AfD-Politiker beschimpft Hitler-Attentäter Stauffenberg

Hannover   In einem Facebook-Post bezeichnete Lars Steinke das Attentat auf Adolf Hitler als „beschämend“ und nannte den Widerstandskämpfer einen „Verräter“.

Lars Steinke, Vorsitzender der niedersächsischen Jungen Alternative, Ende 2017 in Osterode.

Lars Steinke, Vorsitzender der niedersächsischen Jungen Alternative, Ende 2017 in Osterode.

Foto: Swen Pförtner / picture alliance

Der niedersächsische Landeschef der AfD-Jugendorganisation Junge Alternative (JA) hat Hitler-Attentäter Claus Schenk Graf von Stauffenberg als „Verräter“ bezeichnet und stößt damit parteiintern auf harsche Kritik. „Stauffenberg war ein Verräter“, heißt es in dem Facebook-Beitrag von Lars Steinke, der nicht öffentlich einsehbar ist. Steinke bestätigte der „Welt“ (Donnerstag), er habe „den Text selbst verfasst“. Auch auf dpa-Anfrage räumte Steinke den Beitrag ein, dieser sei bei Facebook nicht öffentlich einsehbar und nur von mit ihm befreundeten Nutzern zu lesen.

Bundestagsfraktionschef Alexander Gauland sprach sich für einen Parteiausschluss Steinkes aus. Dessen Facebook-Äußerung ist für Gauland „bodenloser Schwachsinn“, wie ein Sprecher ihn bei Twitter zitierte. „Stauffenberg ist ein Held der deutschen Geschichte.“

In dem Facebook-Beitrag heißt es demnach, das gescheiterte Attentat auf Hitler sei „der beschämende Versuch eines Feiglings“ gewesen, „die eigene Haut vor dem kommenden Sieger zu retten“. Am 20. Juli 1944 hatten Wehrmachtsoffiziere um Stauffenberg vergeblich versucht, Hitler mit einer Bombe zu töten und den Zweiten Weltkrieg zu beenden. Sie wurden hingerichtet.

Die niedersächsische AfD äußerte „Befremden“ über Steinke: „Der Landesvorstand stellt hierzu klar, dass diese Meinung in all ihrer Absurdität weder die Meinung des Landesvorstandes der AfD-Niedersachsen widerspiegelt, noch die der AfD insgesamt“. Auch der JA-Bundesvorstand distanzierte sich. „Der Text Lars Steinkes widerspricht eklatant den Wertvorstellungen der Jungen Alternative für Deutschland“, erklärte JA-Bundeschef Damian Lohr in einer Mitteilung. Der JA-Vorstand werde mit dem AfD-Vorstand über Konsequenzen beraten. dpa

Lesen Sie, wie die Mutterpartei AfD reagiert.

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