Im Osteroder Jahnstadion wird wieder gelaufen und gesprungen

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Nach der Corona-Pause fand im Jahnstadion wieder ein Leichtathletik-Wettkampf statt.

Nach der Corona-Pause fand im Jahnstadion wieder ein Leichtathletik-Wettkampf statt.

Foto: Robert Koch / HK

Osterode.  Leichtathleten der LG Osterode absolvieren am vergangenen Samstag ihren ersten Wettkampf. Jonas Just startet derweil in Regensburg und Dortmund.

Am vergangenen Wochenende konnten die Leichtathleten der LG Osterode nach langer Wartezeit im heimischen Jahnstadion endlich in eine späte Wettkampfsaison starten. Unter Einhaltung der erforderlichen Hygiene- und Abstandsregelungen wurde der Wettkampf in kleinem Kreis von rund 40 Sportlerinnen und Sportlern durchgeführt, wobei der Großteil der Athleten der LG Osterode angehörten und auf Einladung noch sechs Leichtathleten aus befreundeten Vereinen begrüßt werden konnten.

Zugleich wurde der Wettkampf genutzt, um vor dem am heutigen Samstag anstehenden Meeting „Help at Corona“ die elektronische Zeitnahme zu testen, die weiteren Anlagen zu überprüfen und beispielsweise die Windmesser nach der langen Winterpause wieder einzusetzen. Für die ehrenamtlichen Helfer war es zudem ein Testlauf, um sich auf das Meeting vorzubereiten. Organisator Rainer Behrens betonte in diesem Zusammenhang, wie wichtig die Unterstützung ist: „Ohne unsere Ehrenamtlichen, die hier viel Zeit investieren, könnten wir solche Veranstaltungen gar nicht durchführen.“

Viele persönliche Bestleistungen

Auch wenn man den Sportlern teilweise die coronabedingt fehlende Trainingszeit und Wettkampfpraxis anmerkte, konnten doch zum Teil sehr gute Leistungen gezeigt werden. In der Altersklasse M12 überzeugte Manuel Köhler über 75 m in einer starken Zeit von 10,47 Sekunden mit persönlicher Bestleistung. Ebenfalls eine persönliche Bestleistung erzielte in der M12 Lorenz Hundertmark über 800 m in 2:26,73 Minuten. Jannik Just, der in der M10 startet und eine hervorragende Zeit von 2:28,47 Minuten – so schnell wie noch nie – erreichte, kam knapp danach ins Ziel.

Auch Fjare Zirbus (M13) zeigte über 75 m in der Zeit von 10,11 Sek. eine überzeugende neue Bestleistung. Im Kugelstoßen erzielte in dieser Altersklasse Arthur Heinelt vom TSV Germania Dassensen mit 11,00 m eine sehr gute Weite. In der Altersklasse M15 wurde von Milian Zirbus über 100 m mit 11,62 Sekunden (persönliche Bestleistung) ein Topzeit erzielt.

In der W11 zeigte Luzie Patzer mit 7,92 Sekunden über 50 m und 4,19 m im Weitsprung super Leistungen – beides sind persönliche Bestwerte. Auch Sophie Katron konnte in der W12 über 75 m in 10,78 Sekunden eine neue Bestzeit erzielen. Franca Patzer lief in der W13 über 800 m in 2:43,42 Minuten ein sehr starkes Rennen und so schnell wie noch nie. In der W14 überzeugte Greta Schmidt, die erstmals die 100 m laufen musste, in 14,22 Sekunden. Weitere Ergebnisse der Veranstaltung sind unter www.ladv.de abzurufen. Insgesamt zeigten sich aller Teilnehmer, Betreuer und Kampfrichter mit dem Ablauf der Veranstaltung sehr zufrieden. Insbesondere den Teilnehmer war anzumerken, dass sie froh waren, sich wieder mit anderen im Wettkampf messen zu können.

Jonas Just im Einsatz

Neben dem Wettkampf im Jahnstadion hieß es auch für den Osteroder Nachwuchsläufer Jonas Just (Jahrgang 2001), wieder in den Wettkampfbetrieb einzusteigen. Bereits eine Woche zuvor ging er bei der 3.000 m Telis-Challenge in Regensburg an den Start. Hier durften die Athleten bereits wieder in einer Gruppe an der Startlinie stehen. Just lief in einem starken Rennen in einer sehr guten Zeit von 8:37,14 Minuten eine neue persönliche Bestzeit. „Mit der Zeit war ich nicht 100-prozentig zufrieden. Ich hatte mir eigentlich eine Zeit von unter 8:30 Minuten vorgenommen, da ich mein Training trotz Corona sehr gut umsetzen konnte. Die fehlende Wettkampfpraxis und Wettkampfhärte hat sich jedoch im Rennverlauf doch gezeigt“, sagte Just nach dem Lauf selbstkritisch.

Eine Woche später stand dann ein weiterer Start über 3.000 m beim #backontrack-Meeting in Dortmund auf dem Programm. Hier ging Just mit der schnellsten Meldezeit an die Startlinie, was einen anderen Rennverlauf verlangte. So lief Just zunächst nur im Feld mit, um taktische Varianten auszuprobieren. Die Durchgangszeit beim 2.000 m war so mit 6:00 Minuten auch sehr langsam. Nach 2.400 m forcierte er das Tempo dann erheblich und lief die letzten 600 m in sehr starken 92 Sekunden. Damit holte er sich in der immer noch sehr guten Zeit von 8:45,21 Minuten souverän den Sieg. „Für mich war dieses Rennen eine sehr gute Simulation für ein taktisches Meisterschaftsrennen. Mit dem Ergebnis bin ich daher sehr zufrieden. Jetzt heißt es nochmal ein paar Testwettkämpfe zu bestreiten und dann die Form für die Anfang September stattfinden Deutschen Jugendmeisterschaften in Heilbronn aufzubauen“, so das Fazit des Osteroder Mittelstrecklers.

„Help at Corona“

Vor dem Meeting „Help at Corona“ am heutigen Samstag im Jahnstadion hatte Organisator Rainer Behrens noch reichlich zu tun. Neben den Vorbereitungen mit dem Helferteam, im Stadion wurden zum Beispiel der Diskusring, die Hochsprunganlage und die Kugelstoßanlage hergerichtet, erreichten Behrens auch immer wieder Anrufe. Unter anderem wird kurzfristig Annett Stein, DLV-Cheftrainerin für die Nationalmannschaften, in Osterode dabei sein, um die Leistungen ihre Athleten vor Ort zu begutachten. Auch der NDR hat mit einem Kamerateam sein Kommen zugesagt, um über das Meeting zu berichten.

Allerdings musste Behrens auch ein paar Absagen verkraften. Mit Nadine Müller und Shanice Craft erwischte es gleich zwei Top-Diskuswerferinnen, die verletzt ausfallen. Auch Johannes Floor, Para-Weltrekordler über 400 Meter, musste absagen. Er wurde positiv auf COVID-19 getestet und hat gerade erst die Quarantäne beendet.