VfL Wolfsburg: Rebbe vor Engagement bei Paok Saloniki

Wolfsburg.  Das berichten griechische Medien. Seit Januar 2019 ist der Ex-Manager des VfL Wolfsburg vereinslos. Welche Rolle spielt Vieirinha?

Olaf Rebbe.

Olaf Rebbe.

Foto: Darius Simka / regios24

Hat Olaf Rebbe bald einen neuen Job? Griechische Medien berichten, dass Paok Saloniki, der amtierende Meister, von der neuen Saison an mit dem ehemaligen Sportdirektor des VfL Wolfsburg plant. Der 42 Jahre alte Rebbe soll in Saloniki Sportchef werden. „Einen Katzensprung von Paok entfernt“, titelte die „Metro Sport“ am Dienstag.

Für den Ex-Wolfsburger würde mit einer neuen Anstellung eine lange Wartezeit enden. Nach seinem Aus beim VfL im Mai 2018 schloss er sich unmittelbar dem englischen Klub Huddersfield an, bei dem er allerdings nach sieben Monaten wieder freigestellt wurde. Seit Januar 2019 ist Rebbe vereinslos. Immer mal wieder wurde er mit Jobs im deutschen Fußball in Verbindung gebracht, etwa beim FC Schalke, wo im Sommer 2019 mit Trainer David Wagner sein Weggefährte aus Huddersfield anfing, oder beim 1. FC Nürnberg. Konkret aber wurde nichts. So blieb dem 42-Jährigen nur der Wartestand. Und den könnte Rebbe dank eines alten Bekannten aus Wolfsburger Zeiten bald verlassen.

Denn Vieirinha, mittlerweile 34 Jahre alt, ist Kapitän bei Paok und hat entsprechend viel Einfluss auf die Klubführung. Es heißt, der Flügelspieler aus Portugal habe seine Verbindungen spielen lassen, um Rebbe in Position zu bringen. Vieirinha kam im Januar 2012 aus Saloniki zum VfL, erst 14 Monate darauf schloss Rebbe sich den Wolfsburgern an. Er kam kurz nach Geschäftsführer Klaus Allofs aus Bremen in die VW-Stadt.

Rebbe war lange Allofs‘ fleißige und gut vernetzte rechte Hand, distanzierte sich aber von seinem Mentor, als es rund um die Diesel-Krise bei VW auch einen sportlichen Absturz des VfL gab. Allofs wurde im Dezember 2016 freigestellt, Rebbe übernahm das Management-Ruder. Startete er mit dem aufsehenerregenden 41-Millionen-Euro-Verkauf Julian Draxlers zu Paris Saint-Germain eindrucksvoll in seine neue Aufgabe, saßen seine Personalentscheidungen danach viel zu oft nicht mehr. Yunus Malli, Paul-Georges Ntep, Riechedly Bazoer, Landry Dimata, Ignacio Camacho oder Kaylen Hinds sind nur ein paar Beispiele von Spielern, die sich nie konstant empfehlen konnten. Darüber hinaus griff er mit Andries Jonker als Trainer-Nachfolger für Valérien Ismaël kolossal daneben, auch dessen Nachfolger Martin Schmidt hatte Probleme in Wolfsburg. Eben weil es der unerfahrene und in der Öffentlichkeit oftmals unsicher wirkende Rebbe nicht alleine geschafft hat, Stabilität in das wackelnde VfL-Gebilde zu bringen.

Das kann man ihm vorwerfen, da er, wie oft zu hören war, Hilfe ablehnte und beratungsresistent sein Ding durchzog. Allerdings war es sicher nicht allein Rebbes Schuld, dass die Wolfsburger 2017 und 2018 in die Relegation mussten. Es gab im Klub einfach kein Korrektiv für den unglücklichen Manager.

Im Mai 2018 war für ihn dann Schluss, seine letzte Personalentscheidung allerdings saß noch: Bruno Labbadia zum VfL zu holen, stellte sich als Glücksgriff heraus. Der heutige Hertha-Coach rettete die Wolfsburger zunächst in der Relegation gegen Kiel und führte sie in der folgenden Saison ins europäische Geschäft. Die Auftritte des VfL in der Europa League hat Rebbe dann nur noch von der Couch aus verfolgt, nicht mehr hautnah und nicht mehr in Funktion. Nun steht er offenbar vor der Rückkehr in den Spitzensport. Griechenland soll es sein. Eine offizielle Bestätigung steht noch aus.

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