„Rocken am Brocken“ läuft beim Zeitgleich-Festival am 1. August

Elend.  Drei Festivals laden zu einem Online-Musikerlebnis auf dem Fernsehsender Arte ein. Dabei gibt es Live-Musik in Rotation.

Das Rocken am Brocken im vergangenen Jahr.

Das Rocken am Brocken im vergangenen Jahr.

Foto: Merlin Schoenfisch

Das „Watt En Schlick Fest“, das „Rocken am Brocken“ Festival und das „Sound of the Forest“ Festival kollaborieren für eine gemeinsame Produktion mit dem Fernsehsender Arte. Die drei Festivals, die jährlich sonst insgesamt jeweils zwischen 5.000 und 6.000 Gäste anlocken, mussten aufgrund der Corona-Pandemie abgesagt werden. Unter dem Namen „Zeitgleich Festival“ veranstalten die drei unabhängigen Festivals am 1. August ein gemeinsames, parallel stattfindendes Festivalerlebnis, das in einem Live-Stream auf Arte ab 16 Uhr ausgestrahlt wird.

Alle drei Festivals finden regulär am gleichen Wochenende im Festivaljahr statt: Das Watt En Schlick im nordischen Dangast, das Rocken am Brocken in Elend bei Sorge in den Harzer Bergen und das Sound of the Forest im Odenwald bei Bad König. Dieser parallele Austragungstermin wurde zum Anlass genommen, die Vielfalt der partizipierenden Festivals darzustellen und ihren gemeinsamen Anspruch an ein ausgewähltes Booking und eine liebevolle Bühnengestaltung zu präsentieren. „Gleich einem Roadtrip durch die Nation – beim Meer beginnend, über die Harzer Berge führend und am Bergsee endend – integriert das Konzept die landschaftliche Vielfalt Deutschlands sowie die Diversität der Festivalkulissen“, heißt es vonseiten der Verantwortlichen. Aufgrund der Auflagen der jeweiligen Bundesländer finden die Festivals weitestgehend als Geisterfestivals ohne großen Publikumsandrang statt, lediglich eine kleine Anzahl an Gästen ist vor den Bühnen erlaubt.

Live-Musik in Rotation

Beim Zeitgleich Festival spielen jeweils fünf Acts live auf den entsprechenden Festivals und werden hierbei gefilmt, der TV-Sender Arte überträgt die Konzerte sowie weitere Impressionen der Festivals in einem Live-Stream direkt online. Im 30-Minuten-Takt wird nach einem Rotationsprinzip zwischen den Festivals gewechselt und so die Vielfalt der Kulissen inszeniert. Hier rührt auch der Name des Festivalformates her: Die Festivals finden zeitgleich statt. Das neuartige Format ermöglicht es dem Publikum, an allen Festivals teilzunehmen, während sie sich in der Vergangenheit zwischen den Veranstaltungen entscheiden mussten und nur bei einem der Festivals physisch vor Ort sein konnten. Außerdem ist die Ausstrahlung eines Zusammenschnittes bei Arte Concert geplant. Eine Begleitung auf den Social-Media-Kanälen der Festivals rundet das Angebot für das Publikum ab.

Bittersüße Sehnsucht und schmerzlich schöne Melodien erwarten die Zuschauer von Joris. Mighty Oaks ergänzen das übliche Instrumentarium mit Mandoline, Tamburin und Banjo und verfeinern es mit ihrem dreistimmigen Gesang. Meute ignorieren Genregrenzen und kombinieren hypnotischen Techno mit ausdrucksstarker Blaskapellenmusik. Bosse hingegen bittet zum ausgelassenen Engtanz mit dem Leben. Seine Musik ist Pop, Indie, Singer-Songwriter und Poesie.

Initiiert haben das Projekt der Gründer und Hauptveranstalter des Rocken am Brocken Festivals, Markus Blanke, mit seiner Team-Kollegin Lara Gahlow und dem Festivalberater Hannes Raetz. Zu Beginn des Ausbruches der Pandemie entwarfen sie erfolgreich das Konzept, das sich nun in der Umsetzung befindet. „Die Pandemie hat die gesamte Festivalbranche vor enorme Herausforderungen gestellt – ein neuer Zeitgeist mit entsprechenden Formaten musste her“, beschreibt Blanke den initialen Moment der Konzepterstellung. Das Format vereine Teile der stark geschädigten Festivalbranche und zeige Solidarität sowie den Willen, auch in der Krise musikalische Erlebnisse für Festivalfans zu ermöglichen. Mit dem TV-Sender Arte wurde ein Medienpartner gefunden. Als Sponsoringpartner konnten die Fritz Kulturgüter GmbH und Viva con Agua gewonnen werden.

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