Verdi kündigt nächsten Streik in Seesener Klinik an

Seesen.  An mehreren Tagen sollen die Angestellten der Asklepios Schildautalkliniken ihre Arbeit niederlegen. Mitte Juni hatten sie zuletzt gestreikt.

Der Streik an den Schildautalkliniken geht weiter.

Der Streik an den Schildautalkliniken geht weiter.

Foto: Fotolia (Symbol)

Die Vereinte Dienstleistungsgesellschaft Verdi kündigt in einer Mitteilung die nächsten Streiktage an den Asklepios Kliniken Schildautal in Seesen an. Der Streikt beginnt bereits am Donnerstag und wird am Freitag, 31. Juli, fortgesetzt. Weitere Streiks sind für kommende Woche, Montag bis Mittwoch, vorgesehen.

„Da Asklepios seine Blockadehaltung weiter fortsetzt, sind die Beschäftigten trotz Corona zu diesem Schritt gezwungen“, heißt es in der Pressemitteilung der Gewerkschaft.

Mitte Juli hatten die Beschäftigten der Schildautalkliniken zuletzt für drei Tage gestreikt. Jetzt sollen die Streiks im Zuge der Tarifverhandlungen fortgeführt werden.

Der zuständige Gewerkschaftssekretär Jens Havemann erklärt: „In Deutschland gibt es Zehntausende Tarifverträge und die Beschäftigten haben mehr als vernünftige Forderungen. Die Corona-Krise hat doch gerade gezeigt wie wichtig es ist, dass Krankenhauspersonal gut bezahlt wird und faire Arbeitsbedingungen hat. Ein Tarifvertrag ist dazu die Grundlage. Asklepios muss sich dieser Realität endlich stellen und an den Verhandlungstisch kommen.“ Das bisherige Vergütungsniveau führe dazu, dass Asklepios massive Probleme habe, Personal für die Klinik zu halten und zu gewinnen, wirft die Gewerkschaft der Klinik vor.

Martin Kupferschmidt, Mitglied der Tarifkommission, ergänzt: „Auch wenn die Geschäftsführung gerne das Gegenteil behauptet, die Beteiligung am Streik ist angesichts der notwendigen Notdienstvorkehrungen nach wie vor hoch. Die Kolleginnen und Kollegen sind es leid, dass ihre Interessen keine Beachtung bei Asklepios finden. Deshalb streiken sie für eine Angleichung an den TVöD. Wenn Asklepios nicht einlenkt, werden wir die Streiks in den kommenden Wochen hochfahren.“

Corona-relevante Stationen werden nicht bestreikt

Bei den anstehenden Streiks werden die Corona-relevanten Stationen nicht bestreikt, und auch bei den Streik-Aktionen gelten die Abstandsregeln zur Verringerung eines Infektionsrisikos, teilt die Gewerkschaft mit. Am 30. Juli werden die Beschäftigten zu einer Streikkonferenz unter freiem Himmel in Seesen zusammenkommen, um sich über die aktuelle Situation auszutauschen. Am Montag, 3. August, wird es in der Seesener Innenstadt eine Menschenkette mit Kundgebung geben, kündigen die Verantwortlichen an.

Auf Nachfrage unserer Zeitung erklärte Klinik-Sprecher Ralf Nehmzow, dass sich die Verantwortlichen der Schildautalkliniken nach dem ersten Streiktag am Donnerstag in einer Stellungnahme zu den Vorwürfen und dem aktuellen Streikgeschehen äußern wollen. Mit einer weiteren Stellungnahme sei nach den fünftägigen Streikaktionen zu rechnen. mel

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