Weltberühmt: 150. Todestag des Seesener Klavierbauers Steinweg

Seesen.  Erinnerung an Ursprünge der Familie Steinweg und so an Erfolgsgeschichte der Klavierbauer von „Steinway & Sons“ wird bis heute in Seesen wachgehalten. Ihre Flügel gehören zu den Besten der Welt.

Lesedauer: 3 Minuten
Historische Steinway-Klaviere im Museum Seesen.

Historische Steinway-Klaviere im Museum Seesen.

Foto: Stadt Seesen

Sein Name steht weltweit für präzises Handwerk und höchste Qualität: Gemeinsam mit seinen Söhnen „überflügelte“ Heinrich Engelhard Steinweg die Welt mit seinen Instrumenten und schuf dank seiner Hartnäckigkeit und seines Innovationswillens die Grundlagen für das moderne Klavier. Noch heute zählt ein Flügel der Firma „Steinway & Sons“ zu den besten seiner Art.

Der Weg zum Instrumentenmacher

Geboren wurde der Namensgeber am 22. Februar 1797 in Wolfshagen im Harz als viertes Kind eines Köhlers. Mangel, Not und Verlust prägten die Kindheit Steinwegs während der napoleonischen Kriege.

Nach seinem Einsatz in der Armee kehrte er 1818 an den Harzrand zurück und wurde zunächst Tischler, obwohl seine Leidenschaft schon damals im Instrumentenbau lag.

Sieben Jahre später wurde er als Meister in der Tischlergilde aufgenommen, zog nach Seesen und heiratete dort Juliane Thiemer, die ihm seinen ersten Sohn schenkte. Die Familie wuchs, ein Haus wurde gekauft und den Unterhalt verdiente er mehr schlecht als recht mit Tischlerarbeiten. Lediglich als Hobby, aber mit Leidenschaft und höchster Fertigkeit ausgeübt, blieb der Bau von Musikinstrumenten.

1836 wagte er schließlich den Schritt und annonciert ein fertiggestelltes Klavier zum Verkauf, stellte weitere, bessere Instrumente in Aussicht und nannte sich nun offiziell „Instrumentenmacher“. Nur drei Jahre später wurde der Herzog auf einer Industrieausstellung in Braunschweig schließlich auf den Klavierbauer aufmerksam und kaufte ihm ein Instrument ab. Die wirtschaftlichen Verhältnisse der Familie besserten sich jedoch nicht und auch in der Tischlerei war nicht genügend Platz, um alle Söhne unterzubringen.

Auswanderung nach New York

Steinweg wagte daher 1850 einen großen Schritt und wanderte mit seiner Familie von Seesen nach New York aus.

Erst drei Jahre später, nachdem er den Markt für Klavierbauer in New York genau studiert hatte, gründete er im März 1853 das Familienunternehmen „Steinway & Sons“.

Jedes Familienmitglied hatte dabei seine eigene Rolle: Henry jr. und Theodore waren als Entwickler und Konstrukteure tätig, William bewies Talent als Kaufmann sowie im Marketingbereich und die Frauen der Familie wurden als Klavierlehrerinnen für potenzielle Käufer eingesetzt.

Ein Erfolgskonzept, das aufging: 1860 eröffnete die Familie eine neue große Fabrik an der 4th Avenue, nur fünf Jahre später wurde die Steinway Hall eingeweiht – eine Konzerthalle inklusive Ausstellungsraum. 1870 kaufte Sohn William schließlich Land in Queens und expandierte weiter, bis schließlich ein gesamter Stadtteil nach der Familie benannt wurde: Steinway Village.

Tod mit 73 Jahren

Am 7. Februar 1871 starb Heinrich Engelhard Steinweg schließlich in New York – doch sein Name lebt weiter, auch in Seesen: Dort wird die Erinnerung an die Ursprünge der Familie Steinweg und damit an die Erfolgsgeschichte der Klavierbauer von „Steinway & Sons“ bis heute wachgehalten.

Diese kann in der Dauerausstellung im Städtischen Museum in Seesen sowie auf dem „Steinway Trail“, einem kulturhistorischen Wanderweg von Wolfshagen nach Seesen nachverfolgt werden.

Kommentar-Profil anlegen
*Pflichtfelder