Auf die Mischung kommt es an – so hilft man Vögeln im Winter

Osterode  Wer Gartenvögel in der kalten Jahreszeit unterstützen möchte, sollte bei der Auswahl des Futters und des Spenders einige Tipps und Tricks beachten.

Eine Blaumeise hält sich an einer mit Vogelfutter gefüllten Kokosnuss fest.

Eine Blaumeise hält sich an einer mit Vogelfutter gefüllten Kokosnuss fest.

Foto: Roland Weihrauch / dpa

Kaum wird es kühler, finden sich Meisenknödel und Co in jedem Supermarkt. Und viele Tierfreunde greifen gern zu. Der Bundesverband Deutscher Gartenfreunde (BDG) rät jedoch, das Füttern auf echte Notzeiten mit Dauerfrost und geschlossener Schneedecke zu beschränken. Darüber informierte der Verband jetzt in einer Mitteilung.

Denn ob Vögel unsere Hilfe wirklich brauchen, darüber streiten die Experten. Aber wer sich an einige Regeln hält, kann ohne schlechtes Gewissen das bunte Treiben an der Futterstelle genießen. „Eine Vogelfutterstelle im Garten ist eine tolle Möglichkeit, die heimischen Sänger besser kennenzulernen“, erklärt Thomas Wagner, Fachberater des Bundesverbands Deutscher Gartenfreunde. „Denn hier lassen sie sich gut beobachten, ohne dass Blätter und Zweige die Sicht versperren.“

Damit Vogelfreunde nicht mehr Schaden anrichten als nutzen, sollten jedoch einige Dinge beachtet werden.

Auf Sauberkeit achten

In geschlossenen Futterspendern ist das Futter vor Nässe und Frost geschützt und verdirbt nicht so schnell, erklärt der Experte des Bundesverbands Deutscher Gartenfreunde. Außerdem können die Vögel nicht darin herumlaufen und es mit ihrem Kot verschmutzen, so Wagner weiter.

Wer ein klassisches Vogelhäuschen verwendet, sollte dieses regelmäßig reinigen und täglich nur ein bisschen Futter einstreuen.

Leider werden Meisenknödel oft in Plastiknetzen angeboten, bedauert Thomas Wagner. In diesen können sich die Tiere mit ihren Beinen verhaken und verletzen. Knödel ohne Netz oder Futterglocken sind daher, neben Futterspendern, die bessere Wahl.

Das richtige Futter verwenden

Für Körnerfresser wie Meisen, Finken und Sperlinge sind Sonnenblumenkerne ein gutes Basisfutter. Körnermischungen bieten für jeden einen Leckerbissen.

Rotkehlchen, Amsel oder Zaunkönig sind Weichfutterfresser. Für sie kann man Haferflocken, Obst oder Rosinen anbieten. Hier ist es besonders wichtig, dass das Futter frisch ist und nicht verdirbt. Essensreste oder Brot sind immer tabu. Davon können die Tiere krank werden, warnt Thomas Wagner vor falschem Futter.

Den passenden Standort finden

Futterplätze sollten gut einsehbar sein. So macht das Beobachten mehr Freude, aber vor allem können sich Katzen nicht unbemerkt anschleichen, erklärt Wagner außerdem.

Fensterscheiben sollten einige Meter entfernt sein, damit die Vögel nicht dagegen fliegen. Alternativ kann ein Futterspender direkt an der Scheibe angebracht werden. Das ist zum Beispiel eine gute Lösung für Balkone.

Garten vogelfreundlich gestalten

Auch ohne Futterstation können Gartenbesitzer etwas für Vögel tun. Heimische Sträucher wie Hagebutte, Weißdorn oder Berberitze tragen ihre Früchte bis weit in den Winter – und sind eine tolle natürliche Futterquelle für Körnerfresser, macht der Experte deutlich.

Auch heimische Stauden wie Disteln, Wald-Engelwurz oder Wilde Karde bieten gute Winternahrung – weshalb die Blütenstände erst nach der Kälte zurückgeschnitten werden sollten.

Grundsätzlich gilt: lieber wild als ausgefegt. Denn wo es viele kleine Verstecke für Insekten gibt, finden auch die gefiederten Freunde genügend Nahrung.

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