Auch Kunden für Brennholz leiden unter dem Borkenkäfer

Osterode  Ein Heer von Schädlingen wütet nach Orkan „Friederike“ in den Wäldern. Die Landesforsten haben kaum Kapazitäten für die Aufarbeitung von Brennholz.

Ein Mitarbeiter der Niedersächsischen Landesforsten bei der Borkenkäferkontrolle.

Ein Mitarbeiter der Niedersächsischen Landesforsten bei der Borkenkäferkontrolle.

Foto: Niedersächsische Landesforsten

Mit Beginn des Herbstes nimmt in den Niedersächsischen Landesforsten die Nachfrage nach Brennholz zu. Viele Kaminbesitzer möchten ihre im letzten Winter verbrauchten Vorräte nun wieder auffüllen. Die Landesforsten bitten um Verständnis: „Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind seit Wochen intensiv mit der Bekämpfung des Borkenkäfers beschäftigt. Wir haben kaum Kapazitäten für die Aufarbeitung von Brennholz“, erklärt Klaus Jänich, Vizepräsident der Landesforsten und für den Holzverkauf zuständig. In Folge des heißen und trockenen Sommers hatten sich die Borkenkäfer rasant vermehrt und viele Fichten befallen. Diese müssen nun schnellstmöglich entnommen werden, um eine weitere Ausbreitung der Käfer zu unterbinden. Jänich erläutert: „Das hat für uns jetzt Priorität. Es geht darum, weitere Schäden am Wald zu verhindern.“ Viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Landesforsten aus dem Norden Niedersachsens sind zur Unterstützung ihrer Kolleginnen und Kollegen im Süden eingesetzt. Dort ist die Borkenkäferlage wegen der ausgedehnten Fichtenwälder besonders angespannt.

Die Landesforsten versuchen dennoch, die Brennholzkunden zu bedienen. Hierzu müssen Kunden insbesondere in Südniedersachsen aber mit Brennholz aus anderen Laubhölzern oder aus Fichte vorlieb nehmen, so Jänich. Denn: „Das von Brennholzkunden am stärksten nachgefragte Buchenholz ist knapp. Dieses wird dringend in der holzverarbeitenden Industrie benötigt, wo es sich nicht so leicht ersetzen lässt wie im Brennholz.“

Das Holz von Eiche, Esche, Birke oder Ahorn unterscheidet sich zwar im Brandverhalten von dem der Buche, die Brennwerte liegen aber dicht beieinander. Bei der Verarbeitung haben Esche oder gar Fichte sogar deutliche Vorteile: Sie lassen sich meist deutlich besser spalten als das gewohnte Buchenholz und im Fall von Esche und Eiche auch länger lagern. „Die Belieferung der holzverarbeitenden Industrie hat an dieser Stelle Vorrang, da diese dringend auf den Rohstoff angewiesen ist, ohne den sie die Arbeit einstellen müsste“, erklärt Jänich.

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