kapitän voran, hier im Test gegen Vechta.

Foto: Susanne Hübner / imago

Ihre Saison beginnt, Profis und Trainer fiebern wie üblich dem Start entgegen. Braunschweigs Basketballer geben sich selbstbewusst, freuen sich sogar, dass ihnen im ersten Pokalspiel in Meister Alba Berlin gleich ein Europaligist gegenübersteht. Doch mit dieser kurzen Aufzählung endet auch schon die Normalität. „Diese Vorbereitung mit Corona war für uns eine andere Welt“, sagt Löwen-Trainer Pete Strobl.

Alles anders mit Corona

Nichts sei in den vergangenen zwei Monaten wie gewohnt abgelaufen. Die Pandemie habe sich auf alles ausgewirkt, zählt der Amerikaner auf: Den Umgang miteinander mit Masken, Abstandsregeln, Hygienevorschriften, das Rekrutieren neuer Profis, regelmäßige Corona-Tests, den Verzicht auf Trainingslager und teambildende Ausflüge, die Integration der ausländischen Profis erst nach Quarantäne. „Aber wir haben hart trainiert und das Beste daraus gemacht“, betont Strobl.

Dabei half, dass die Löwen keinen positiven Corona-Fall zu beklagen hatten und wegen der geringen Fallzahlen in der Region auch nicht in allzu großen Test-Stress gerieten. Es galt und gilt: Zwei Tage vor jedem Spiel wird bei allen Profis und Betreuern der Abstrich genommen.

Corona-Tests: Sonderpreis für die Basketballer

Geschäftsführer Oliver Braun hat einen Hygiene-Fachmann angeheuert, der alles regelgerecht steuert und bei einem Labor einen Sonderpreis für die Basketballer ausgehandelt hat. „Bisher ist alles gut gelaufen“, freut sich Braun, der sich mit den Erstligakollegen aus Wolfsburg von VfL und EHC austauscht und weiß: „Es kann schnell passieren, dass ein Spieler Kontakt zu einem positiv Getesteten hat und in Quarantäne muss.“

Auch sportlich scheint noch vieles ungewiss. „Wir müssen erstmal gucken, wo wir stehen“, sagt Braun und betrachtet den Pokalwettbewerb als Fortsetzung der Vorbereitung und Teamfindung. Zunächst soll in den drei Gruppenspielen in Bonn gegen Berlin, Oldenburg (24. Oktober) und die Gastgeber (25. Oktober) Neuzugang Bryon Allen halbwegs ins Team integriert werden. Dann werde sich zeigen, ob und auf welcher Position es noch Verpflichtungsbedarf gebe, sagt der Sportdirektor.

Braun lobt deutsche Löwen-Profis

„Wir sind mit unserem deutschen Kader schon relativ nah am guten Level dran“, führt er aus. Die Mannschaft habe in den Tests auch gegen die starken BBL-Gegner teilweise sehr gut mitgespielt, obwohl US-Profi Allen noch fehlte und der Tscheche Martin Peterka noch nicht in Form ist. „Wenn beide fit sind und Bazou Koné zurückkommt, haben wir das vielleicht schon gematcht“, mutmaßt Braun. Es ist also nicht sicher, dass die Löwen den angekündigten vierten ausländischen Profi noch holen.

Mit ihrem Vertrauen in mehrheitlich deutsche Spieler als Leistungsträger haben die Braunschweiger ein Alleinstellungsmerkmal in der BBL. Aber wie schlagkräftig ist dieses Team im Blick auf das Pokalturnier? „Als Mannschaft sind wir noch nicht, wo wir sein wollen“, bekennt Strobl. „Aber die Jungs sind heiß, extrem ehrgeizig und jung, dass sie jeden Tag viel dazulernen.“

Jallow: Energie statt Erfahrung

Teamkapitän Karim Jallow lobt die sehr gute Teamchemie und den Spaß, den die Mannschaft im Training miteinander habe. „Uns fehlt vielleicht Erfahrung, aber das können wir mit unserer Energie wettmachen“, glaubt der Nationalspieler. Der Einbau des 28-jährigen Allen werde wegen dessen großer Erfahrung nichts durcheinanderbringen, sondern eher positiv wirken.

„EIn Knaller vorneweg“

Und so brechen die Braunschweiger am Samstag voller Elan auf nach Bonn. Sie haben in der Gruppe mit zwei Topteams nichts zu verlieren. Und trotz des Lospechs findet Braun das aus der Corona-Not geborene Turnierformat des Pokal-Wettbewerbs gut. „Vielleicht könnte man es sogar beibehalten“, sagt der Löwen-Sportchef. „Es hat so ein Extra-Flair und ist für die Saison ein Knaller vorneweg.“

Löwen Braunschweig – Alba Berlin, Sonntag, 18 Uhr/live bei Magentasport

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