Sonderpodcast: Labbadia wird Herthas Messias

Wolfsburg.  Der Ex-VfL-Trainer startet am Ostermontag. Unser Redakteur Leonard Hartmann hat mit zwei Kollegen ein Expertengespräch geführt.

Der scheidende Trainer Labbadia wurde beim hochgelebt - jetzt startet er in Berlin (Archivbild).

Der scheidende Trainer Labbadia wurde beim hochgelebt - jetzt startet er in Berlin (Archivbild).

Foto: regios24

Wer unbedingt will, kann ein prominentes christliches Bild in der wichtigsten Bundesliga-Personalie des Osterwochenendes erkennen. Bruno Labbadia, der vor einem Jahr den VfL Wolfsburg aus dem Kellergeschoss des Fußballs ins helle Licht des Europapokals geführt hat, übernimmt Hertha BSC. Und wann ist der erste Arbeitstag des neuen Trainers? An Ostermontag, dem Tag der Wiederauferstehung. An genau dem Tag will nun auch die Berliner Hertha ihre eigene Wiederauferstehung beginnen. Labbadia ist als der Anführer ausgemacht. Der 54 Jahre alte Ex-Profi hat in Berlin einen Vertrag unterschrieben, der bis Sommer 2022 gültig ist.

Labbadia als Berliner Messias. In seiner Zeit in Wolfsburg hat er bewiesen, dass er zwei Facetten des Trainerjobs beherrscht. Zunächst rettete er den VfL vor dem Abstieg in die 2. Bundesliga. Das sei die härteste Aufgabe seiner Laufbahn gewesen, sagte er damals. Der Klub lag im Frühjahr 2018 in Trümmern, als Labbadia für den entmutigten und desillusionierten Martin Schmidt kam, der lieber freiwillig ging als sich die Wirren des VfL weiter anzutun.

Keine Ablenkung, nur Fußball, Fußball, Fußball

Eigner VW hatte mit den Folgen der Diesel-Krise zu kämpfen, VfL-Boss Javier Francesco Garcia Sanz musste gehen; der VfL-Geschäftsführung fehlte seit Klaus Allofs’ Aus 14 Monate zuvor die gehobene Fußballkompetenz; Sportdirektor Olaf Rebbe verlor sich in der Situation und stellte einen viel zu teuren Kader zusammen, dessen finanzielle Spätfolgen noch heute zu spüren sind. In dieses Umfeld kam Labbadia im Frühjahr 2018.

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Im Sommer 2019 verließ der ehemalige Topstürmer Wolfsburg wieder mit bunten Blumen, lautem Applaus und einem Startplatz im Europapokal. Labbadias erste Mission, den Nicht-Abstieg, erfüllte er mit maximalem Fokus auf das Wichtigste: keine Ablenkung, nur Fußball, Fußball, Fußball. Mit viel Arbeit. Die Mannschaft rettete sich in der Relegation im zweiten Jahr in Folge gegen Holstein Kiel vor dem Abstieg. Erst danach, sagte Labbadia, begann ihm seine Arbeit beim VfL auch Spaß zu machen.

Intensiver offensiver Ballbesitzfußball setzt sich durch

Denn er nutzte die Sommerpause, um die Mannschaft, die der neue Wolfsburger Geschäftsführer Jörg Schmadtke klug umbaute, auf ein neues Fitnesslevel zu heben. Dazu wurde nach und nach Labbadias Trainerhandschrift sichtbarer. Ein intensiver offensiver Ballbesitzfußball setzte sich durch – und trotz einiger Rückschläge in der Saison feierte der VfL am Ende die Rückkehr nach Europa. Und den Trainer, der zu Beginn seiner Amtszeit noch belächelt wurde: Bruno Labbadia, der bald – sollte die Liga trotz der Corona-Pandemie zeitnah weitergehen –wieder auf den VfL treffen wird. Als Herthas Messias.

Das komplette Expertengespräch können Sie sich in unserem Podcast „Wölfe-Talk“ anhören. Entweder auf www.wolfsburger-nachrichten.de/podcast, bei Spotify oder Apple-Podcast.

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