U21-Nationalspieler freuen sich auf Braunschweig

Braunschweig.  Am Donnerstag und Dienstag spielen Deutschlands U21-Fußballer im Eintracht-Stadion. Viele haben noch nie dort gespielt. Verbindungen gibt es trotzdem.

Ismail Jakobs (links) und Florian Krüger (rechts) im Training der U21 im September in Wiesbaden.

Ismail Jakobs (links) und Florian Krüger (rechts) im Training der U21 im September in Wiesbaden.

Foto: imago images/Beautiful Sports

Im schmucken Hotel Courtyard am Wolfsburger Allersee herrscht dieser Tage trotz der Corona-Beschlüsse der Bundesregierung und dem Beherbergungsverbot für Privatreisende ein wenig Betriebsamkeit. Der Tross der deutschen U21-Fußball-Nationalmannschaft hat sich für die Dienstreise mit den zwei Länderspielen in Braunschweig in der VW-Stadt einquartiert und residiert unweit seiner Trainingsstätte an der Wolfsburger Arena.

Dort, wo sonst die VfL-Spieler wie Maximilian Arnold und der kurzfristig zur A-Nationalmannschaft berufene Ridle Baku gegen den Ball treten, bereitet sich das älteste Nachwuchsteam des DFB auf das Testspiel gegen Slowenien am Donnerstag und das letzte EM-Qualifikationsspiel am Dienstag gegen Wales vor. Beide Partien (jeweils 18.15 Uhr/ProSieben Maxx) steigen im Braunschweiger Eintracht-Stadion – und besonders im Aufeinandertreffen mit den Walisern steckt Zunder.

In Braunschweig kann die U21 das EM-Ticket lösen

Mit einem Sieg würde die Mannschaft von U21-Nationalcoach Stefan Kuntz das Ticket für die Europameisterschaft in Ungarn und Slowenien aus eigener Kraft lösen. Läuft alles normal, sollte das keine große Hürde darstellen.

Doch was ist dieser Tage schon normal? „Nichts“, wie Florian Krüger, Stürmer von Erzgebirge Aue, bemerkt. Trainer und Spieler essen sogar getrennt. Schon vor der Anreise hatte es zahlreiche kurzfristige Änderungen im Kader gegeben. Zuletzt nominierte Kuntz unter anderem den ehemaligen Wolfsburger Nachwuchsspieler Paul Jaeckel (SpVgg Greuther Fürth) nach. Für den Fall, dass nach dem Aufeinandertreffen mit den Slowenen ein deutscher Spieler positiv auf Covid-19 getestet wird, steht ein komplettes Aufgebot von Spielern und Funktionären in den Startlöchern. „Das sind die Umstände dieser Zeit. Damit müssen wir klar kommen“, sagt Krüger, der bislang noch nie im Eintracht-Stadion aufgelaufen ist.

Im Trikot des 1. FC Magdeburg schoss der gebürtige Staßfurter in der U17-Bundesliga ein paar Tore gegen Braunschweig – allerdings auf den Plätzen im Nachwuchsleistungszentrum am Kennelbad.

Florian Krüger kennt Eintracht Braunschweigs Trainer Daniel Meyer

Dafür kennt er den aktuellen Cheftrainer des Zweitliga-Aufsteigers, in dessen Wohnzimmer die U21 gastiert, sehr gut. Unter Daniel Meyer schaffte der 21-Jährige seinen Durchbruch im Erzgebirge. „Er hat mir die Chance gegeben“, sagt Krüger. Ob es auch die Chance für ein kurzes Wiedersehen gibt, ist allerdings fraglich angesichts der „Bubble“, in die sich der deutsche Fußball-Nachwuchs begeben hat.

Kölns Ismail Jakobs, der ebenfalls am Dienstag mit den Medien sprach, bekam von seinem Teamkollegen und gebürtigen Braunschweiger Jannis Horn vor dem Aufbruch in die vom Verband geschaffene Isolation sogar eine kleine Warnung mit auf den Weg. „Er hat gesagt, ich soll in Braunschweig ein bisschen leiser sein, weil ich manchmal eine große Klappe habe“, sagte der Offensivspieler etwas kleinlaut. Was sein Mitspieler, der Bruder von Eintrachts Physiotherapeut Florian Horn, wohl damit meinte?

Effzeh-Spieler Jakobs erweckt jedenfalls den Eindruck, dass er das lieber auf dem Platz beantworten wolle. „Zwei Siege und den Gruppensieg einsacken“, lautet seine Marschroute für Braunschweig. Dank der Ruhe am Allersee sollte das doch möglich sein.

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