Bauarbeiten an der A7 dauern voraussichtlich bis Ende 2022

Seesen.  Wasserfledermäuse verzögern den Ausbau, sie mussten erst umgesiedelt werden. Auch Funde aus der Jungsteinzeit brachten den Zeitplan durcheinander.

Um die A7 auf sechs Fahrspuren erweitern zu können, sind auch neue Brücken nötig. Derzeit befinden sich 25 von 37 nötigen Bauwerken im Bau.

Um die A7 auf sechs Fahrspuren erweitern zu können, sind auch neue Brücken nötig. Derzeit befinden sich 25 von 37 nötigen Bauwerken im Bau.

Foto: Andreas Gereke

Eigentlich sollte die Autobahn 7 zwischen Göttingen und Hannover nach den damaligen Wünschen der niedersächsischen Landespolitik bereits zur Expo 2000 in Hannover sechsstreifig ausgebaut sein. Dies hat bekanntlich nicht geklappt. 20 Jahre später laufen die Bauarbeiten immer noch – und werden sich um ein weiteres Jahr verlängern. Das hat der Geschäftsführer des Baukonsortiums Via Niedersachsen, Philippe Rossignol, am Dienstag bei einer Pressekonferenz in Seesen mitgeteilt. Ursprünglich sollte der noch ausstehende 30 Kilometer lange Abschnitt zwischen Göttingen und Bockenem Ende 2021 fertig sein. Bei den Bauarbeiten gab es jedoch einige unvorhersehbare Überraschungen, und die haben dazu geführt, dass sich die Arbeiten voraussichtlich bis Ende 2022 hinziehen werden. Grund für die Verzögerung sind unter anderem eine geschützte Tierart und archäologische Funde aus der Jungsteinzeit.

Für den sechsspurigen Ausbau müssen insgesamt 37 Brücken abgerissen und neu gebaut werden. Im Zuge dieser Arbeiten stellte sich heraus, dass eine der Autobahnbrücken im Bereich der Northeimer Seenplatte von Wasserfledermäusen als Sommerquartier genutzt wurde. Da Wasserfledermäuse streng geschützt sind, konnte die Brücke zunächst nicht abgerissen werden. Um ihnen ein Ersatzquartier zu bieten, habe man drei Häuschen an den Northeimer Kiesseen errichtet, teilte Rossignol mit. Die Neuansiedlung habe allerdings nicht auf Anhieb geklappt: Statt in die eigens für sie gebauten Häuschen umzuziehen, hätten sich die Fledermäuse zunächst in anderen Brücken eingenistet, wodurch sich die Arbeiten noch einmal verzögert hätten. Inzwischen habe man aber anhand von Kotspuren festgestellt, dass sich Fledermäuse in den Ersatzquartieren aufgehalten haben.

Funde aus der Jungsteinzeit

Neben dem Artenschutz brachten auch Funde aus der Jungsteinzeit den Zeitplan durcheinander. In der Nähe von Eboldshausen (Kreis Northeim) seien zahlreiche archäologisch wertvolle und gut erhaltene Scherben und andere Zeugnisse bandkeramischer Siedlungsbauten entdeckt worden, erläuterte Rossignol. Die Bergung und Konservierung der mehr als 1.000 Fundstücke habe mehr als 80 Wochen gedauert. Auch in der Nähe des römischen Schlachtfeldes am Harzhorn wurden die Archäologen fündig. Unter anderem hätten sie einige Speerspitzen gefunden, sagte Via-Niedersachsen-Sprecher Steffen Schütz. Daneben habe es auch bautechnische Probleme gegeben. Insbesondere im Bereich Echte hätten schwierige Bodenverhältnisse den Brückenbau verkompliziert.

Allein die Arten- und Denkmalschutzmaßnahmen hätten eine zwei Jahre längere Bauzeit erforderlich gemacht, sagte Geschäftsführer Rossignal. Im Einvernehmen mit dem Bund habe man die Bauabschnitte und Ablaufpläne jedoch so umgestellt, dass sich die Fertigstellung nur um ein Jahr verzögere. Bis Ende 2021 sollen immerhin zwei Teilabschnitte für den sechsspurigen Verkehr freigegeben werden, Diese befinden sich am Anfang und Ende der 30 Kilometer langen Baustelle, also nördlich von Nörten-Hardenberg und südlich von Seesen.

Sieben Brücken werden neu gebaut

In den kommenden Monaten sind insbesondere in dem Abschnitt nördlich von Echte umfangreiche Bauarbeiten geplant. Im Bereich der Ortschaften Düderode, Oldenrode und Oldershausen sollen sieben Brücken abgerissen und neu gebaut werden, teilte Geschäftsführer Rossignol mit.

Um die Einschränkungen für die betroffenen Bürger, Landwirte und den öffentlichen Personennahverkehr so gering wie möglich zu halten, würden nicht alle Brücken gleichzeitig gesperrt. Eine Brücke solle offen gehalten werden, bis eine neue Brücke zur Verfügung stehe. Über die Details will Via Niedersachsen die Bürger bei einer Informationsveranstaltung informieren, die am 23. Januar um 17 Uhr im Gasthaus Zwickert in Oldenrode stattfindet.

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