Jahnstadion-Rekord im Weitsprung könnte fallen

Osterode.  Bei den Männern tritt die komplette deutsche Elite beim Leichtathletik-Meeting „Help at Corona“ an.

Weltmeister Leon Schäfer – hier beim Weitsprung beim integrativen Sportfest in Leverkusen – ist in Osterode auch dabei.

Weltmeister Leon Schäfer – hier beim Weitsprung beim integrativen Sportfest in Leverkusen – ist in Osterode auch dabei.

Foto: Mika Volkmann / HK-Archiv

Purzeln die Stadionrekorde im Jahnstadion? Auch die Teilnehmerfelder im Weitsprung sind beim Meeting „Help at Corona“ am Samstag, 18. Juli, mehr als hochkarätig besetzt.

Bei den Männern tritt die komplette deutsche Elite an. Das Starterfeld umfasst 13 Teilnehmer, davon zwei Paralympics-Starter. Allesamt haben sie Bestweiten zwischen 7,45 Metern und 8,20 Metern vorzuweisen. „Das ist eine Leistungsdichte“, so Meeting-Organisator Rainer Behrens, „die es so noch nie im Jahnstadion gab“.

Top-Starter sind in diesem Feld Julian Howard von der LG Karlsruhe und Stephan Hartmann von der LG Nord Berlin. Howard ist vierfacher Deutscher Meister und Hartmann war Fünfter der U20-WM, beide sprangen ihre Bestleistung von 8,20 Metern vor zwei Jahren in Weinheim, ein Bereich der insbesondere auch Max Entholzner vom FC Passau (Bestweite 7,96 Meter) zuzutrauen ist.

„Flugshow“ ist zu erwarten

Einen spannenden Wettkampf wird es allemal geben, mit den aufstrebenden Nachwuchsspringern Gianluca Puglisi (Königsteiner LV), Bennet Vinken (Hamburger SV) und Gianni Seeger (TSV Gomaringen) sind weitere Springer mit Bestweiten jenseits von 7,70 Metern vertreten, so dass eine Super-Flugshow zu erwarten ist. Auch wenn nicht gleich nach den Sternen gegriffen werden sollte, der Stadionrekord von 7,69 Metern dürfte ernsthaft „wackeln“.

Freuen darf man sich auch auf Sebastian Bayer, der 2018 seine aktive Laufbahn beendete und nunmehr als Trainer die Weitspringer beim HSV betreut. Der dreifache Europameister stellte 2009 mit 8,71 Metern einen fantastischen Hallen-Europarekord auf und steht auch mit seiner Freiluftbestmarke von 8,49 Metern weit oben in der Deutschen Bestenliste.

Toll ist auch immer anzuschauen, wie weit man mit einem Handicap springen kann. Der Unterschenkelamputierte Felix Streng vom TSV Bayer Leverkusen gewann 2016 bei den Paralympics in Rio Gold mit der deutschen 4-mal-100m-Staffel. Im Weitsprung ist er Europameister in der Schadenklasse T64, wobei seine Bestleistung bei 7,71 Metern steht.

Mit dem früheren Fußballer Lèon Schäfer, gebürtig aus dem niedersächsischen Großburgwedel, ist ein weiterer Weltmeister am Start. Auch wenn er im Sprint erfolgreicher ist, weit springen kann auch der 23-jährige!

Homeier entwickelte sich weiter

Spannend wird es auch beim Weitsprung der Frauen zugehen. Allein vier der Teilnehmerinnen haben Bestweiten zwischen 6,40 und 6,61 Metern vorzuweisen und sind noch jung an Jahren. Mit Merle Homeier von der LG Göttingen wird die regionale Vorzeigesportlerin am Start sein. Im letzten Jahr wurde sie hinter der „Überfliegerin“ Malaika Mihambo Deutsche Vizemeisterin. Sie hat sich unter ihrem Trainer Frank Reinhardt kontinuierlich weiterentwickelt und beweist immer wieder Nervenstärke.

Das Zusammentreffen mit Maryse Luzolo (Königsteiner LV) dürfte äußerst spannend werden. Die Hessin musste 2018 nach einer schweren Verletzung komplett aussetzen, kommt aber immer besser in Form. 2019 wurde sie Zweite der Militär-Weltmeisterschaft und hat eine Bestweite von 6,61 Metern.

Mitmischen möchte aber auch die Siegerin des Internationalen Sparkassenmeetings des letzten Jahres, Lea Jasmin Riecke. Die U20-Weltmeisterin vom Mitteldeutschen SC ist stabil in ihren Leistungen und sicherlich für eine Überraschung gut.

Auf den Zettel sollte man aber auch Tabea Christ (TSV Bayer Leverkusen) haben, die 2017 Vize-Europameisterin der U20 war und nach einem schwächeren Jahr so langsam wieder an ihre alte Form anknüpfen möchte.

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