Joker Ginczek sichert VfL Wolfsburg den späten Sieg in Augsburg

Augsburg.  Das Team von Oliver Glasner gewinnt am ersten Spieltag nach der Corona-Pause mit 2:1 beim FC Augsburg. Die Entscheidung fällt in der Schlussminute.

Torjubel in Corona-Zeiten: Siegtorschütze Daniel Ginczek (links) bejubelt mit Teamkollegen Kevin Mbabu seine späten Treffer zum 2:1 beim Bundesliga-Konkurrenten FC Augsburg.

Torjubel in Corona-Zeiten: Siegtorschütze Daniel Ginczek (links) bejubelt mit Teamkollegen Kevin Mbabu seine späten Treffer zum 2:1 beim Bundesliga-Konkurrenten FC Augsburg.

Foto: Tobias Hase / AFP

Am ersten kompletten Geisterspieltag der Bundesliga-Geschichte hat der VfL Wolfsburg beim FC Augsburg am Samstagnachmittag einen ganz späten Sieg gefeiert. Renato Steffen hatte das Team von Trainer Oliver Glasner in Führung gebracht (43. Minute), doch weil John Anthony Brooks in Minute 54 ins falsche Tor köpfte, stand es bis kurz vor dem Ende unentschieden. Dann erzielte Joker Daniel Ginczek das 2:1 und sorgte in der 90. Minute für den VfL-Sieg. Die Wolfsburger springen damit auf Rang 6.

Glasner hatte mit seiner Personalauswahl durchaus überrascht, ließ er doch ohne echten Stürmer spielen. Wout Weghorst (5. Gelbe) fehlte gesperrt, dessen eigentlicher Vertreter Ginczek war aber bloß Reservist. Joao Victor begann im Angriff. Dazu schickte der VfL-Trainer Robin Knoche und Jérôme Roussillon auf die Bank, für sie begannen Marin Pongracic und Paulo Otavio in der Abwehrkette.

Augsburg hat die erste Torchance – doch Steffen netzt für Wolfsburg ein

Die erste Aktion der Partie gehörte den Gastgebern. Nach 16 Minuten des gegenseitigen Abtastens zog Ruben Vargas im Anschluss an eine Ecke ab, doch VfL-Torhüter Koen Casteels hielt den Ball im Nachfassen. Erst danach befreiten sich die fußballerisch besseren Wolfsburger aus dem Druck, den die Augsburger vor allem durch ihr aggressives Zentrum aufbauten.

Auf den Flügeln jedoch hatte der FCA Probleme. Besonders auf seiner rechten Seite. Da kamen Otavio und Josip Brekalo immer mal wieder durch. Kein Wunder, dass sie sich verantwortlich zeigten für die ersten Wolfsburger Chancen (25., 39.). Und kurz vor der Pause, als Glasners Team die Partie ohne zu glänzen dominierte, schlug es zu. Otavio zog eine wunderbare Flanke von links vors Tor, Steffen platzierte die Kugel wunderbar per Kopf im Netz - das verdiente 1:0 für die Wolfsburger zur Pause.

VfL verpatzt denn Start in Hälfte zwei – Eigentor von Brooks

Die Augsburger, die auf ihren neuen Trainer Heiko Herrlich verzichten mussten, weil der sich nicht an die Quarantäne-Regeln gehalten hatte, kamen besser aus der Kabine. Erst rettete Pongracic in höchster Not vor Eduard Löwen, dann war wieder Casteels zur Stelle, als er Marco Richters Schuss klärte (49.). Die Wolfsburger Reaktion: blieb aus. Die Folge: der Ausgleich. Brooks verlängerte eine Freistoßflanke so, dass der Ball über die Unterkante hinter die eigene Linie prallte - 1:1 (54.). Der VfL hat den Start in Hälfte 2 komplett verpennt.

Und es wurde fast noch schlimmer. Der ganz kurz zuvor eingewechselte - und vom VfL ausgeliehene - Felix Uduokhai brachte Augsburg wieder nach einem Standard per Kopf mit 2:1 in Führung. Vermeintlich. Denn der Videoassistent verweigerte dem Treffer des Verteidigers die Anerkennung, weil Florian Niederlechner im Abseits gestanden hatte. Durchatmen auf der VfL-Bank, auf der die Ersatzspieler übrigens nicht wirklich saßen. Sie mussten aus Platzgründen auf die Tribüne ausweichen.

Joker Ginczek sorgt in der Schlussminute für Wolfsburger Sieg im Geisterspiel

Von dort sahen sie, wie sich ihr Team auf dem Rasen fing - und in der Schlussphase beinahe wieder in Führung gegangen wäre. Otavio hatte wieder stark serviert, und Admir Mehmedis Schuss klatschte an den Pfosten. Der Knall war in der leeren WWK-Arena gut zu hören. Die selbe Kombination zeichnete in Minute 81 für die nächste Top-Chance verantwortlich. Wieder Otavio, wieder Mehmedi, wieder kein Tor. Weil FCA-Keeper Andreas Luthe stark hielt. Es blieb beim 1:1.

Aber nicht bis zum Ende. In der 90. Minute brachte Kevin Mbabu einen Ball nach innen, wo Ginczek zum VfL-Sieg traf.

Spiel kompakt:

FC Augsburg: Luthe - Framberger, Jedvaj, Suchy (65. Uduokhai), Max - Khedira, Baier - Richter (87. Cordova), Löwen (87. Sarenren), Vargas (79. Iago) - Niederlechner

VfL Wolfsburg: Casteels - Mbabu, Pongracic, Brooks, Otavio (87. Roussillon) - Schlager, Arnold - Steffen, Mehmedi, Brekalo (62. Ginczek) - Victor (74. Klaus)

Tore: 0:1 Steffen (43.), 1:1 Brooks (54., Eigentor, 1:2 Ginczek (90.)

Gelbe Karten: Suchy / Otavio, Arnold

Zuschauer: keine in der WWK-Arena

Schiedsrichter: Felix Brych (München)

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