Sven Hannawald unterstützt Schanzenprojekt in Braunlage

Braunlage.  Der WSV Braunlage speckt sein Schanzenprojekt erst einmal ab. Die Anlage am Brockenweg soll nur noch für fünf Millionen Euro saniert werden.

Sven Hannawald weilte an der Braunlager Schanze.

Sven Hannawald weilte an der Braunlager Schanze.

Foto: Tobias Brabanski / GZ

So ganz hat sich der Wintersportverein (WSV) zwar noch nicht von dem Traum verabschiedet, wieder einmal ein Continentalcup-Skispringen in Braunlage veranstalten zu können, aber der Verein speckt das Schanzenprojekt dennoch erst einmal ab. Vorsitzender Jens Koch stellte dem Rat jetzt in nicht-öffentlicher Sitzung eine halb so teure Variante vor. Eigentlich sollten laut Koch am Brockenweg in Braunlage zehn Millionen Euro aufgebracht werden. Bestandteil dieses Vorhabens war unter anderem der Neubau einer 120-Meter-Schanze, die eben für dieses Continentalcup-Skispringen benötigt werde. Jetzt konzentriert sich der Verein aber erst einmal auf die Sanierung der bestehenden Anlage.

Unterstützung von Sven Hannawald

Unterstützt wird der WSV dabei auch von Sven Hannawald. Laut Koch besteht ein sehr gutes Verhältnis zwischen dem Verein und dem ehemaligen Weltklasse-Skispringer, der 2002 als Erster überhaupt alle Springen der Vierschanzen-Tournee gewann. Hannawald weilte jetzt mit 15 Teilnehmerinnen eines Seminars für Frauen in Führungspositionen an der Schanze. Er hielt diesen Workshop am Brockenweg ab und hat laut Koch angekündigt, regelmäßig wiederzukommen, wenn dieses Vorhaben umgesetzt werde. In den fünf Millionen Euro jetzt seien neben der Sanierung der bestehenden vier Schanzen auch der Neubau einer 75-Meter-Schanze eingeplant, wie Koch ankündigt. Bis vor zwei Jahren stand an der Stelle noch eine 70-Meter-Schanze. Die war aber so marode, dass sie aus Sicherheitsgründen abgerissen werden musste. „Der Hang gibt auch eine etwas größere Schanze her“, meint er. Aus Umweltschutzgründen wolle der Verein aber erst einmal in den derzeit genutzten Grenzen bleiben. Weiter soll laut dem WSV-Vorsitzenden auch ein Lift für die Sportler errichtet werden, und die sogenannte Nato-Straße hinauf zum Wurmberg überbaut werden. Koch betont die Wichtigkeit dieser Investition. „Wir haben vom internationalen Skiverband (FIS) nur eine Ausnahmegenehmigung für den Weiterbetrieb unserer vier Schanzen erhalten“, sagt er. Und ohne Genehmigung der Sportstätten könne der Verein keine Nachwuchsarbeit mehr im Skisprungbereich leisten, macht er klar.

Erstes Informationsgespräch

Die allgemeine Vertreterin von Bürgermeister Wolfgang Langer im Amt, Martina Peine, bestätigt auf Anfrage der Goslarschen Zeitung, dass Jens Koch das neue Vorhaben in nicht-öffentlicher Ratssitzung vorgestellt habe. „Leider hatte der WSV-Vorsitzende zu der Sitzung keine Unterlagen mitgebracht, die erklären, wie sich diese fünf Millionen Euro Investitionskosten zusammensetzen“, sagt sie.

Laut Peine war es aber auch ein Informationsgespräch. Koch wolle die Unterlagen nun nachreichen, und dann würden sich die Ratsmitglieder mit dem Thema befassen. Unter anderem soll das Vorhaben auch im Rahmen der kommunalen Entwicklungspartnerschaft (KEP) mit Land Niedersachsen und Landkreis Goslar thematisiert werden, wie aus Reihen der Kommunalpolitiker zu hören war. Um eine finanzielle Unterstützung aus dem Förderprogramm für Sportstätten zu bekommen, müsse die Stadt bis 30. Oktober einen Antrag stellen, berichtet Peine auf Anfrage weiter, die auch Kämmerin ist. Zudem müsse der Rat bis 15. November einen Beschluss für dieses Projekt fassen. Dies könne also noch bei der nächsten geplanten Sitzung des Gremiums am Dienstag, 10. November, erfolgen.

120-Meter-Schanze ist nicht vergessen

Für den WSV-Vorsitzenden ist dieses Fünf-Millionen-Euro-Vorhaben hingegen keine „abgespeckte Variante“, sondern nur der „erste Bauabschnitt“, wie er abschließend mitteilt. Er hofft, dass die 120-Meter-Schanze in den nächsten Jahren doch noch in Braunlage umgesetzt werden kann. „Das wäre für unsere Nachwuchsarbeit auch ganz wichtig“, betont Koch.

Hintergrund: WSV Braunlage

Unter anderem mit Nando Riemann hat der Wintersportverein Braunlage (WSV) im Bereich des Skispringens talentierte Nachwuchsleute. Nando Riemann besucht mittlerweile das Ski-Internat in Oberhof, wird entsprechend gefördert und hat erst kürzlich in seiner Altersklasse ein Springen auf Bundesebene gewonnen. „Das ist seit Eckard Reichertz 1982 keinem WSV-Mitglied mehr gelungen“, sagt WSV-Vorsitzender Jens Koch. Weil es auch zwei bis drei weitere Talente in den Nachwuchs-Reihen des Vereins gibt, hofft Koch, dass Braunlage vom „Landesstützpunkt Skispringen“ zum „Landesleistungszentrum Skispringen“ aufsteigt. Dies wäre mit einer entsprechend höheren finanziellen und ideellen Förderung des Landessportbundes verbunden. Der WSV-Vorsitzende glaubt, dieses Ziel erreichen zu können, wenn ein, zwei Sportler des Vereins in die Kader des Deutschen Skiverbandes aufgenommen werden.

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