Steigende Fallzahlen bei Straftaten zum Nachteil älterer Menschen

Göttingen.  Polizeipräsident Uwe Lührig stellt den Sicherheitsbericht 2019 der Polizeidirektion Göttingen vor.

Bei den Straftaten zum Nachteil älterer Menschen handelte es sich häufig um Betrugsdelikte, wie etwa dem „Enkeltrick“ am Telefon.

Bei den Straftaten zum Nachteil älterer Menschen handelte es sich häufig um Betrugsdelikte, wie etwa dem „Enkeltrick“ am Telefon.

Foto: olly / Fotolia (Symbol)

Zu den Kernaufgaben der Kriminalitätsbekämpfung gehörte auch im vergangenen Jahr erneut die Bekämpfung der Straftaten zum Nachteil älterer Menschen. Das geht aus dem jetzt veröffentlichten Sicherheitsbericht der Polizeidirektion Göttingen hervor. Durch den wachsenden Anteil von Seniorinnen und Senioren in der Gesellschaft und einer zunehmenden Anzeigebereitschaft wurden 2019 erneut steigende Fallzahlen registriert.

Bei den Straftaten zum Nachteil älterer Menschen handelte es sich häufig um Betrugsdelikte, die von überregional agierenden Tätern und Täterinnen begangen wurden und niedersachsenweit einen Schaden im Millionenbereich verursachten. Im diesjährigen Sicherheitsbericht werden Echtfälle des Kriminalitätsphänomens „Falsche Polizeibeamte“ beschrieben und in dem Zusammenhang die repressiven sowie präventiven Maßnahmen der Polizei vorgestellt.

Seit 2016 wird der Sicherheitsbericht der Polizeidirektion Göttingen samt spezifischer Einblicke der Polizeiinspektionen jährlich herausgegeben. Aufgrund der Corona-Pandemie war es diesmal nicht möglich, den Bericht, wie in den vergangenen Jahren, im Rahmen einer Konferenz zu präsentieren. Der Präsident der Polizeidirektion (PD) Göttingen, Uwe Lührig, veröffentlicht den in Zusammenarbeit mit den Polizeiinspektionen Göttingen, Hameln-Pyrmont/Holzminden, Hildesheim, Nienburg/Schaumburg und Northeim gefertigten Sicherheitsbericht in diesem Jahr deshalb digital: „Vor allem in Krisenzeiten ist es unser Anspruch, die Bewohnerinnen und Bewohner des gesamten Direktionsgebietes über die Arbeit der Polizei zu informieren und einen Rückblick auf sicherheitsrelevante Themen des letzten Jahres zu geben..“

Der Sicherheitsbericht gewährt einen Einblick in die aktuelle Lage und Entwicklungen in den Bereichen Kriminalität, Einsatz, Verkehr und Technik. Der Bericht geht über die Inhalte der polizeilichen Kriminalstatistik oder der Verkehrsunfallstatistik hinaus m auf die Arbeitsweise der Polizei ein.

Cyberkriminalität

Ein weiterer Schwerpunkt der polizeilichen Arbeit war und ist die Bekämpfung von Cyberkriminalität. Unter Nutzung des Tatmittels Internet wurden auch in diesem Deliktfeld steigende Fallzahlen festgestellt, heißt es im Bericht. So stieg die Anzahl der bekannten Fälle innerhalb der PD Göttingen um 7,43 Prozent auf 4481 Taten. Für Unternehmen entstanden dabei Schäden, die deutschlandweit in die Milliardenhöhe gingen. Die Polizeidirektion Göttingen leistet durch den Einsatz von Fachpersonal und speziellen IT-Tools professionelle Ermittlungsarbeit, um beweissichere Strafverfahren zu führen und den Tätern habhaft zu werden.

Die Polizei hat auch ihre Maßnahmen im Bereich der „Hasskriminalität“ und der Sicherheit von Amts- und Mandatsträgern intensiviert, welche exemplarisch ebenfalls in dem Sicherheitsbericht dargestellt werden. Gleiches gilt auch für den Bereich „Gewalt gegen Polizeibeamte und Rettungskräfte“, welcher im Jahr 2019 im Vergleich zu 2018 einen erschreckenden Anstieg um 18 Taten auf nun 411 Taten verzeichnet. Die negative Entwicklung der vergangen Jahre setzt sich somit in diesem Bereich fort, sodass dieser auch weiterhin einen Schwerpunkt der polizeilichen Arbeit darstellt.

Verkehrssicherheitsarbeit

Die Verkehrssicherheitsarbeit gehört nach wie vor zu den Kernaufgaben polizeilicher Arbeit. Die Polizeidirektion Göttingen hat die kontinuierliche Arbeit zur Gewährleistung der Sicherheit im Straßenverkehr auch im Jahr 2019 fortgeführt. Die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle im Jahr 2019 stieg dennoch um 3,3 Prozent auf 34.462 an. Im Zuständigkeitsbereich der PD Göttingen kamen dabei 64 Personen in Folge eines Verkehrsunfalls ums Leben (2018: 53). Auch die Anzahl der schwer verletzten Verkehrsteilnehmer stieg um 2,6 Prozent auf 937 an. Die PD Göttingen wird sich bei den Schwerpunkten ihrer Verkehrssicherheitsarbeit weiterhin an den Hauptursachen der schweren Verkehrsunfälle orientieren und im Zusammenwirken mit Netzwerkpartnern alles in ihrer Macht stehende tun, um die Anzahl der Unfälle mit schweren Folgen zu senken.

Ein besonderes Augenmerk lag im vergangenen Jahr auf der Ablenkung durch die Nutzung von Mobiltelefonen im Straßenverkehr, von denen im vergangenen Jahr innerhalb der PD Göttingen mehr als 7400 Verstöße festgestellt worden sind. Durch gezielte Kontrollen und Aufklärungsarbeit setzte sich die Polizeidirektion Göttingen dafür ein, die Bevölkerung für die damit verbundenen Gefahren zu sensibilisieren.

„Mit diesem Sicherheitsbericht wollen wir das Vertrauen in unsere Arbeit weiter stärken, indem wir unsere Transparenz verdeutlichen. Dazu zählen neben ganz vielen positiven auch die im Sicherheitsbericht beschriebenen negativen Entwicklungen in einigen Bereichen. Insgesamt lässt sich aber festhalten: Im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Göttingen lässt es sich gut und vor allem sicher leben! Diese Sicherheit ist vor allem auf die Arbeit Ihrer Polizei begründet“, stellt Polizeipräsident Uwe Lührig abschließend fest.

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