Sprengel Hildesheim-Göttingen

Neue Regionalbischöfin Ruck-Schröder offiziell eingeführt

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Adelheid Ruck-Schroeder wird in einem Festgottesdienst in der Michaeliskirche in Hildesheim von Landesbischof Ralf Meister in ihr Amt als Regionalbischoefin  eingefuehrt. 

Adelheid Ruck-Schroeder wird in einem Festgottesdienst in der Michaeliskirche in Hildesheim von Landesbischof Ralf Meister in ihr Amt als Regionalbischoefin  eingefuehrt. 

Foto: Jens Schulze / JENS SCHULZE

Hildesheim.  Dr. Adelheid Ruck-Schröder ist als neue Regionalbischöfin des Sprengels Hildesheim-Göttingen in ihr Amt eingeführt worden.

Mit einem Gottesdienst wurde am Samstag Dr. Adelheid Ruck-Schröder als Regionalbischöfin des Sprengels Hildesheim-Göttingen von Hannovers Landesbischof Ralf Meister in ihr neues Amt eingeführt. „Wir freuen uns, eine große Verstehenshelferin als Regionalbischöfin in unserer Kirche zu haben“, sagte Meister bei der Einführung in der Hildesheimer Michaeliskirche.

Zugleich entpflichtete er den langjährigen Regionalbischof Eckhard Gorka von seinen Aufgaben und verabschiedete ihn in den Ruhestand. Unter den Gottesdienstbesucherinnen und -besuchern waren auch der niedersächsische Kultusminister Grant Henrik Tonne und der Bischof des Bistum Hildesheim, Dr. Heiner Wilmer. In ihrer Predigt nahm die neue Regionalbischöfin gleich zu Beginn Bezug zu den gerade veröffentlichten Kirchenmitgliedszahlen. Im vergangenen Jahr seien in Deutschland 440.000 Menschen aus den beiden großen Kirchen ausgetreten. „Das kann uns nicht egal sein.“

Kirchenaustritte ein Symptom für eine tieferliegende Krise

Die Austritte seien ein Symptom für eine tieferliegende Krise. Meist sei es nicht der Zorn, sondern eine schleichende Entwöhnung, die die Menschen aus den Kirchen treibe. „Religion ist in der Spätmoderne eine Option geworden.“ Es sei an der Zeit, über das Christsein nachzudenken. „Christsein heißt auch, sich gegenseitig an das Feuer des Glaubens zu erinnern. Dazu brauchen wir die Kirche, die Erzählgemeinschaft, um uns zu stärken.“

Es gehe aber auch darum, aus der kirchlichen Erzählgemeinschaft herauszutreten und in den Dialog mit anderen zu treten. „In erster Linie mit Jüdinnen und Juden, den ersten Adressaten dieser Kraft und Offenbarung Gottes.“ Aber auch mit anderen Religionsgemeinschaften, so die Regionalbischöfin: „Christsein heißt, mit der Kraft Gottes zu rechnen, und zwar im eigenen Leben und in der Welt.“

Der ehemalige Regionalbischof Eckhard Gorka wurde verabschiedet

Landesbischof Ralf Meister hatte zu vor Regionalbischof i. R. Eckhard Gorka aus seinem Dienst verabschiedet. „Du bist ein intensiver Kontaktmensch.“ Gorka habe in seiner zwanzigjährigen Amtszeit „Abertausende ermuntert und getröstet, begeistert und ihnen Hoffnung geschenkt.“ Und bei Konfliktfällen hätte ihm die die Begabung geholfen, auch unangenehme Dinge so zu kommunizieren, dass sie nicht verletzend waren. Eckhard Gorka zeigte sich in seinen Abschiedsworten dankbar für über 40 Jahre im kirchlichen Dienst. Er sei dankbar für die vielen Ehren- und Hauptamtlichen, für ehrliche Gespräche mit Menschen, für seine innere Berufung und für eine fehlerfreundlichen Kirche. Auf den Mitgliederverlust der Kirchen ging auch Kultusminister Grant Hendrik Tonne in seinem Grußwort ein. „Ich erlebe Menschen, die das Engagement und das Angebot der Kirchen zutiefst schätzen, die Halt und Orientierung, Stütze und Hilfe suchen. Dafür und für vieles mehr brauchen wir eine starke Kirche.“

Zunehmende Individualisierung als Problem für Kirche

Dennoch lebe man gerade in einer Zeit der Individualisierung auf allen Gebieten. „Die Mitgliederzahlen der Kirchen gehen zurück, auch der Gewerkschaften, politischen Parteien, in Vereinen und Verbänden.“ Menschen wollten sich eher punktuell engagieren, weniger langfristig. Das, so der Minister, habe Auswirkungen „überall dort, wo ehrenamtliche Tätigkeiten so dringend nötig sind, ob Feuerwehr oder Lesepatenschaften.“

Bischof Heiner Wilmer dankte in sehr persönlichen Worten zunächst dem scheidenden Regionalbischof Eckhard Gorka: „Ich danke Gott für dein Zeugnis. Du bist die Menschenfreundlichkeit Gottes mit Ansage.“ Er hätte den kurzen, guten Draht zwischen Domhof und Michaelisplatz sehr geschätzt und er sei zuversichtlich, dass dieser Draht auch zu der neuen Regionalbischöfin bestehen werde. Er freue sich sehr auf den gemeinsamen Weg in Etappen.

Musikalischer Gottesdienst

Die Alfelder Superintendentin Katharina Henking und der Mündener Superintendent Thomas Henning, die als Stellvertreterteam des Regionalbischofs in der Vakanzzeit den Sprengel geleitet hatten, verabschiedeten Eckhard Gorka mit einem Druck des Künstlers Micha Kloth. Zugleich hießen sie Regionalbischöfin Dr. Ruck-Schröder mit einem aus allen neun Kirchenkreisen des Sprengels zusammengestellten Präsentkorb willkommen. Beide überreichten Dr. Ruck-Schröder das Magazin „Dem Himmel ganz nah, eine Reise durch den Sprengel Hildesheim-Göttingen“, das die Vielfalt der Region zwischen Peine und Hann. Münden, Hameln und Harz in Form eines geistlichen Reisebuchs zeigt.

Die Chorgruppe der St.-Michaelis-Kantorei, Kirchenmusikdirektorin Angelika Rau-Čulo, Ralf Dittrich und das Ensemble „Noordwind“ der Landesposaunenwarte umrahmten musikalisch den Gottesdienst.

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