Hochwasser-Newsblog

Hochwasser: Feuerwehr fordert mehr Hilfe von Arbeitgebern

Lesedauer: 123 Minuten
Debatte über Katastrophenschutz: Besser warnen, besser vorbeugen?

Debatte über Katastrophenschutz: Besser warnen, besser vorbeugen?

Die verheerenden Überschwemmungen in Deutschland haben auch eine Debatte über etwaige Mängel im Warnsystem ausgelöst. Kritiker fordern Verbesserungen. Experten mahnen derweil an, auch vorbeugende Maßnahmen zu ergreifen und zum Beispiel katastrophensicher zu bauen.

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Die Feuerwehren beklagen Hürden bei der Freistellung ihrer Mitglieder für Einsätze. Ein Sektor falle besonders auf. Alle Infos im Blog.

  • Bundeskanzlerin Merkel hat indirekt Versäumnisse in der Klimapolitik eingestanden
  • Der Feuerwehrverband fordert unbürokratische Freistellungen von Arbeitgebern
  • Der Bund hat millionenschwere Soforthilfen für die Hochwasseropfer beschlossen
  • Querdenker und Rechtsextreme verbreiten anscheinend Fake News in Ahrweiler
  • Die Vize-Präsidentin des Technischen Hilfswerks rechnet kaum noch mit Überlebenden
  • Luisa Neubauer wirft der Bundesregierung vor, die Klimakrise nicht ernstzunehmen

Berlin. Die Aufräumarbeiten nach der Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands sind im vollen Gange. Die Behörden haben jedoch immer noch keine vollständige Übersicht über die Lage. Gleichzeitig wächst die Kritik am Katastrophenschutz. Die schweren Regenfälle hatten vergangene Woche ganze Ortschaften in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen zerstört.

Die Zahl der Todesopfer stieg zuletzt auf mindestens 172. Eine nicht bekannte Zahl an Menschen gilt weiterhin als vermisst. Der befürchtete Dammbruch an der Steinbachtalsperre konnte knapp verhindert werden. Auch in Bayern hat sich die Hochwassersituation entspannt.

Zahlreiche Spitzenpolitiker haben sich mittlerweile ein Bild von der massiven Zerstörung gemacht. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) etwa sagte am Sonntag in Rheinland-Pfalz: "Die deutsche Sprache kennt kaum Worte für die Verwüstung, die hier angerichtet ist." Eine Woche nach Beginn der Katastrophe hat das Bundeskabinett nun Soforthilfen für die Opfer beschlossen.

Extreme Wetterlagen treten durch die Klimakrise immer häufiger auf. Unsere interaktive Karte zeigt, wie viele den Landkreisen in Zukunft drohen. Lesen Sie außerdem hier, wie Sie jetzt für Betroffene des Hochwassers spenden können.

Hochwasser-News von Donnerstag, 22. Juli: Merkel zu Klimapolitik: "Nicht ausreichend viel passiert"

11.36 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat bei ihrer letzten Sommerpressekonferenz indirekt Versäumnisse in der Klimapolitik unter ihrer Regide eingeräumt.

Seit ihrem Antritt als Kanzlerin 2005 sei zwar der Anteil von erneuerbaren Energien an der Stromversorgung von zehn Prozent auf über 40 Prozent gewachsen, sagte Merkel. Auch die CO2 Emissionen seien seit 1990 um 40 Prozent reduziert worden. Demnach sei einiges passiert. "Aber gemessen an dem Ziel deutlich unter zwei Grad Anstieg der Temperatur ist nicht ausreichend viel passiert." Das gelte aber nicht nur für Deutschland, sondern auch für viele andere Länder. "Deshalb muss das Tempo angezogen werden", sagte Merkel.

Auch zur Bewältigung der Flutkatastrophe rief Merkel die Deutschen zu einer gemeinsamen Kraftanstrengung auf. "Wir werden zur Behebung all dieser Schäden einen langen Atem brauchen", sagte Merkel.

Gewittergefahr am Wochenende in Rheinland-Pfalz und im Saarland

8.42 Uhr: Schauerartiger Regen und Gewitter erwarten Rheinland-Pfalz und das Saarland am Wochenende. Es könne erneut Starkregen geben, sagte eine Meteorologin des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am Donnerstag. Wo und ob es zu Unwettern komme, könne derzeit noch nicht genau vorhergesagt werden. Am Freitag bleibe es zunächst trocken bei Sonnenschein und bis zu 30 Grad. Die Bewölkung ziehe am Samstag auf, so die Meteorologin. Am Mittag gebe es zunächst im Westen schauerartigen Regen, am Nachmittag sei dann das ganze Gebiet betroffen. Auch am Sonntag können sich im Laufe des Tages örtlich Gewitter bilden.

Unmengen von Sperrmüll nach Hochwasser

7.23 Uhr: Nach der Flutkatastrophe im Westen Deutschlands müssen die kommunalen Abfallentsorger Unmengen von Sperrmüll beseitigen. "Wir haben von einem Mitgliedsunternehmen aus dem Katastrophengebiet gehört, dass in drei Tagen die übliche Jahresmenge an Sperrmüll zusammengekommen sei", sagte der für die Abfallwirtschaft zuständige Vizepräsident des Verbands kommunaler Unternehmen (VKU), Patrick Hasenkamp. Ein anderer Entsorger habe sogar von einer Sperrmüllmenge innerhalb weniger Tage berichtet, die mit dem Aufkommen der vergangenen drei Jahre vergleichbar sei.

Zuverlässige Schätzungen der Müllmengen seien aber noch nicht möglich. Erst nach und nach lasse sich erfassen, wie viel zusätzlicher Abfall tatsächlich angefallen ist. "Aber schon allein der optische Anblick macht an vielen Orten klar: Es werden signifikante Volumina sein", sagte Hasenkamp.

Deutscher Feuerwehrverband beklagt Hürden für Hilfskräfte

4.13 Uhr: Angesichts der Flutkatastrophe hat der Deutsche Feuerwehrverband (DFV) insbesondere Arbeitgeber aus dem öffentlichen Sektor dazu aufgerufen, Hilfskräfte mit Freistellungen zu unterstützen. "Meiner Erfahrung nach haben wir mit privaten Arbeitgebern weniger Probleme; leider gibt es ab und an Hürden bei Beschäftigten im öffentlichen Dienst", sagte DFV-Präsident Karl-Heinz Banse unserer Redaktion. "Hier appellieren wir dringend, die Feuerwehrangehörigen nicht nur jetzt für die bundesweit präsenten Großschadenslagen freizustellen, sondern dies auch für den alltäglichen Einsatz zu ermöglichen", sagte er. Nur so könne auch in Zukunft gesichert werden, dass tagsüber genug Einsatzkräfte zur Verfügung stehen.

Göring-Eckardt fordert mehr Unterstützung für ehrenamtliche Katastrophenhelfer

1.00 Uhr: Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt hat eine bessere Unterstützung für ehrenamtliche Helfer in den Katastrophendiensten gefordert. "Der Staat muss dafür Sorge tragen, dass niemand durch sein Engagement Nachteile erfährt, Belastungen ausgeglichen werden und die Freistellung der Helfenden durch den Arbeitgeber unkompliziert möglich ist", sagte sie unserer Redaktion.

Sowohl die Helfenden als auch das Ehrenamt an sich müssten "materiell und strukturell gestärkt werden", betonte Göring-Eckardt. "Dafür braucht es akut einen unbürokratischen Sonderfonds für die Rettungs- und Katastrophendienste, wenn Ausrüstung im Einsatz verschleißt oder Material fehlt." Außerdem müsse für die Helfer ein einfacher Zugang zu Traumahilfe und Seelsorge gewährleistet werden.

Hochwasser-News von Mittwoch, 21. Juli: Trinkwasser in Euskirchen nur abgekocht nutzen - Krankheitserreger?

22.17 Uhr: Nach der Hochwasserkatastrophe sollte das Trinkwasser in Euskirchen wegen mikrobiologischer Veränderungen derzeit nur abgekocht getrunken werden. Die Abweichungen seien in aktuellen Proben im Bereich des Wasserversorgungsverbandes Euskirchen-Swisttal (WES) festgestellt worden, teilte die Stadt am Mittwoch auf ihrer Internetseite mit. Betroffen seien alle Euskirchener Ortsteile außer Frauenberg, Oberwichterich, Elsig, Wißkirchen und Euenheim.

Bei mikrobiologischen Abweichungen von der Trinkwasserverordnung kann es um Krankheitserreger in zu großen Konzentrationen gehen. "Lassen Sie das Wasser einmalig sprudelnd aufkochen und dann langsam über mindestens 10 Minuten abkühlen", hieß es. Die von Kaffeemaschinen entwickelte Temperatur sei dafür nicht ausreichend. Und: "Sollte keine Möglichkeit zum Abkochen bestehen, wenden Sie sich bitte an die zentralen Trinkwasserstellen in den Ortsteilen der Stadt Euskirchen."

Zahl der Flutopfer in Rheinland-Pfalz steigt auf 125

20.30 Uhr: Die Zahl der Menschen, die bei der Flutkatastrophe im Kreis Ahrweiler in Rheinland-Pfalz ums Leben gekommen sind, hat sich am Mittwoch weiter erhöht: von 122 auf 125. Das berichtete Innenminister Roger Lewentz (SPD) am Abend auf dem Nürburgring.

764 Verletzte seien bisher behandelt worden und 155 Menschen würden noch immer vermisst, hatte Polizei-Einsatzleiter Heinz Wolschendorf zuvor in Bad Neuenahr-Ahrweiler gesagt. Fast 42.000 Menschen seien von der Katastrophe betroffen.

Bei der Hochwasser-Katastrophe kamen nach bisherigen Erkenntnissen insgesamt mindestens 172 Menschen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen ums Leben. Straßen, Bahngleise, Brücken, Mobilfunkmasten, Strom-, Gas- und Wasserleitungen sind vielerorts zerstört.

Berlin schickt Aggregate aus Corona-Krankenhaus in Hochwassergebiet

18.27 Uhr: Berlin greift einem stark von der Hochwasserkatastrophe betroffenen Krankenhaus in Nordrhein-Westfalen unter die Arme: Mehrere Aggregate zur Druckluft- und Sauerstoffversorgung aus dem Corona-Notfallkrankenhaus auf dem Messegelände werden auf den Weg nach Eschweiler geschickt, wie die Gesundheitsverwaltung am Mittwoch mitteilte. Sie sollen im dortigen St. Antonius Hospital zum Einsatz kommen, dessen Untergeschosse überflutet und schwer beschädigt wurden.

Fridays for Future sammelt Spenden für Flutopfer

17.59 Uhr: Die Klimaschutzbewegung Fridays for Future will am Freitag bundesweit Spenden für die Opfer der Hochwasserkatastrophe in mehreren Teilen Deutschlands sammeln. Wie die Organisation am Mittwoch mitteilte, soll es am 23. Juli im ganzen Bundesgebiet Hilfsaktionen und Solidaritätsbekundungen für die Menschen geben, die in der vergangenen Woche von den Fluten überrascht worden waren. Gleichzeitig wollen die Klima-Aktivisten mit Demonstrationen auf den Zusammenhang zwischen häufigeren Extremwetter-Ereignissen und dem Klimawandel aufmerksam machen.

„Die Klimakrise ist hier. Leere politische Ankündigungen und kurzfristige Symptombehandlungen halten sie nicht auf“, sagte Aktivistin Pauline Brünger am Mittwoch der Deutschen Presse-Agentur. Brünger selbst kommt aus der von Überflutungen betroffenen Stadt Köln.

Rheinland-pfälzischer Oppositionschef entsetzt über Querdenker in Hochwasserregionen

16.19 Uhr: Der rheinland-pfälzische CDU-Fraktionsvorsitzende Christian Baldauf hat sich entrüstet über eine offenbar von sogenannten Querdenkern initiierte Hilfsaktion für die Flutopfer im Landkreis Ahrweiler gezeigt. Die Ausnutzung der Situation sei "schändlich", und die betreffenden Menschen seien "nicht bei Trost", sagte Baldauf am Mittwoch dem Deutschlandfunk. Momentan gehe es darum, Menschen zu helfen.

Die Aufräumarbeiten in den von der Katastrophe betroffenen Orten sollen auch Helfer aus dem Umfeld der Querdenker-Szene sowie Verschwörungstheoretiker angelockt haben. Am Dienstag hatte die Polizei Koblenz zudem Gerüchte dementiert, wonach sich die Einsatzkräfte zurückziehen würden. Sie warnte vor Fahrzeugen mit Lautsprechern, mit denen Falschmeldungen verbreitet würden. Diese sähen ähnlich aus wie Einsatzfahrzeuge der Polizei. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) machte Rechtsextremisten für Falschmeldungen verantwortlich und drohte den Verursachern mit strafrechtlichen Konsequenzen.

Bund der Steuerzahler warnt vor Betrug bei Hochwasser-Hilfen

Der Bund der Steuerzahler hat vor etwaigem Betrug bei den Hochwasser-Hilfen von Bund und Ländern gewarnt. Der Präsident des Vereins, Reiner Holznagel, sagte den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND) am Mittwoch, er begrüße die Soforthilfen zwar, es müsse aber auf mögliche Betrugsfälle bei der Inanspruchnahme geachtet werden.

Die Soforthilfen müssten "unbürokratisch ausgezahlt werden", sagte Holznagel. "Allerdings muss sichergestellt werden, dass die Fluthilfen zielgerichtet sind und nur bei den Betroffenen ankommen."

Holznagel fügte zudem an: "Mittelfristig muss man klären, welche Schäden Versicherungen tragen können." Das Versicherungswesen müsse so fit werden, dass solche Schäden versicherbar sind und nicht alles vom Staat beglichen werden muss.

Versicherer rechnen mit Milliardenschäden

14.51 Uhr: Die Versicherungsschäden nach der Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz gehen in die Milliarden. "Wir rechnen momentan mit versicherten Schäden in Höhe von vier bis fünf Milliarden Euro", teilte der Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Jörg Asmussen, am Mittwoch in Berlin mit. "Die Schäden dürften sogar noch über denen des August-Hochwassers im Jahr 2002 von 4,65 Milliarden Euro liegen." Die Überschwemmungen der vergangenen Tage in Bayern und Sachsen seien in dieser Rechnung noch nicht enthalten.

Seehofer will Warn-SMS einführen

12.13 Uhr: Nach der verheerenden Flutkatastrophe im Westen Deutschlands geht Bundesinnenminister Horst Seehofer davon aus, dass die Bevölkerung vor Gefahren künftig auch per SMS gewarnt wird. Der Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK), Armin Schuster, habe zur Warnung per Cell Broadcasting bereits im Frühjahr eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, sagte Seehofer am Mittwoch in Berlin. Schuster gehe davon aus, dass das noch vor der Bundestagswahl am 26. September erwartete Ergebnis positiv sein werde.

Beim Cell Broadcasting wird ähnlich wie bei einer SMS eine Nachricht an Handy-Nutzer verschickt - und zwar an alle Empfänger, die sich zu dem Zeitpunkt in der betreffenden Funkzelle aufhalten. Datenschützer halten diese Technologie, die in vielen anderen Staaten bereits genutzt wird, für relativ unbedenklich.

Für die Warnung vor akuten Gefahren sei ein Mix aus analogen und digitalen Methoden notwendig, von Sirenen bis hin zu High-Tech-Lösungen, betonte Seehofer. Sirenen alleine seien kein Allheilmittel, denn „es reicht ja nicht aus, nur akustisch zu warnen, die Bevölkerung muss ja auch wissen, was sie tun soll“.

Bund beschließt Soforthilfe in Höhe von 400 Millionen Euro

11.19 Uhr: Eine Woche nach Beginn der Hochwasserkatastrophe hat das Bundeskabinett eine millionenschwere Soforthilfe auf den Weg gebracht. Der Bund beteiligt sich nach dem Beschluss vom Mittwoch mit bis zu 200 Millionen Euro zur Hälfte an den Hilfen aus den Bundesländern. Insgesamt stünden demnach bis zu 400 Millionen Euro zur Verfügung. Mit dem Geld sollen die schlimmsten Schäden an Gebäuden und kommunaler Infrastruktur beseitigt und besondere Notlagen überbrückt werden.

Außerdem ist ein milliardenschwerer Aufbaufonds geplant. Über dessen genaue Höhe soll aber erst entschieden werden, wenn das Ausmaß der Schäden besser absehbar ist. Nach der Katastrophe mit inzwischen mehr als 170 Todesopfern hatten Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und Vizekanzler Olaf Scholz (SPD) schnelle unbürokratische Hilfen versprochen.

THW-Vize hat kaum noch Hoffnung auf Überlebende

7.45 Uhr: Die Vizepräsidentin des Technischen Hilfswerks (THW), Sabine Lackner, sieht kaum noch Chancen, knapp eine Woche nach den Überschwemmungen im Westen Deutschlands noch Überlebende zu finden. "Wir suchen aktuell noch nach Vermissten, etwa beim Räumen der Wege oder Auspumpen der Keller", sagte sie dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Mittwoch). "Zu diesem Zeitpunkt ist es aber leider sehr wahrscheinlich, dass man Opfer nur noch bergen kann, nicht mehr retten."

Die Zahl der Hochwasser-Todesopfer war innerhalb knapp einer Woche bis zum Dienstag auf mindestens 170 gestiegen. Aus Rheinland-Pfalz wurden 122 und aus Nordrhein-Westfalen 48 Unwetter-Tote bestätigt. Auch am Dienstag wurden noch Menschen vermisst - allein 155 im besonders betroffenen Kreis Ahrweiler im Norden von Rheinland-Pfalz. Rund 40.000 Menschen galten dort als betroffen von den Folgen des verheerenden Hochwassers und der Flut.

Laschet kündigt 200 Millionen Euro Hochwasser-Hilfe für NRW an

6.55 Uhr: Die nordrhein-westfälische Landesregierung wird 200 Millionen Euro für die Opfer der Unwetterkatastrophe bereitstellen. Das kündigte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Dienstag im "heute journal" des ZDF an. "Das Land Nordrhein-Westfalen wird 200 Millionen Euro bereitstellen, die dann der Bund verdoppeln will", sagte er. Laut Düsseldorfer Regierungskreisen gibt es eine Zusage des Bundes, Soforthilfen der Länder zu verdoppeln.

Bislang ist bekannt, dass die Bundesregierung an diesem Mittwoch, rund eine Woche nach Beginn der Hochwasserkatastrophe vor allem im Westen Deutschlands, laut einer Kabinettsvorlage 400 Millionen Euro an Soforthilfen auf den Weg bringen will. Sie sollen je zur Hälfte vom Bund und von den Ländern getragen werden. Damit sollen die schlimmsten Schäden an Gebäuden und kommunaler Infrastruktur beseitigt und besondere Notlagen überbrückt werden. Bei diesen 400 Millionen werde es aber nicht bleiben, hieß es aus Düsseldorfer Koalitionskreisen.

Außerdem ist ein Aufbaufonds geplant. Der Bund will den Ländern zudem die Kosten für Rettungseinsätze von Bundespolizei, Technischem Hilfswerk und Bevölkerungsschutz erlassen. Auch die Bundeswehreinsätze in den Überschwemmungsgebieten sollen nicht in Rechnung gestellt werden. Zur Bewältigung der Schäden sollen auch Mittel aus dem EU-Solidaritätsfonds beantragt werden.

Entwarnung in Leichlingen: Anglerteich wurde abgepumpt

6.51 Uhr: Nach dem Abpumpen eines übervollen Anglerteiches in Leichlingen im Rheinisch-Bergischen Kreis ist die Gefahr laut Feuerwehr gebannt. Seit dem späten Dienstagabend könnten die Anwohner, die zuvor ihre Wohnungen hatten verlassen müssen, in diese zurückkehren, sagte ein Feuerwehrsprecher. Einsatzkräfte pumpten demnach über mehrere Stunden einen großen Teil des Wassers ab. Sogar im Fall eines Dammbruches könne nun keine bedenkliche Menge an Wasser mehr austreten, sagte der Sprecher. "Die Lage hat sich soweit stabilisiert, aus unserer Sicht gibt es keine weitere Gefahr mehr."

Reul appelliert an Arbeitgeber: Katastrophenschutz unterstützen

6.47 Uhr: NRW-Innenminister Herbert Reul hat an die Arbeitgeber im Land appelliert, den Katastrophenschutz jederzeit besser zu unterstützen - mit Freistellungen für die Helfer. Dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Mittwoch) sagte der CDU-Politiker: "Früher haben die Handwerker im Dorf alles stehen und liegen lassen, wenn es galt, einen Brand zu bekämpfen. Heute machen es manche Arbeitgeber ihren Angestellten schwer, sich bei den Einsatzkräften zu engagieren, weil man ihnen nicht erlaubt, kurzfristig das Büro zu verlassen. Deshalb fehlen in plötzlichen Notsituationen oft die erfahrenen Kräfte."

Lindner fordert milliardenschweren Aufbaufonds für Flut-Opfer

5.29 Uhr: FDP-Chef Christian Lindner hat langfristige Hilfen für die Flut-Opfer gefordert. Die Menschen müssten die Sicherheit bekommen, dass sie "nach der akuten Hilfe nicht allein gelassen werden", sagte Lindner unserer Redaktion. "Die Politik muss in dieser Woche das Signal senden, dass es einen Aufbaufonds geben wird, mit dem die Solidargemeinschaft von Bund und Ländern die Regionen vor Ort und die geschädigten Menschen auskömmlich unterstützen wird."

Der Aufbaufonds werde wie nach der Hochwasserkatastrophe 2013 eine Größenordnung von mehreren Milliarden Euro haben müssen, betonte Lindner. "An den Finanzierungs- und Auszahlungsbedingungen von damals kann man sich orientieren, um schnell handeln zu können."

Einsatz im Flutgebiet: Bundesverband fordert mehr Hilfe für Ehrenamtliche

3.13 Uhr: Im Zusammenhang mit der Hilfe in den Hochwasser-Gebieten hat der Bundesverband der Vereine und des Ehrenamts (bvve) die Rolle von Ehrenamtlichen hervorgehoben und zugleich eine stärkere Unterstützung von freiwilligen Helfern durch den Staat gefordert. "Ehrenamtlich bergen Hilfsvereine Menschen aus den Trümmern, sie unterstützen beim Leerpumpen der Keller, sie versorgen die von der Flutkatastrophe betroffenen Menschen mit Trinkwasser, Essen und Unterkünften", sagte der Präsident des Bundesverbandes, Hans-Jürgen Schwarz, unserer Redaktion. "Ohne die Arbeit der Ehrenamtlichen wäre das Ausmaß der Hochwasser-Katastrophe um ein Vielfaches höher. Der Staat kann Krisen nicht allein managen."

Zugleich warnte Verbandschef Schwarz: "Die Vereine haben immer mehr Schwierigkeiten, die neue Generation und junge Menschen für das Ehrenamt zu begeistern." Das liege auch "am hohen Aufwand, den Vereine mit der Bürokratie haben", sagte Schwarz. Die Corona-Pandemie habe zudem "die Vereine ans Limit gebracht", hob Schwarz hervor. "Der Staat muss nun schnelle finanzielle Hilfe für Vereine leisten, um die Folgen der Corona-Pandemie abzumildern." Tausende ehrenamtliche Einsatzkräfte etwa vom Technischen Hilfswerk und dem Deutschen Roten Kreuz sind derzeit in den Hochwassergebieten im Westen Deutschland im Einsatz.

THW-Chef: Ortskräfte bei Flutkatastrophe von „unschätzbarem Wert“

1.00 Uhr: Im Zusammenhang mit dem Wiederaufbau in den Hochwasser-Gebieten hat der Präsident der Bundesanstalt des Technischen Hilfswerks (THW), Gerd Friedsam, die Rolle der Helferinnen und Helfer vor Ort gelobt und zugleich eine bessere Vernetzung der Hilfskräfte in Aussicht gestellt. "Tausende Helferinnen und Helfer sind jetzt vor Ort. Sie helfen beim Aufräumen und Wiederaufbau, etwa von Straßen und Brücken. Es geht auch noch immer darum, Menschen aus den Trümmern zu bergen", sagte Friedsam unserer Redaktion.

Laut Friedsam ist es zu früh für eine Bilanz des Einsatzes. Zugleich hob der THW-Präsident hervor: "Was sich abzeichnet, ist, dass wir die Einheiten vor Ort mit den externen Helferinnen und Helfern künftig noch besser vernetzen müssen. Auch die Kapazitäten beim Brückenbau sind in diesem Einsatz enorm wichtig, das müssen wir für künftige Krisen im Hinterkopf behalten und hier Kapazitäten weiter ausbauen", sagte THW-Chef Friedsam.

Hochwasser-News von Dienstag, 20. Juli: Übervoller Anglerteich: Evakuierung in NRW

19.50 Uhr: Ein übervoller Anglerteich hat am Dienstagabend wieder Evakuierungen in Leichlingen im Rheinisch-Bergischen Kreis nach sich gezogen. Es handle sich um eine Vorsichtsmaßnahme, teilte Hauptbrandmeister Thomas Schmitz der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf mit. Der Uferbereich des Anglerteichs Hasensprung in der Ortschaft Büscherhöfen beginne sich aufzulösen. Sicherheitshalber werde der Bereich mit Sandsäcken gesichert und Wasser abgelassen.

Die Polizei evakuiere Häuser der kleinen Ortschaft. Bewohner eines Altenheims würden aus dem Erdgeschoss in die erste Etage verlegt. Um die Fische im Teich kümmere sich der örtliche Anglerverein. Größere Überflutungen in der Nacht zum Mittwoch würden aber nicht befürchtet. "Dafür legen wir ja die Sandsäcke", sagte Schmitz.

Unterdessen dementierte die Stadt Leverkusen Gerüchte, dass der Damm der zwischen Leichlingen, Leverkusen und Burscheid gelegenen Diepentalsperre durch einen Schaden am Bauwerk gefährdet sei. "Dies ist nicht der Fall", teilte eine Sprecherin mit. "Eine schadhafte Stelle wird repariert. Es besteht keine Gefahr für die Bevölkerung in Leverkusen."

Land Rheinland-Pfalz stellt Soforthilfen für Flutopfer bereit

19.18 Uhr: Die rheinland-pfälzische Landesregierung hat für Betroffene der Hochwasserkatastrophe in dem Bundesland Soforthilfen bis zu 3500 Euro pro Haushalt beschlossen. Das Geld soll ohne Bedürftigkeitsprüfung schnellstmöglich über die Kreisverwaltungen ausgezahlt werden, teilte die Staatskanzlei in Mainz am Dienstag mit.

"Wer durch das Hochwasser einen Schaden an Wohnraum, Hausrat oder Kleidung erlitten hat, bekommt unbürokratisch und schnell Hilfe", teilte Innenminister Roger Lewentz (SPD) mit. Eine Vermögensprüfung sei nicht notwendig, Spenden würden nicht angerechnet "Damit hoffen wir dazu beitragen zu können, die akute Not vieler Menschen ein Stück weit zu lindern."

Darüber hinaus seien auf dem Spendenkonto der Landesregierung mehr als 6,2 Millionen Euro an Privatspenden eingegangen, teilte die Staatskanzlei mit. "Das Geld soll über die Kreisverwaltungen verteilt werden", meinte Lewentz. "Vor Ort kann am besten gesehen werden, wo die Not am größten ist und wie Abhilfe geschaffen werden kann."

Ärztegewerkschaft besorgt über medizinische Lage in Hochwassergebieten

18.09 Uhr: Die Ärztegewerkschaft Marburger Bund hat sich mit Blick auf die Versorgung von Patienten in den westdeutschen Katastrophengebieten besorgt gezeigt. Wie es in einer Mitteilung vom Dienstag hieß, seien beispielsweise zahlreiche Arztpraxen in den betroffenen Regionen überschwemmt, nicht mehr arbeitsfähig oder sogar komplett zerstört. Niemand habe bisher ein komplettes Bild davon, wie stark die medizinische Grundversorgung zerstört sei, hieß es.

"Wir wissen derzeit von über 20 Arztpraxen alleine in Rheinland-Pfalz, die nicht mehr arbeitsfähig sind", sagte Hans-Albert Gehle, Vorsitzender des Marburger Bundes in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen, laut Mitteilung. Nicht von Hochwasser betroffene Praxen müssten Patienten in einer solchen Lage mitversorgen. Es sei zudem sinnvoll, wenn für chronisch Kranke und sonstige Patienten in Gemeinden und Stadtteilen provisorische "Not-Praxen" sowie "Not-Apotheken" aufgebaut würden.

Zahl der Unwetter-Toten in NRW steigt auf 48

17.52 Uhr: Die Zahl der Todesfälle nach der Unwetterkatastrophe ist in Nordrhein-Westfalen um ein Opfer auf 48 gestiegen. Wie das Kölner Polizeipräsidium am Dienstag mitteilte, hat ein Leichenspürhund einen weiteren, noch nicht identifizierten Toten im Katastrophengebiet in Bad Münstereifel gefunden.

Mehr als 850 als vermisst gemeldete Menschen hätten die Ermittler mittlerweile telefonisch erreicht. Aktuell suche die Polizei noch nach 14 Menschen aus dem Raum Bonn/Rhein-Sieg-Kreis und zwei aus dem Kreis Euskirchen, der in NRW die meisten Todesopfer nach dem Starkregen zu beklagen hat.

Zahl der Toten im Kreis Ahrweiler steigt auf 122

17.51 Uhr: Die Zahl der Todesopfer der Unwetterkatastrophe im Kreis Ahrweiler ist auf 122 gestiegen. Das sagte ein Polizeisprecher am Dienstag in Koblenz. Bislang war die Rede von 117 Toten gewesen. Die Zahl der Verletzten stieg ebenfalls auf nunmehr 763. Aktuell würden noch 155 Menschen vermisst, sagte der Sprecher weiter.

Scheuer will Gemeinden und Länder bei Behelfsbrücken entlasten

17.29 Uhr: Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) hat sich dafür ausgesprochen, angesichts der Hochwasser-Katastrophe Gemeinden und Länder bei Behelfsbrücken finanziell zu entlasten. Das geht aus einem Schreiben Scheuers an Finanzminister Olaf Scholz (SPD) hervor, das der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag vorlag.

Es sei gegenwärtig davon auszugehen, dass mindestens 20 Behelfsbrücken in den vom Unwetter betroffenen Regionen errichtet werden müssten, um den Straßenverkehr wieder normalisieren zu können, heißt es in dem Schreiben. Um den auch finanziell durch das Unwetter schwer belasteten Kommunen und Ländern in den Katastrophengebieten unkompliziert helfen zu können, sollten diese von den Kosten für die Errichtung von Behelfsbrücken befreit werden. Scheuer schlägt vor, der Bund solle für die Dauer von 24 Monaten auf Mietkosten und Reparaturkostenzuschläge verzichten.

Bahnstrecken vielerorts zerstört – Wiederaufbau könnte Monate dauern

16.57 Uhr: Nach der Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz werden die gravierenden Schäden bei der Bahn immer deutlicher: Allein sieben Regionalverkehrsstrecken seien von den Wassermassen so stark zerstört worden, dass sie neu gebaut oder umfangreich saniert werden müssten, teilte die Deutsche Bahn am Dienstag mit. Die Reparatur- und Wiederaufbaumaßnahmen würden Wochen und Monate dauern. Insgesamt seien Gleise auf einer Länge von rund 600 Kilometern von den Unwetterfolgen betroffen.

Rund 2000 Mitarbeiter der Bahn seien dabei, Gleise, Bahnhöfe und Anlagen von Geröll und Schlamm frei zu räumen. Rund 80 Bahnhöfe wurden laut Mitteilung durch das Unwetter beschädigt. Wassereinbrüche hätten Aufzüge zerstört oder Bahnsteige unterspült. Viele kleinere Reparaturen habe die Bahn bereits erledigt. Aber: Noch seien nicht alle Erkundungsarbeiten abgeschlossen.

Immer noch Vermisste im Rhein-Erft-Kreis

16.01 Uhr: Knapp eine Woche nach dem Hochwasser im Rhein-Erft-Kreis werden dort noch fünf Menschen vermisst. Bei ihnen sei der Aufenthaltsort derzeit noch ungewiss, sagte Landrat Frank Rock auf einer Pressekonferenz des Kreises am Dienstag. Demnach habe die örtliche Personenauskunftsstelle schon viele Vermisstenfälle klären können. „Viele, viele Leute haben sich bei ihren Verwandten gemeldet und sind wohlauf“, teilte die Polizei am Dienstag mit.

Katastrophenwarnung per SMS wird geprüft

15.21 Uhr: Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) überprüft die Einführung von Warnmeldungen an die Bevölkerung per SMS. Das sagte BBK-Präsident Armin Schuster den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (RND). "Mein Ziel ist es, über eine Machbarkeitsstudie festzustellen, ob eine Einführung von Cell Broadcasting sinnvoll und realisierbar ist." Das Ergebnis der Studie wird im Herbst erwartet.

Mittels Cell Broadcasting können Textnachrichten an alle Mobiltelefone geschickt werden, die sich innerhalb einer bestimmten Funkzelle befinden. So können jeweils die Handynutzer in einer bestimmten Gegend erreicht werden, ohne dass der Stelle, von der die Nachrichten verschickt werden, deren Telefonnummern bekannt sein müssten.

Laut Schuster bietet bisher kein Mobilfunkanbieter das System an. Zudem seien auch datenschutzrechtliche Punkte überprüft werden. Lesen Sie dazu: Warum hat Deutschland kein flächendeckendes SMS-Warnsystem?

Bayern stellt 50 Millionen Euro Soforthilfe nach Unwetter bereit

14.59 Uhr: Für die Betroffenen des Unwetters vergangene Woche stellt Bayern 50 Millionen Euro Soforthilfe bereit. Das Kabinett beschloss am Dienstag ein entsprechendes Hilfspaket, durch das Privathaushalte bis zu 5000 Euro Soforthilfe bekommen können. Unternehmer können ebenfalls Unterstützung erhalten.

Zur Warnung der Bevölkerung will Bayern in Zukunft wieder stärker auf Sirenen setzen. Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) brachte auch Push-Nachrichten an Handys ins Spiel, um schnell vor Gefahrenlagen warnen zu können.

Merkel spricht von "erschreckenden Schäden" in Bad Münstereifel

14.42 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich bei ihrem Besuch in Bad Münstereifel erschüttert angesichts der Schäden gezeigt – diese bezeichnete sie als "erschreckend". Den Betroffenen sicherte sie schnelle Unterstützung zu und bedankte sich bei allen Helferinnen und Helfern. "Es zeigt sich an dieser Stelle, dass unser Land stark ist, weil wir miteinander arbeiten", hob die Kanzlerin hervor. "Ich möchte Ihnen ganz herzlich danken für die Kraft, die viele Menschen aufbringen. Jeder tut, was er kann." Dies sei das, was ein Land und eine Region stark mache.

Weiter erklärte sie, sie gehe davon aus, dass die Wiedererrichtung der zerstörten Infrastruktur wie Straßen und Bahnstrecken sowie der Wiederaufbau der Stadt länger als ein paar Monate dauern wird. Es sei sehr klar, "dass wir hier einen sehr langen Atem brauchen werden".

Auch NRWs Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) kam zu Wort. "Was mich besonders beeindruckt hat, war diese große Dankbarkeit, aber auch, dass alle Parteigrenzen vergessen sind", sagte er. "Bund, Land, Kommune – alle Parteien stehen jetzt zusammen und wollen helfen." Soforthilfe müsse nun "so schnell und unbürokratisch wie möglich" ankommen. Die Formulare sollten noch in dieser Woche fertig werden, betonte er.

Lindner spricht sich für Katastrophenwarnung per SMS aus

14.23 Uhr: Nach der Flutkatastrophe fordert FDP-Chef Christian Lindner eine Katastrophenwarnung per SMS. "Wir werden zukünftig mit vielen Folgen des globalen Klimawandels zu tun haben – und müssen uns dafür rüsten. Dazu gehört ein niedrigschwelliges und digitales Frühwarnsystem", sagte Lindner unserer Redaktion. "Mit der Mobilfunkinfrastruktur sind Warnungen per SMS auf jedes Handy in einem Gefahrenbereich leicht umsetzbar." Bisher behindere allerdings die Rechtslage ein solches System, das in anderen Ländern üblich sei. "Das will die FDP ändern."

Im Falle eines Ausfalls von Strom und Mobilfunk brauche man noch andere Kommunikationsmittel wie Sirenen und Lautsprecher, fügte Lindner hinzu. "Aber es gibt Katastrophen, die sich Stunden oder Tage vorher abzeichnen. Da muss eine digitale Infrastruktur den Behörden zur Verfügung stehen."

Lauterbach warnt vor Sammelunterkünften in Hochwassergebieten

13.39 Uhr: SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat wegen steigender Corona-Zahlen davor gewarnt, Betroffene in den Hochwasserregionen in Sammelunterkünften unterzubringen. "Massenunterkünfte sind eine Gefahr für die Menschen, denn dort herrscht ein hohes Corona-Ansteckungsrisiko", sagte der Mediziner gegenüber unserer Redaktion.

Beengte Unterkünfte seien deshalb zu vermeiden, mahnte Lauterbach. Eine Alternative sei die Unterbringung in Hotels und Einzelunterkünften. Nur auf diese Weise ließen sich Massenausbrüche verhindern und die Zahl der vermeidbaren Kontakte eingrenzen. "Es wäre fatal, wenn die ohnehin dramatische Situation in den Hochwasserregionen durch massenhafte Infektionen mit der Delta-Variante zusätzlich erschwert würde", erklärte Lauterbach.

Polizei warnt vor falschen Durchsagen im Krisengebiet

13.18 Uhr: Die Polizei hat vor falschen Durchsagen per Lautsprecher im vom Hochwasser betroffenen Norden von Rheinland-Pfalz gewarnt. Es gebe Hinweise, dass dort Fahrzeuge mit Lautsprechern unterwegs seien, die polizeilichen Einsatzfahrzeugen ähnelten, teilte die Polizei in Koblenz am Dienstag mit. Damit werde "wahrheitswidrig" verkündet, dass die Zahl der Einsatzkräfte verringert werde.

"Das ist eine Falschmeldung", erklärte die Polizei. "Die Polizei reduziert die Anzahl der Einsatzkräfte nicht und befindet sich weiterhin ohne Unterbrechung im Katastrophengebiet."

Kanzlerin Merkel in NRW angekommen

12.10 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel ist am Dienstag in Bad Münstereifel angekommen. Zusammen mit Ministerpräsident Armin Laschet (beide CDU) macht sich Merkel ein Bild von der Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen. Zum Auftakt führte die Kanzlerin Gespräche mit dem Landrat des Kreises Euskirchen, Markus Ramers, und Bürgermeisterin Sabine Preiser-Marian.

Der Ort im Kreis Euskirchen ist von dem Unwetter der vergangenen Tage heftig betroffen. Merkel spricht anschließend mit Helferinnen und Helfern. Nach einem Treffen mit betroffenen Bürgern steht ein Gang durch das Gebiet auf dem Programm.

Hochwasser-Held: Dieser Mann rettete die Steinbachtalsperre

11.35 Uhr: Einige Tage nach der Flutkatastrophe in Teilen Deutschlands gibt es immerhin einen Grund zum Aufatmen: Die tagelang vom Hochwasser bedrohte Steinbachtalsperre in der Nähe von Euskirchen scheint zu halten. Ein Dammbruch ist nicht mehr zu befürchten, teilten die Behörden mit. Bewohnerinnen und Bewohner umliegender Orte konnten zurück in ihre Häuser. Das ist vor allem mutigen Menschen wie Hubert Schilles zu verdanken. Er hat mit seinem Bagger den Abfluss der Steinbachtalsperre freigeräumt und brachte sich dabei selbst in Lebensgefahr. „Man hat mich angerufen, mit der Frage, ob es eine Möglichkeit gibt, dort reinzufahren. Mit dem Hinweis, dass ich wissen muss, was auf mich zukommt. Weil das lebensgefährlich ist“, berichtet der 68-Jährige in einem Interview mit der „FAZ“. Die ganze Geschichte des mutigen Baggerfahrers lesen Sie hier.

Nach Erdrutsch in Erftstadt: Viele Anwohner dürfen kurz zurückkehren

11.19 Uhr: In dem von einem Erdrutsch betroffenen Ortsteil Blessem im nordrhein-westfälischen Erftstadt sollen viele Anwohner in den kommenden Tagen zeitweise in ihre Häuser zurückkehren dürfen. Es gebe aber eine Sicherheitszone von 100 Metern rund um die Kiesgrube und die entsprechende Abbruchkante nach der Hochwasser-Katastrophe, sagte ein Sprecher des Rhein-Erft-Kreises am Dienstag. Diese dürfe nicht betreten werden, vor allem an der Abbruchkante bestehe weiter "akute Lebensgefahr".

Für die Straßenzüge außerhalb dieses Radius plane die Stadt derzeit, Bewohner kurz in ihre Häuser und Wohnungen zu lassen, um ihr Hab und Gut zu sichern. Die Betroffenen sollten dabei begleitet werden und nicht alle zeitgleich nach Blessem gelassen werden. "Wir haben dies in enger Abstimmung mit den Fachleuten heute entschieden und können damit immerhin einem Teil der Bevölkerung eine erste, wichtige Perspektive bieten", hatte Landrat Frank Rock am Montag gesagt.

Feuerwehrverband drängt auf Wiederaufbau von Warnsirenen

10.58 Uhr: Der Feuerwehrverband fordert angesichts der verheerenden Unwetter im Westen Deutschlands den Wiederaufbau von Warnsirenen. "Ich habe das Gefühl, nicht alle Menschen nehmen das so ernst, was da kommt", sagte Verbandspräsident Karl-Heinz Banse im Bayerischen Rundfunk mit Blick auf die genutzten Warn-Apps auf Smartphones. "Ich persönlich finde es viel sinnvoller, wenn die Sirenenanlagen wieder flächendeckend aufgebaut werden."

Banse wies auch darauf hin, dass insbesondere ältere Menschen ihr Handy nicht laufend in der Hand hätten. Der Feuerwehr-Verbandschef gab zudem zu bedenken, dass über die Warn-Apps wie Katwarn und Nina relativ häufig gewarnt werde: "Wenn die Leute fünfzehn Mal gewarnt wurden, und fünfzehn Mal ist nichts passiert, und beim sechzehnten Mal passiert es dann, dann muss man sich nicht wundern."

Katastrophenfall im Berchtesgadener Land aufgehoben

9.04 Uhr: Der Katastrophenfall ist nach dem verheerenden Hochwasser im oberbayerischen Landkreis Berchtesgadener Land wieder aufgehoben. Auch die Schulen und Kitas sollten am Dienstag nach Angaben des Landratsamtes wieder regulär öffnen. Wasserfluten und Erdrutsche hatten manche Orte in der beliebten Urlaubsregion rund um Watzmann und Königssee am Wochenende regelrecht verwüstet.

Behörden warnen vor Corona-Ausbreitung

8.25 Uhr: Auf das Hochwasser könnte die Viruswelle folgen: In den Unwetterregionen wächst die Sorge vor vermehrten Covid-Fällen. Vor allem die vollen Notunterkünfte sind problematisch. "Derzeit kommen viele Menschen auf engstem Raum zusammen, um die Krise gemeinsam zu bewältigen. Wir müssen jetzt aufpassen, dass die Bewältigung der Katastrophe nicht zu einem Superspreader-Event wird", sagte David Freichel vom Corona-Kommunikationsstab der Staatskanzlei in Rheinland-Pfalz den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland.

Das Landesgesundheitsministerium bereitet deshalb laut Freichel in Absprache mit den Behörden der betroffenen Landkreise eine Sonder-Impfaktion in den Katastrophengebieten vor. Viele Rettungskräfte hätten bereits den vollen Impfschutz.

Bundeskanzlerin kommt nach Bad Münstereifel

7.26 Uhr: Angela Merkel macht sich heute ein Bild von der Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen. Zusammen mit NRW-Ministerpräsident Armin Laschet kommt die Bundeskanzlerin (beide CDU) nach Bad Münstereifel. Der Ort im Kreis Euskirchen ist von dem Unwetter der vergangenen Tage heftig betroffen. Merkel spricht mit Vertretern von Hilfsorganisationen sowie Helferinnen und Helfern. Nach einem Treffen mit betroffenen Bürgern steht ein Gang durch das Gebiet auf dem Programm.

Merkel war am Wochenende in Rheinland-Pfalz und hatte sich dort mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) über die Lage im Hochwassergebiet rund um Adenau informiert. Am Samstag war der Bundespräsident nach NRW gekommen. Frank-Walter Steinmeier hatte sich auf Einladung von Ministerpräsident Laschet die Situation im vom Hochwasser zerstörten Erftstadt angeschaut. Dort waren in einem Stadtteil zahlreiche Häuser und Autos weggespült worden.

Baugewerbe rechnet mit jahrelangem Wiederaufbau

6.03 Uhr: Der Wiederaufbau nach den Hochwasserschäden in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen wird nach Einschätzung der deutschen Bauwirtschaft mehrere Jahre dauern. "Nach der Elbflut 2002 hat es etwa drei Jahre gedauert, bis die größten Schäden behoben waren, und fünf Jahre, bis die betroffenen Gebiete wieder ordentlich aussahen", sagte Reinhardt Quast, Präsident des Zentralverbands des Deutsches Baugewerbes (ZDB) in Berlin. Das Ausmaß der Schäden in Westdeutschland sei immens, aber noch nicht zu beziffern.

Um den Wiederaufbau zerstörter Häuser, Straßen und Brücken trotz hoch ausgelasteter Bauunternehmen und Materialengpässen zu stemmen, sei ein Kraftakt von Politik und Wirtschaft notwendig. "Bauunternehmen und Handwerker können ihre Kapazitäten auf 120 bis 130 Prozent hochfahren", sagte Quast der Deutschen Presse-Agentur. Aufträge könnten umgeschichtet und Prioritäten auf Krisenregionen gelenkt werden. Ebenso müsse die Politik öffentliche Aufträge in anderen Bereichen zurückstellen und Behörden unbürokratisch helfen, indem sie etwa Duplikate von weggeschwemmten Bauunterlagen aushändigten.

Deutscher Städtetag fordert "glasklare Analyse" aus Kriseneinsatz

5.01 Uhr: Der Deutsche Städtetag hat eine "glasklare Analyse" des Krisenmanagements während der Flutkatastrophe in Westdeutschland gefordert. "Die Folgen dieser Unwetterkatastrophe sind so schwer, dass es nach der akuten Nothilfe eine glasklare Analyse geben muss, was wir für die Zukunft daraus lernen können", sagte der Präsident des Deutschen Städtetages, Burkhard Jung, dieser Redaktion. "Dabei muss besonnen betrachtet werden, wo etwas verbessert werden sollte. Vorschnelle Schlussfolgerungen über Fehler beim Katastrophenschutz halte ich für falsch."

Jung hob hervor: "Genau anschauen müssen werden sich alle Beteiligten von Bund, Ländern und Kommunen, wie die Warnung der Bevölkerung abgelaufen ist und welche Konsequenzen für die künftige Kommunikation bei Extremwetter zu ziehen sind." Die Geschwindigkeit und das Ausmaß, mit der die Flut die betroffenen Orte heimgesucht hat, seien absolut außergewöhnlich gewesen, so Jung. "Und das Zusammenbrechen von Festnetz und Mobilfunknetz hat die Kommunikation erschwert." Lesen Sie dazu: Hochwasser: Wie überlastet ist der Katastrophenschutz?

Mittelstand: Fehler der Corona-Hilfen bei Zahlungen an Hochwasser-Opfer vermeiden

4.13 Uhr: Die mittelständische Wirtschaft hat eine "schnelle und unbürokratische" Auszahlung der von der Bundesregierung angekündigten Soforthilfen für die Opfer der Hochwasserkatastrophe gefordert. "Um Fehler wie bei den Corona-Hilfen zu vermeiden, sollten die Hilfsgelder diesmal über die Finanzämter ausgezahlt werden", sagte Markus Jerger, Bundesgeschäftsführer des Bundesverbands mittelständische Wirtschaft (BVMW), unserer Redaktion.

Der Mittelstand begrüße die angekündigten Hilfen ausdrücklich, zumal auch Hunderte kleine Gewerbetreibende und mittelständische Betriebe betroffen seien. Pauschalzahlungen in gleicher Höhe seien jedoch der falsche Weg, so Jerger. Gefragt seien maßgeschneiderte Lösungen. "Zudem sollten die betroffenen Betriebe in die Planung sowohl der Soforthilfen als auch des milliardenschweren Aufbauprogramms der Bundesregierung einbezogen werden", forderte der Verbandschef. Als Lehre aus der Hochwasserkatastrophe müssten zudem Bund, Länder und Hilfsorganisationen jetzt gemeinsam ein Nationales Katastrophenkonzept entwickeln.

EVP-Fraktionschef Weber fordert europäische Finanzhilfe nach Flutkatastrophe

1.00 Uhr: Nach der verheerenden Flutkatastrophe vor allem im Westen Deutschlands wird der Ruf nach finanzieller Hilfe durch die Europäische Union lauter. Der Fraktionschef der christdemokratischen EVP-Fraktion im EU-Parlament, Manfred Weber, sagte unserer Redaktion: "Europa muss zeigen, dass es in der Not da ist." Die vorhandenen Fonds zur Bewältigung von Naturkatastrophen müssten bei einer länderübergreifenden Flutkatastrophe dieses Ausmaßes aktiviert werden, sagte Weber, der auch CSU-Vize ist.

Ein Schwerpunkt solle auf dem Wiederaufbau der Infrastruktur liegen. Weber plädierte auch für ein längerfristig stärkeres Engagement der EU in solchen Katastrophenfällen: Die EU solle ihre Krisenfonds stärken und vor allem eine unbürokratische und schnelle Auszahlung möglich machen. "Es ist zu befürchten, dass Naturkatastrophen großen Ausmaßes künftig häufiger vorkommen werden. In der Krise bewährt sich europäische Hilfe", sagte Weber.

Hochwasser-News von Montag, 19. Juli: Staatstrauertag in Belgien zum Gedenken an Opfer der Überschwemmungen

21.14 Uhr: Im Gedenken an die Opfer der verheerenden Überschwemmungen begeht Belgien am Dienstag einen Tag der nationalen Trauer. Von 12.01 Uhr bis 12.02 Uhr wird eine Schweigeminute abgehalten. In Brüssel stehen dann alle Busse, U-Bahnen und Straßenbahnen still, wie die Verkehrsbetriebe in der belgischen Hauptstadt ankündigten. Regierungschef Alexander De Croo erklärte, der Staatstrauertag werde ein Moment sein, um sich zu sammeln angesichts der zahlreichen Todesopfer.

Er biete aber auch die Möglichkeit, die "vielen Solidaritätsbekundungen und das von den Belgiern empfundene Zusammengehörigkeitsgefühl zu würdigen". In Belgien kamen durch die Flutkatastrophe 31 Menschen ums Leben.

Bund rechnet mit zwei Milliarden Euro Schäden bei Bahn und Straßen

19.12 Uhr: Der Bund rechnet wegen der Hochwasser-Katastrophe mit mindestens rund zwei Milliarden Euro Schäden alleine bei der Deutschen Bahn sowie bei Straßen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Montag aus Regierungskreisen. Alleine bei der Bahn gebe es einen Schaden von mindestens 1,3 Milliarden Euro.

Zerstörte Brücken, Gleise, Straßen und Mobilfunkmasten in den Hochwasser-Katastrophengebieten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen sollen schnellstmöglich wieder instandgesetzt werden, hatte es zuvor aus dem Bundesverkehrsministerium geheißen. Dazu tagte am Montag eine Taskforce, wie ein Sprecher von Ressortchef Andreas Scheuer (CSU) gesagt hatte. Daran hätten auch Vertreter der Deutschen Bahn und der Autobahngesellschaft des Bundes teilgenommen.

Das Verkehrsministerium hatte angekündigt, zur Schadensermittlung werde in einzelnen Arbeitsgruppen für Straße, Schiene, Wasserstraße und digitale Infrastrukturen der weitere Handlungsbedarf ermittelt und priorisiert. Das Bundeskabinett will am Mittwoch über Bundeshilfen für die Hochwasser-Katastrophengebiete entscheiden.

Bundeskanzlerin kommt am Dienstag nach Bad Münstereifel

17.24 Uhr: Angela Merkel (CDU) macht sich am Dienstag ein Bild von der Hochwasserkatastrophe in Nordrhein-Westfalen. Zusammen mit NRW-Ministerpräsident Armin Laschet kommt die Bundeskanzlerin am Mittag nach Bad Münstereifel, wie die Staatskanzlei am Montag mitteilte. Vor Ort im Kreis Euskirchen will sich Merkel ein Bild von der Lage machen, mit Vertretern von Hilfsorganisationen und Helferinnen und Helfern sprechen. Auch Treffen mit betroffenen Bürgern stehen auf dem Programm.

Merkel war am Wochenende in Rheinland-Pfalz und hatte sich dort mit Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) ein Bild von der Lage im Hochwassergebiet rund um Adenau gemacht.

Dobrindt sagt Flutopfern "Hilfen in Rekordhöhe" zu

16.37 Uhr: Nach der verheerenden Flutkatastrophe vor allem im Westen Deutschlands hat CSU-Landesgruppenchef Alexander Dobrindt den Opfern "volle Unterstützung" zugesichert. "Wir werden dafür Hilfen in Rekordhöhe bereitstellen", sagte er der Deutschen Presse-Agentur am Montag in Berlin. "Wir brauchen jetzt eine Solidaritätsoffensive für Soforthilfe und Wiederaufbau für die Hochwassergebiete."

Die Bundesregierung will bei der Kabinettssitzung an diesem Mittwoch über die Hilfen für die Hochwassergebiete vor allem in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen entscheiden. An der genauen Höhe und Ausgestaltung wird nach Angaben des Bundesfinanzministeriums vom Montag noch gearbeitet. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hatte am Sonntag gesagt, der Bund orientiere sich bei den Soforthilfen an der letzten Flut, also an etwa 400 Millionen Euro.

Laschet kündigt Analyse beim Katastrophenschutz an

15.20 Uhr: Nach Kritik am Katastrophenschutz in den Unwetterregionen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen hat NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) eine Analyse der Abläufe angekündigt. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz hob hervor, die Warninfrastruktur habe funktioniert.

Die Kritik war angesichts der hohen Zahl der Todesopfer in den Hochwassergebieten laut geworden; auch gab es am Wochenende Berichte über frühzeitige Alarmmeldungen des europäischen Hochwasser-Warnsystems Efas, aus denen betroffene Bundesländer demnach aber nicht die angemessenen Konsequenzen gezogen hätten.

Laschet sagte bei einem gemeinsamen Besuch mit Seehofer an der zeitweise von Dammbruch bedrohten Steinbachtalsperre bei Euskirchen, die betroffenen Landkreise hätten auf Warnungen des Deutschen Wetterdienstes reagiert. "Wir werden das im Nachhinein untersuchen, wo können die Meldewege noch besser werden", kündigte der CDU-Chef gleichwohl an.

Wetterdienst warnte frühzeitig vor Unwettern

14.41 Uhr: Im Fall der schweren Unwetter in der vergangenen Woche im Westen Deutschlands haben die Rechenmodelle des Deutschen Wetterdiensts (DWD) bereits am Montag klare Hinweise gegeben. "Wir haben am Montag die Vorabinfo herausgeben können, in der schon stand, dass bis zu 200 Liter (Niederschlag pro Quadratmeter) erwartet werden", sagte Franz-Josef Molé, der Leiter der Vorhersage- und Beratungszentrale des Deutschen Wetterdienstes (DWD), der Deutschen Presse-Agentur. "Früher ging es eigentlich nicht."

Der Dienst habe explizit nicht nur vor Stark- sondern auch vor Dauerregen gewarnt. "Normalerweise ist den Wasserverbänden klar, dass das die schlimmste Lage ist, die man im Sommer haben kann – Starkregenfälle eingebettet in ein Dauerregengebiet", sagte Molé. Er wies jedoch auch daraufhin, dass die Orte aufgrund der exorbitant hohen Wassermengen "gar nicht hätten geschützt werden können".

Seehofer – Kritik an Katastrophenschutz ist "billige Wahlkampfrhetorik"

13.59 Uhr: Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) hat nach der Unwetterkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen den Katastrophenschutz verteidigt. Manches an der derzeit geäußerten Kritik sei einer "ganz billigen Wahlkampfrhetorik" zuzuordnen, sagte Seehofer am Montag bei einem Besuch an der Steinbachtalbrücke in Euskirchen. Dies sei fast schäbig.

Seehofer kündigte zugleich an, dass nach der Bewältigung der akuten Krisenlage die Abläufe im Katastrophenschutz aufgearbeitet würden. Er selbst habe "das größte Interesse“ daran. "Aber jetzt in diesen Tagen hat die Bevölkerung ein Interesse an der Hilfe und der Solidarität."

Seehofer sagte, die Meldewege rund um die Unwetterkatastrophe hätten nach seiner Information von Seiten des Bundes funktioniert. Auf der Ebene der Bundesländer wolle er sich nicht dazu einmischen.

NRW-Ministerium: Unwetterwarnung an Städte und Kreise weitergeleitet

13 Uhr: Das nordrhein-westfälische Innenministerium hat nach eigener Darstellung in der vergangenen Woche Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) an die Städte und Kreise weitergeleitet. Grundsätzlich gelte im Katastrophenschutz aber ein Örtlichkeitsprinzip, so dass über Schutzmaßnahmen vor Ort zu entscheiden sei, sagte ein Ministeriumssprecher am Montag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur in Düsseldorf.

Am vorigen Mittwoch sei im NRW-Innenministerium ein Koordinationsstab gebildet worden. Dort berieten seitdem Fachleute aus dem eigenen Haus mit weiteren Experten - etwa aus dem Umweltministerium, der Bundeswehr, Bundespolizei oder den Feuerwehren - permanent über die Lage. Rund um die Uhr sei dort auch eine Kontaktperson zu erreichen, sagte der Sprecher. Diese Koordinierungsgruppe sei aber kein Krisenstab, welcher von der Landesregierung unter Beteiligung sämtlicher Ressorts eingerichtet werden müsste, um dann in regelmäßigen Sitzungen zentral die Lage im Land abzuarbeiten.

Dammbruch an Steinbachtalsperre verhindert

12.54 Uhr: An der von einem Dammbruch bedrohten Steinbachtalsperre in Euskirchen hat sich die Situation entspannt. Ein Bruch habe an dieser Stelle verhindert werden können, sagte Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) am Montag unmittelbar an der Talsperre.

Der CDU-Bundesvorsitzende und Unions-Kanzlerkandidat besuchte zusammen mit Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) den Ort, an dem seit Tagen gegen einen verheerenden Dammbruch gearbeitet wird. Laschet würdigte die Hilfe des Bundes. Es bestehe nun die Chance, "dass sich die Lage endgültig entspannt". Eine enge Zusammenarbeit der örtlichen Feuerwehren, der beiden Kreise, des Technischen Hilfswerks (THW) und der Bundeswehr habe ermöglicht, dass ein Dammbruch an dieser Stelle verhindert werden konnte.

Israel bietet Deutschland und Belgien "jede erdenkliche Hilfe" an

12.26 Uhr: Israel hat den vom Hochwasser getroffenen Regionen in Westdeutschland und Belgien Unterstützung zugesagt. Die Botschaft twitterte am Montagvormittag ein Statement von Premierminister Naftali Bennett. Darin drückt Bennett den Betroffenen seine Anteilnahme aus. "An unsere Freunde in Deutschland und Belgien, die gerade eine unerträgliche Naturkatastrophe erleben: Im Namen der Regierung und der Bürger Israels möchte ich unser Beileid über den Verlust von Menschenleben und die weitreichenden Verwüstungen übermitteln", so der Premierminister.

Israel sei "natürlich bereit, jede erdenkliche Hilfe zu leisten, die angefordert werden kann". Die Menschen in Israel bewegt das Schicksal der Flutbetroffenen. Erst am Wochenende hatte das Rathaus von Tel Aviv seine Fassade in den Farben Schwarz, Rot und Gold angestrahlt und damit seine Solidarität und Anteilnahme zum Ausdruck gebracht.

Bezirksregierung Köln: Hotline nur für Vermisstenmeldung nutzen

12.10 Uhr: Die Bezirksregierung Köln hat an die Bevölkerung appelliert, die Flutkatastrophen-Hotline 0221-147-2206 nur als Angehöriger bei einer Vermisstensuche anzurufen. "Aktuell melden sich unter dieser Nummer unzählige Personen, um zu melden, dass sie in Sicherheit sind und/oder NICHT vermisst werden. Dadurch kommt es zu einem enormen Anrufaufkommen, das die Hotline nicht bewältigen", schrieb die Bezirksregierung am Montag bei Twitter.

Schadstoffe verschmutzen Gewässer in NRW

11.40 Uhr: Mit dem Hochwasser kommt der Dreck: Das Landesumweltamt (LANUV) in Nordrhein-Westfalen rechnet damit, dass durch die Fluten Öl, Diesel und andere Schadstoffe in die Gewässer eintreten werden. Bereits am frühen Donnerstagmorgen seien die ersten Ölschlieren auf dem Rhein bei Bad Honnef gefunden worden. "Die Leute haben das auch schon gemeldet, dass es riecht und Schlieren auf dem Wasser sind", sagte eine Sprecherin des LANUV am Montag. Die Schadstoffe stammen aus aufgeschwemmten Öltanks, gerissenen Leitungen und weggespülten Pkw.

Auch in Erftstadt-Blessem, wo die Lage nach einem Erdrutsch besonders angespannt war, sind die ersten Umweltfolgen bereits spürbar. Das Wasser, durch das man auf den Straßen von Blessem watete, roch beißend nach Benzin und hatte einen öligen Schleier. Wo sich das Wasser schon zurückgezogen hatte, blieb Unrat zurück, der aus Häusern und Garagen geschwemmt worden war.

Oberste Priorität für das LANUV habe zunächst die Trinkwasserversorgung, sagte die Sprecherin am Montag. Wasserversorger würden über einen sogenannten Warn- und Alarmplan über mögliche Befunde informiert und könnten dann Maßnahmen ergreifen. "Über andere Umweltfolgen haben wir noch gar keinen Überblick."

Katastrophenschutz: "Wollen die gute alte Sirene wiederhaben"

11.15 Uhr: Sirenen spielen bei der Warnung vor Katastrophen nach Ansicht des Präsidenten des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, Armin Schuster, einen wichtige Rolle. Es brauche einen Warnmittel-Mix aus verschiedenen Methoden, rein digitale Warnungen seien nicht der richtige Weg, sagte er im Deutschlandfunk. "Und deswegen wollen wir auch die gute alte Sirene zurückhaben."

Mit einem Förderprogramm in Höhe von 90 Millionen Euro sollen gemeinsam mit den Bundesländern "an den richtigen Stellen" wieder Sirenen installiert werden. "Die 90 Millionen werden dafür aber nicht reichen. Wir werden mehr Geld brauchen", sagte Schuster. Schnell werde es nicht gehen. "Das ist ein Projekt für mehrere Jahre."

"Keine gute Idee" – Zwei Männer kentern mit Schlauchboot auf der Donau

10.54 Uhr: Beim Donau-Hochwasser sind in der Nähe von Passau in einer dramatischen Rettungsaktion zwei Schlauchbootfahrer gerettet worden. Die Männer seien am Vorabend mit ihren Booten abgetrieben und gekentert, sagte ein Sprecher der Wasserpolizei am Montagmorgen. Laut Feuerwehr konnten sich die Männer an Treibholz festklammern. Es hatte sich am Ufer der unbewohnten Donau-Insel Soldatenau verfangen, die schon zu Österreich gehört. Die Feuerwehr sei wegen des Hochwassers in der Nähe gewesen und habe die beiden mit einem Boot rechtzeitig retten können. Die Aktion der Schlauchbootfahrer sei keine gute Idee gewesen, so ein Polizeisprecher. "Das ist lebensgefährlich."

Hochwasserlage in Bayern entspannt sich deutlich

10.44 Uhr: Die Hochwasserlage in Bayern hat sich am Montag deutlich entspannt. Da es keine relevanten Niederschläge mehr gegeben habe und nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes auch die kommenden Tage keine relevanten Flächenniederschläge geben werde, sei von einer weitergehenden Entspannung auszugehen, teilte der Hochwassernachrichtendienst Bayern mit. "Die Wellen laufen ab", hieß es im Lagebericht des Warndienstes.

An der Donau verläuft der Scheitel der aktuellen Hochwasserwelle derzeit demnach bei Neuburg. Dort gilt derzeit die Meldestufe drei, die im Tagesverlauf auch für Ingolstadt und Kelheim erwartet wird. Die zweithöchste Meldestufe drei bedeutet, dass einzelne bebaute Grundstücke oder Keller überflutet werden können und auch einzelne überörtliche Straßen. An allen anderen bayerischen Flüssen sind die Meldestufen bereits niedriger.

Auch im Landkreis Berchtesgadener Land entspannte sich die Lage. Die Nationalparkverwaltung warnte in der bei Touristen beliebten Region allerdings vor Unternehmungen. Zahlreiche Forststraßen, Wege und Steige seien unpassierbar. Im gesamten Gebiet sei mit Wegeschäden, Erosionen, Unterspülungen, Muren, Steinschlag oder akuten Gefahren durch umstürzende Bäume zu rechnen. Die Schifffahrt auf dem Königssee blieb am Montag eingestellt.

Altenahr erwartet monatelange Notversorgung mit Wasser und Strom

10.05 Uhr: Die Bürgermeisterin der von der Unwetterkatastrophe hart getroffenen Verbandsgemeinde Altenahr in Rheinland-Pfalz befürchtet, dass die Trinkwasserversorgung dort lange Zeit eingeschränkt sein wird. "Es sieht so aus, als ob die Infrastruktur so stark zerstört ist, dass es in einigen Orten vielleicht über Wochen oder sogar Monate kein Trinkwasser geben wird", sagte die parteilose Cornelia Weigand am Sonntagabend in der Sendung "Bild live".

Es sei daher sehr wichtig, eine Notwasserversorgung "gegebenenfalls auch über Monate" gewährleisten zu können. Dies gelte ebenso für eine Notstromversorgung an einigen Orten. Sie könne nicht absehen, wann es in Altenahr wieder Normalität gebe, sagte Weigand weiter.

"Es ist klar, dass unsere Gemeinden anschließend anders aussehen werden, weil viele der Gebäude, die prägend waren, die dort über 50, 100 oder 150 Jahre gestanden haben, abgerissen werden müssen." Sie hoffe, dass es eine Zukunft für ihre Gemeinde gebe, weil die Frage laute: "Wer zieht da wieder hin, wo ein Jahrhunderthochwasser um den Faktor drei überstiegen wird?"

Zahl der Flut-Todesopfer im Kreis Ahrweiler auf 117 gestiegen

9.35 Uhr: Die Zahl der Todesopfer nach den verheerenden Überschwemmungen im Kreis Ahrweiler (Rheinland-Pfalz) ist auf 117 gestiegen. Zudem seien mindestens 749 Menschen verletzt worden, teilte eine Polizeisprecherin in Koblenz am Montag mit. Wie viele Menschen noch vermisst werden, ist weiterhin unklar. Am Sonntag war die Zahl der Flut-Toten in Rheinland-Pfalz mit 110 angegeben worden.

Erftstadt: Abbruchkante weiter lebensgefährlich

8.45 Uhr: In dem vom Hochwasser besonders stark geschädigten Erftstadt bildet die Abbruchkante auch weiterhin ein Risiko. Zwar sei die Kiesgrube hinter dem Ortsteil Blessem weiträumig abgesperrt, sagte die Bürgermeisterin der nordrhein-westfälischen Gemeinde, Carolin Weitzel, am Montag im "Morgenmagazin" von WDR 2. "Ein weiteres Nachrutschen von Erdmassen ist jedoch jederzeit möglich." Die betroffenen Stadtteile würden permanent mit Drohnen überwacht.

Gleichzeitig liefen geologische Untersuchungen. "Sobald der Ort als begehbar eingestuft wird, beginnen Prüfungen der Statik", sagte Weitzel. Im Ortsteil Blessem besteht in der Nähe der Abbruchkante akute Lebensgefahr.

Unter Hochdruck und Einsatz sämtlicher verfügbarer Ressourcen laufe auch die Suche nach Vermissten, berichtete die Bürgermeisterin. Im Einsatz mit den Rettungskräften vor Ort seien Roboter, Sonargeräte, Drohnen und Suchhunde. Schwerpunktmäßig würden jetzt Liegenschaften in Blessem und die Bundesstraße 265 untersucht.

Situation in Bayern entspannt sich leicht

8.28 Uhr: Die Lage in den Hochwassergebieten im Süden und Osten Bayerns hat sich etwas entspannt. In Passau lag der Pegel der Donau am frühen Montagmorgen bei 8,18 Metern und damit unterhalb der höchsten Hochwasserwarnstufe von 8,50 Metern. Von katastrophalen Zuständen sei man zum Glück noch entfernt, sagte ein Sprecher der Polizei in Passau am Montag.

Auch im besonders stark von Unwettern getroffenen Berchtesgadener Land konnten die Menschen etwas aufatmen. "Die Nacht verlief ruhig", hieß es bei der Feuerwehr. Die Helfer seien jetzt mit Aufräumarbeiten beschäftigt. Völlige Entwarnung gibt es gerade in Städten wie Passau aber noch nicht. Uferpromenaden und Parkplätze waren bereits überflutet worden, Bewohner schützen ihre Häuser mit Sandsäcken und Barrieren. Der Scheitel der Hochwasserwelle wurde gegen 9.00 Uhr erwartet.

Baerbock: "Lage hochdramatisch" – Forderung nach Neuaufstellung des Katastrophenschutzes

8 Uhr: Die Kanzlerkandidatin der Grünen, Annalena Baerbock, hat nach einem Besuch im Hochwasser-Katastrophengebiet eine bessere Vorbereitung für kommende Extremwetterereignisse gefordert. "Die Lage ist nach wie vor hochdramatisch. Menschen haben alles verloren, noch immer werden einige vermisst", sagte Baerbock in einem am Montagmorgen veröffentlichten "Spiegel"-Interview. "Mir haben Helfer in Rheinland-Pfalz von Familien erzählt, die tagelang auf dem Dach ausharrten, bis endlich die Retter kamen. Da zieht sich einem das Herz zusammen. Wir müssen uns besser gegen solche Extremwettereignisse wappnen, um Menschen zu schützen."

Baerbock forderte zudem eine Neuformation des Katastrophenschutzes mit mehr Verantwortung für den Bund. Diese Notwendigkeit zeichne sich seit längerem ab. "Notsituationen wie diese Flut oder auch Waldbrände häufen sich und brechen oft an vielen Orten zur selben Zeit aus. Hilfe funktioniert nur, wenn alles ineinander greift. Dafür braucht es eine Instanz, die alle Kräfte bündelt, die schnellstmöglich aus ganz Deutschland oder EU-Nachbarstaaten Hubschrauber oder Spezialgeräte zusammenzieht."

Die Kanzlerkandidatin sprach von einer schnelleren Koordinierung der verschiedenen Ebenen und Akteure. Das gelte insbesondere für Ereignisse, die mehrere Bundesländer betreffen oder nicht mehr durch die regionalen Einsatzkräfte bewältigt werden könnten. Baerbock sprach sich zudem für ein striktes Bauverbot in Hochwasserrisikogebieten aus. "Die CDU müsste nur ihren Widerstand dagegen aufgeben."

Wetter in den Hochwasserregionen soll trockener werden

6.35 Uhr: Das Wetter in den vom Hochwasser betroffenen Regionen wird zum Wochenbeginn besser. In der Nacht zum Montag waren keine Unwetterwarnungen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) mehr in Kraft. Die Meteorologen sagten abklingende Regenfälle an den Alpen voraus. Zwar seien tagsüber in Bayern vereinzelte Gewitter nicht ausgeschlossen. Insgesamt stehe Deutschland in den nächsten Tagen mit recht trockener Luft jedoch ein relativ ruhiger Witterungsabschnitt bevor. Regnen soll es am Montag nur in Küstennähe, nach Süden hin erwartet der DWD viel Sonne, am Nachmittag in Bayern einige dichtere Quellwolken. Auch die Nacht zum Dienstag soll überwiegend trocken werden, im Süden und Südosten Bayerns kann etwas Regen fallen. Die Temperaturen bewegen sich tagsüber zwischen 19 und 29 Grad, in der Nacht zwischen 15 und 17 Grad.

Bangen in Hochwasser-Gebieten noch nicht vorbei

5.45 Uhr: Während im Westen Deutschlands vorerst keine akute Unwetter-Gefahr mehr besteht, richten sich weiterhin bange Blicke auf einige Orte. Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) besucht an diesem Montag die von der Flutkatastrophe und großen Zerstörungen besonders betroffenen Gebiete in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz. So wird er etwa an der Steinbachtalsperre in Euskirchen erwartet, wo ein Dammbruch zuletzt weiterhin nicht ausgeschlossen war.

In Bayern blieb derweil die Hochwasserlage im Süden und Osten des Bundeslandes angespannt, spitzte sich aber in der Nacht nicht weiter zu. In Passau stiegen die Pegel noch bis in die Nacht, verharrten dann aber auch hohem Niveau.

Hochwasser-News von Sonntag, 18. Juli: Laschet ärgert sich über Lachen während Steinmeier-Rede

22.44 Uhr: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat sein Lachen während einer Rede von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier im Hochwassergebiet als unpassend und unangemessen bezeichnet.

"Ich war den ganzen Tag unterwegs, es gab emotionale Begegnungen, die mich auch wirklich erschüttert haben. Und deshalb ärgere ich mich umso mehr über diese wenigen Sekunden", sagte der Kanzlerkandidat der Union der "Aktuellen Stunde" im WDR-Fernsehen. "Das war unpassend, es ist nicht in Ordnung, in einem solchen Moment zu lachen."

Hochwasser: Drei Verdächtige nach Plünderungen in U-Haft

22.21 Uhr: Nach Plünderungen im vom Unwetter getroffenen Eschweiler bei Aachen sitzen drei Verdächtige in Untersuchungshaft.

Das erklärte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) in einer Fernsehansprache im WDR. Eschweiler ist besonders hart von den Auswirkungen des Hochwassers betroffen. "Es macht mich daher wütend, wenn ich höre, dass gerade jetzt Menschen in ihre verwüsteten Häuser zurückkehren und feststellen, dass Plünderer das wenige gestohlen haben, was ihnen noch geblieben ist", sagte Laschet.

Rathaus in Tel Aviv leuchtet in deutschen Farben

21.08 Uhr: Die israelische Küstenmetropole Tel Aviv hat ein Zeichen der Solidarität mit Deutschland gesetzt. Das Tel Aviver Rathaus wurde am Sonntagabend in den Farben der deutschen Flagge angeleuchtet. Israels neuer Präsident Izchak Herzog hatte zuvor sein Beileid ausgesprochen und Hilfe angeboten.

In einem Brief an Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier schrieb Herzog, er übermittle im Namen des Volkes Israel "in dieser Zeit der Zerstörung und des Verlusts unsere Freundschaft und Unterstützung des deutschen Volkes." Der Staat Israel stehe fest an Deutschlands Seite, "und wir sind bereit, in jeder möglichen Weise zu helfen."

Zahl der Hochwasser-Toten in Belgien steigt auf über 30

19.56 Uhr: Nach den Überschwemmungen in Belgien ist die Zahl der Todesopfer dort auf mindestens 31 gestiegen. Die Rettungsarbeiten seien eingestellt, erklärte das Krisenzentrum der Regierung am Sonntagabend. Nach 163 Vermissten werde noch gesucht. Im Mittelpunkt stünden nun zudem die Aufräumarbeiten und die Abschätzung der materiellen Schäden.

In den besonders betroffenen Regionen im Süden und Osten des Landes gehen Polizisten von Tür zu Tür, um mögliche weitere Hochwasseropfer zu finden. Viele Menschen hätten keine Möglichkeit zu telefonieren oder ihr Handy aufzuladen, erklärte das Krisenzentrum.

Kommentar: Zwischen Krisenmanagement und Polit-PR

19.38 Uhr: Naturkatastrophen sind zum einen eine politische Herausforderung: Es geht um Schadensermittlung, Hilfe und die richtigen Lehren. In der Stunde der Krise zählt jedoch auch die menschliche Dimension.

Die Leute haben ein feines Gespür, was authentisch ist und wo ein Schaulaufen vor den Wählern stattfindet. Und da kommt Armin Laschets Verhalten natürlich gar nicht gut an: Bei der Rede von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Sonnabend im nordrhein-westfälischen Erftstadt steht er im Hintergrund und scherzt mit Umherstehenden.

Wie eine verstörende Szene Laschets Image als fürsorgenden Landesvater konterkariert, kommentiert unser Redakteur Michael Backfisch.

Akute Lebensgefahr nach Erdrutsch in Erftstadt

19.28 Uhr: In Erftstadt-Blessem besteht nach Einschätzung von Experten in der Nähe einer Abbruchkante weiterhin akute Lebensgefahr. Das teilte Landrat Frank Rock nach einem Gespräch mit den Fachleuten vor Ort am Sonntag mit.

Die Stabilität des Untergrunds nach der Unwetterkatastrophe in dem besonders betroffenen Stadtteil müsse weiterhin überprüft werden. Eine abschließende Einschätzung sei noch nicht möglich.

Berchtesgaden: Vier Verletzte bei Unfall mit Rettern in

19.02 Uhr: Helfer des Technischen Hilfswerks (THW) sind beim Einsatz im Flutgebiet von Berchtesgaden mit ihrem Lastwagen verunglückt. Vier Menschen wurden zum Teil schwer verletzt, wie das Bayerische Rote Kreuz am Sonntag mitteilte. Der Wagen sei mit Sandsäcken beladen gewesen und auf der Salzbergstraße (B319) bergab auf die Gegenfahrbahn geraten und mit einem Auto zusammengestoßen. Dabei überschlug sich der Laster.

Den Ermittlungen der Polizei zufolge war der 42-jährige THW-Fahrer zusammen mit seinem 25-jährigen Beifahrer unterwegs. In dem anderen Unfallauto saß ein Urlauber-Ehepaar aus der Oberpfalz. Deren Auto hatte sich bei dem Unfall überschlagen. Die Polizei vermutete, dass möglicherweise die Bremsen des Lasters heiß gelaufen waren. Die beiden THW-Helfer wurden schwer bis mittelschwer verletzt, das Ehepaar nur leicht.

Innenminister Seehofer besucht THW-Einsatzkräfte

18.50 Uhr: Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) will morgen die von der Unwetter-Katastrophe besonders betroffenen Gebiete in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz besuchen. Er wird sich vor Ort ein Bild von der Arbeit des Technischen Hilfswerks (THW) machen. Das THW ist dem Bundesinnenministerium unterstellt.

Die Organisation hat den Angaben zufolge 2500 Helferinnen und Helfer in den Hochwassergebieten im Einsatz, um Menschen in Sicherheit zu bringen, Keller abzupumpen, die Stromversorgung sicherzustellen und um Schuttberge abzutragen.

Seehofer wird am späten Vormittag an der Steinbachtalsperre in Euskirchen (NRW) erwartet. Gegen Mittag will Seehofer dann nach Bad Neuenahr-Ahrweiler in Rheinland-Pfalz fahren, um ein Krankenhaus zu besuchen. Dort hat das THW eine Trinkwasseraufbereitungsanlage installiert, damit das Krankenhaus weiterhin das nötige Trinkwasser bekommt. Dies war nötig geworden, nachdem die Wassermassen die Leitungen im Umfeld der Klinik beschädigt hatten.

Experten bewerten Lage an Steinbachtalsperre neu

18.35 Uhr: An der von einem Bruch bedrohten Steinbachtalsperre bei Euskirchen wollen Fachleute erst am Montag entscheiden, wann die Menschen in den evakuierten Gebieten in ihre Häuser zurückkehren können.

Ursprünglich war diese Entscheidung für heute geplant gewesen, allerdings floss das Wasser langsamer ab als erwartet. Experten gingen weiterhin davon aus, dass zwei Drittel des Wassers in der Talsperre abgelassen sein müssen, bis der Zustand als sicher gelten könne, teilte die Bezirksregierung Köln am Sonntag mit. Am Montag werde die Situation neu bewertet.

18.25 Uhr: Die Flut zeigt die Lücken beim Katastrophenschutz: Nur 8,8 Millionen Deutsche nutzen die Warn-App "Nina", Sirenen gibt es kaum noch. Lesen Sie dazu: Warum wurden die Menschen in den Flutregionen nicht gewarnt?

Bauarbeiten an Autobahnen werden Monate dauern

16.59 Uhr: Nach der Unwetterkatastrophe müssen sich Autofahrer auf den Autobahnen 1 und 61 im Süden Nordrhein-Westfalens noch monatelang auf Beeinträchtigungen einstellen. Bei den Kommunen Erftstadt und Swisttal hatten die Wassermassen Teile der Fahrbahn weggerissen. Die Schadensbegutachtung laufe noch, erst danach könnten die Bauarbeiten beginnen, sagte ein Sprecher der Autobahngesellschaft des Bundes am Sonntag. Wie lange die Reparatur dauern werde, könne er nicht sagen. Sehr wahrscheinlich geht es aber um mehrere Monate.

Bis auf Weiteres gelten Vollsperrungen auf der A1 zwischen dem Autobahndreieck Erfttal und der Anschlussstelle Hürth in der einen Fahrtrichtung und in der anderen Fahrtrichtung vom Kreuz Köln-West bis nach Erfttal, wie die Autobahngesellschaft mitteilte. Die A61, die sich bei Erftstadt mit der A1 verbindet, ist in beiden Fahrtrichtungen zwischen den Autobahnkreuzen Kerpen und Meckenheim voll gesperrt.

Berchtesgaden: Innenstadt überflutet

16.01 Uhr: Im bayerischen Hochwassergebiet im Berchtesgadener Land waren nach offiziellen Angaben 890 Hilfskräfte in den besonders betroffenen Orten im Einsatz. Einsatzleiter Anton Brandner sprach von dramatischen Szenen. Heftige Regenfälle hatten am Samstagabend den Fluss Ache über die Ufer treten und Hänge abrutschen lassen. Zwei Menschen kamen nach Behördenangaben ums Leben. Ein Opfer starb dem Landkreis zufolge an einer natürlichen Ursache. Aber auch das könne mit dem Unwetter zusammenhängen.

Betroffen waren vor allem die Orte Berchtesgaden, Bischofswiesen, Schönau am Königssee, Marktschellenberg und Ramsau. Feuerwehr und andere Hilfskräfte mussten zu Hunderten Einsätzen ausrücken - auch um Menschenleben zu retten. Von den Unwettern betroffen waren weiter nördlich auch Passau und der Bayerische Wald. Der Deutsche Wetterdienst warnte vor weiteren Regenfällen in den Berchtesgadener und Chiemgauer Alpen.

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) hat den vom Hochwasser betroffenen Menschen in Südostbayern Hilfe und Unterstützung zugesichert. "Wir lassen da niemanden allein, ganz sicher nicht", sagte Söder am Sonntagnachmittag in Schönau am Königssee. Unabhängig von in Aussicht gestellten Hilfen des Bundes werde man auch in Bayern überlegen, wie man helfen könne. "Wir trauern um alle Opfer, wir beten mit den Angehörigen, wir wünschen allen, die noch betroffen sind, alles Gute", sagte Söder. Zudem dankte er den Rettungskräften, die Übermenschliches leisteten.

Merkel lobt Föderalismus

15.05 Uhr: Kanzlerin Merkel hat die föderalen Strukturen in Deutschland gelobt. Dies sorge dafür, dass in solchen Situationen schnell Helferinnen und Helfer vor Ort seien, von THW, Feuerwehr, Bundeswehr und -polizei. "Das klappt schneller als man gucken kann", sagte die CDU-Politikerin.

Bürgermeister von Schuld bricht in Tränen aus

14.48 Uhr: Bei einem gemeinsamen Pressestatement in dem schwer getroffenen Ort Adenau ist der Bürgermeister des Ortes Schuld, Helmut Lussi, kurzzeitig in Tränen ausgebrochen. Lussi berichtete von den Zerstörungen im Ort. Schuld sei eigentlich gut auf Hochwasser vorbereitet gewesen, doch beim letzten Hochwasser habe der Pegel bei 3,60 Meter gelegen - am Donnerstag hätten die Pegelstände 8,87 Meter gezeigt. Die Wiederaufbaukosten allein für seine Gemeinde habe ein Sachverständiger auf mehr als 30 Millionen Euro geschätzt.

Bob- und Rodelbahn am Königssee schwer beschädigt

14.12 Uhr: Die heftigen Unwetter im Berchtesgadener Land haben auch die Bob- und Rodelbahn am Königssee schwer beschädigt. Teile der Weltcup-Bahn wurden von den Wassermassen weggerissen und zerstört, wie auf Bildern und Videos am Sonntag zu sehen war. Der Landkreis Berchtesgadener Land als Inhaber äußerte sich auf Anfrage zunächst nicht zu den Details und der Schwere der Beschädigung auf der mehr als 1500 Meter langen Traditionsbahn in Schönau am Königssee.

"Es tut unendlich weh!", schrieb der mehrmalige Rodel-Weltmeister und Olympiasieger Felix Loch in den Sozialen Netzwerken neben einem Foto der schwer demolierten Rennstrecke. Sein Herz sei gebrochen, ergänzte der Berchtesgadener und äußerte die Hoffnung, dass sich niemand verletzt habe. Die frühere Rodlerin und Bobfahrerin Susi Erdmann schrieb bei Facebook mit einem weinenden Smiley: "Unfassbar... Meine ehemalige Heimbahn am Königssee wird einfach weggespült."

Merkel und Dreyer sprechen mit Rettungskräften

13.48 Uhr: Bei ihrem Besuch in Schuld im Ahrtal hat Bundeskanzlerin Angela Merkel großes Interesse an der Arbeit der Rettungskräfte gezeigt. Sie erkundigte sich nach der Statik der Gebäude und nach der Trinkwasserversorgung. "Sie glauben nicht, wie groß die Solidarität hier ist", sagt ein Angehöriger der Bundeswehr zu Merkel und Dreyer. Merkel kündigte an, im August wiederzukommen.

"Haben Sie noch irgendwelche Fragen, wo die Kanzlerin schon hier ist", fragte Merkel in einer kleinen Runde mit verantwortlichen Rettungskräften, die von Fernsehsendern wie n-tv gezeigt wurde. "Wir hoffen natürlich auf Ihre Unterstützung", sagte ein Beteiligter. Es werde einen Staatssekretärsausschuss zur Koordination geben, das Finanzministerium werde Gelder an die Länder überreichen, die es wiederum verteilen würden, sagte Merkel.

Gleichzeitig erwähnte sie, dass die "Baukonjunktur überhitzt" sei, Holz und andere Baumaterialien knapp. Auch ihre Begleiterin, die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) sagte: "Das wird Monate, Monate dauern." Es sei ihrer beider Absicht, unbürokratisch zu helfen.

Merkel: Hochwasser hat wohl mit Klimawandel zu tun
Merkel: Hochwasser hat wohl mit Klimawandel zu tun

Kanzlerin Merkel ist im Katastrophengebiet eingetroffen

13.28 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) ist am Sonntag zu einem Besuch in den vom Hochwasser betroffenen Gebieten in Rheinland-Pfalz eingetroffen. Gegen Mittag war Merkel in der Eifelgemeinde Schuld, die besonders schwer von der Flutkatastrophe getroffen worden war. Die Kanzlerin wolle sich vor Ort ein Bild von der Lage machen, hieß es im Vorfeld. Begleitet wurde sie unter anderem von der Mainzer Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD).

Der Ortsbürgermeister von Schuld, Helmut Lussi, begrüßte Merkel. Fernsehbilder zeigten sie auf einer Brücke im Gespräch mit Einsatzkräften. Für den Nachmittag ist ein Pressestatement in Adenau geplant.

Isar-Pegel steigt - Hochwasserwarnung für München

12.50 Uhr: In Bayern spitzt sich die Hochwasserlage allmählich zu. Auch in München warnen die Behörden inzwischen vor Hochwasser, der Pegel der Isar steigt weiter.

Hochwasserlage an Mosel und Saar entspannt sicht

12.02 Uhr: Die Hochwasserlage an Saar und Mosel entspannt sich. Nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes prägt Hochdruckeinfluss das Wettergeschehen im Moseleinzugsgebiet. "Am heutigen Sonntag und am Montag bleibt es vielfach trocken. Bis einschließlich Freitag ist voraussichtlich nicht mit weiteren Niederschlägen zu rechnen", hieß es am Sonntag in Offenbach. "Es werden keine warnwürdigen Wettererscheinungen erwartet."

An der Obermosel fallen die Wasserstände bereits, wie die Hochwasservorhersagezentrale des Landesamtes für Umwelt Rheinland-Pfalz am Sonntag berichtete. Am Pegel Perl wurde der Höchststand von 5,21 Metern am Samstagnachmittag erreicht. Am Pegel Trier werde die Meldehöhe von 6 Metern voraussichtlich in Kürze unterschritten. "Auch im Verlauf der kommenden Woche werden die Wasserstände an der gesamten Mosel weiter deutlich fallen." Auch an der Saar sei weiterhin mit fallenden Wasserständen zu rechnen.

Sinkende Pegelstände in Wassenberg - keine Entwarnung

11.55 Uhr: Nach dem Bruch eines Damms der Rur gibt es noch keine Entwarnung im nordrhein-westfälischen Wassenberg. Zwar seien sinkende Wasserpegel in allen Ortsteilen zu beobachten und die Wassermassen könnten zunehmend wieder über die Kanalisation aufgenommen werden. Im teilweise unter Wasser stehenden Stadtteil Ophoven könnten aber weitere Dammbrüche noch nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden, teilte die Stadt am Sonntag mit.

"Die Lage ist recht unüberschaubar", sagte ein Feuerwehrsprecher am Sonntagmorgen. Etwa 700 Bewohner von Ophoven an der Grenze zu den Niederlanden hatten in der Nacht zum Samstag ihre Häuser verlassen müssen. Man prüfe derzeit, welche Bewohner in ihre Wohnungen und Häuser zurückkehren dürfen. Einige Straßen konnten wieder genutzt und an das Stromnetz angeschlossen werden, hieß es bei der Stadt.

Scholz kündigt Soforthilfen an

11.32 Uhr: Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) hat eine Soforthilfe von mehr als 300 Millionen Euro für die Opfer der Flutkatastrophe angekündigt. Am Mittwoch wolle er dem Bundeskabinett den Plan für die Soforthilfe vorlegen, sagte Scholz der "Bild am Sonntag".

Scholz sagte der Zeitung, beim vorherigen Flutdesaster sei eine Soforthilfe des Bundes von "deutlich mehr als 300 Millionen Euro" nötig gewesen: "Da wird jetzt sicher wieder so viel gebraucht."

Sanitäterin und Notarzt retten Patienten aus brennendem Rettungswagen

10.52 Uhr: Im rheinland-pfälzischen Linz am Rhein haben eine Rettungssanitäterin und ein Notarzt am Samstag zwei Menschen aus einem brennenden Krankenwagen gerettet. Die beiden hätten zwei demenzkranke Senioren aus dem Hochwassergebiet Ahrweiler nach Linz bringen wollen, als plötzlich starker Rauch aus dem Motorraum drang, teilte die Polizei in Linz am Samstagabend mit. Dann habe der Wagen zu brennen begonnen.

Die Besatzung sei "geistesgegenwärtig und todesmutig" zu den beiden Senioren geeilt und habe sie gerettet, wobei die Sanitäterin die nicht gehfähige Patientin sogar herausgetragen habe. Die junge Frau sei dabei leicht verletzt worden und mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gekommen. Die beiden Senioren blieben unverletzt.

Zahlreiche Sauerstoffflaschen seien durch die enorme Hitze explodiert, hieß es weiter. Die Feuerwehr habe daher nur unter großen Schwierigkeiten löschen können. Durch die Hitzeeinwirkung sei der Rettungswagen teilweise mit der Fahrbahn verschmolzen.

Menschen in Erftstadt suchen Angehörige

10.17 Uhr: In der vom Hochwasser besonders betroffenen Ortschaft Erftstadt westlich von Köln suchen zahlreiche Menschen nach ihren Angehörigen. Bisher wurden laut Angaben der Stadt bei der am Samstag eröffneten "Personenauskunftsstelle" 59 Menschen gemeldet, deren Aufenthaltsort ungewiss ist. 16 davon kämen aus Erftstadt.

Unter den Gesuchten seien auch Bewohner einer Altenpflegeeinrichtung, die am Samstag evakuiert werden musste. Viele Menschen wüssten nicht, wo ihre Angehörigen sein könnten, weil etwa das Telefonnetz zusammengebrochen war, erklärte ein Sprecher des Rhein-Erft-Kreises am Sonntag.

Den Angaben der Stadt zufolge konnten Einsatzkräfte bislang 70 Fahrzeuge bergen, 25 stünden noch im Wasser. Bislang wurden keine Menschen in den Autos und Lastwagen entdeckt. Zwei Fahrzeuge konnten Helfer bislang nicht sichten, weil sie unter einen Lkw lagen.

Energieversorger rechnet mit Schäden in zweistelliger Millionenhöhe

10.11 Uhr: Die Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen hat auch das Kohlekraftwerk Weisweiler und andere Standorte des Energiekonzerns RWE getroffen. Das Unternehmen schätzte die Schäden am Samstag auf einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag.

Die Stromerzeugung des Kraftwerks Weisweiler bei Eschweiler laufe nur mit reduzierter Kraft, teilte RWE in Essen mit. Am Donnerstag habe der Fluss Inde bei Lamersdorf einen Deich überspült und sei in den Tagebau Inden gelaufen. Von dort wird das Kraftwerk mit Braunkohle versorgt. Zwar habe sich die Lage mit sinkenden Pegelständen stabilisiert. Ziel sei, Ende kommender Woche in Inden erstmals wieder Kohle zu fördern. Es sei aber noch unklar, wann der Tagebau und die Stromerzeugung wieder in vollem Umfang arbeiten könnten.

Bahnstrecke bei Bad Schandau gesperrt

10.08 Uhr: Nach starken Regenfällen ist die Bahnstrecke zwischen Bad Schandau und dem tschechischen Dečin gesperrt. "Züge des Fernverkehrs enden und beginnen in Dresden Hauptbahnhof", informierte die Deutsche Bahn am Samstagabend im Internet. Im Fernverkehr ist die Verbindung Hamburg-Berlin-Dresden-Prag betroffen. Es seien keine Reisenden mehr auf freier Strecke, versicherte eine Bahnsprecherin am späten Abend auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Die Störung werde voraussichtlich bis Sonntagnachmittag dauern.

Altmaier schlägt Hilfspauschale vor

9.59 Uhr: Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier schlägt eine Pauschale von bis zu 10.000 Euro für Unternehmen vor, die von der Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands und der Corona-Krise betroffen sind. "Ich plädiere für eine Corona-Flutpauschale von bis zu 10.000 Euro für Unternehmen, die es doppelt schlimm getroffen hat", sagte der CDU-Politiker der "Bild am Sonntag".

Die Existenzgrundlage von vielen Unternehmen in den Tourismus- und Weinbaugebieten sei zerstört. Er erwarte aber auch von den Versicherungen, jetzt schnell die Schadenssummen auszuzahlen, und dass sich die Geschäftspartner getroffener Unternehmen kulant zeigten.

Gebirgsbach in Oberstdorf schwillt gefährlich an

9.47 Uhr: Der heftige Regen hat in den Allgäuer Alpen nahe Oberstdorf in einem Tal zu einem bedrohlichen Anschwellen eines Baches geführt. Im Stillachtal habe sich durch querliegendes Holz das Wasser gefährlich angestaut, sagte der Kommandant der Oberstdorfer Feuerwehr, Peter Vogler, in der Nacht zum Sonntag der Deutschen Presse-Agentur.

Sollte sich diese natürlichen Sperre plötzlich lösen, könne es eine Flutwelle in Richtung Oberstdorf geben. Die Feuerwehr stelle zum Schutz Betonbarrieren beim Langlaufstadion südlich des Ortskerns von Oberstdorf (Landkreis Oberallgäu) auf. Sie sollen mögliche Wassermassen umleiten.

Versicherungsbranche kritisiert mangelnde Anpassung an Klimafolgen

9.38 Uhr: Die Versicherungsbranche fordert nach den verheerenden Fluten im Westen Deutschlands die Politik zum Umdenken auf. "Klimafolgenanpassung kommt vielerorts zu kurz", sagte Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), der "Welt am Sonntag". Noch immer werde in Überschwemmungsgebieten gebaut, würden Flächen ungehindert versiegelt und stauten sich auf kommunaler Ebene Investitionen in Präventionsmaßnahmen. "Hier gilt es umzusteuern, sonst setzt sich eine Spirale aus weiteren Katastrophen und steigenden Schäden in Gang, die erst teuer und irgendwann unbezahlbar wird", sagte Asmussen. Es zeichne sich ab, dass das aktuelle Jahr eines der schadenträchtigsten der jüngeren Vergangenheit werde.

Der Deutschlandchef des französischen Versicherungskonzerns Axa, Alexander Vollert, bezeichnete die Schwere der Sachschäden und die große regionale Ausbreitung als einmalig. "Wir reden hier nicht von Überschwemmungen, sondern von Sturmfluten in großem Stil", sagte Vollert der Zeitung.

Wasser an Steinbachtalsperre fließt langsamer ab als erwartet

9.24 Uhr: An der von einem Bruch bedrohten Steinbachtalsperre bei Euskirchen fließt das Wasser langsamer ab als erwartet. Deshalb sollen Experten am Sonntag die noch immer angespannte Lage am Staudamm neu bewerten, wie die Bezirksregierung Köln auf Twitter mitteilte. Die ursprünglich geplante Prognose, am Sonntagnachmittag gegen 15.00 Uhr Entwarnung geben zu können, kann den Angaben zufolge deshalb nicht gehalten werden.

Aus der Talsperre wird Wasser abgelassen, um Druck von dem Damm zu nehmen. Der Wasserstand sinke aber langsamer als erwartet, hieß es am Samstagabend. Entwarnung könne erst gegeben werden, wenn die Talsperre zu zwei Dritteln entleert sei. Bis dahin bestehe weiter akute Dammbruchgefahr, wie die Bezirksregierung am Samstag warnte. Die Orte Swisttal und Rheinbach unterhalb der Steinbachtalsperre an der Landesgrenze zu Rheinland-Pfalz waren evakuiert worden.

Lage in Österreich spitzt sich zu

7.38 Uhr: Sintflutartige Regenfälle haben in der Nacht zum Sonntag auch weitere Teile Österreichs erfasst. Sowohl in Salzburg als auch in Tirol und der Bundeshauptstadt Wien waren die Feuerwehren im Dauereinsatz, wie die Agentur APA meldete. Im Stadtgebiet von Hallein sei Zivilschutzalarm ausgelöst worden, ebenso wie in Mittersill im Pinzgau sowie in Kufstein in Tirol.

In Hallein überfluteten die Wassermassen Teile der Altstadt. Ein Bach hatte sich am Abend zu einem reißenden Strom entwickelt, bestätigte die Polizei am Samstag entsprechende Videos, die im Internet zu sehen waren. Nach Angaben der Feuerwehr lagen am späten Abend keine Meldungen über Vermisste, Verletzte oder gar Tote vor.

In Kufstein werden die Menschen aufgefordert, Gebäude nicht zu verlassen und sich in höhere Stockwerke zurückzuziehen. Im Stadtgebiet erreichte das Wasser der Zulaufbäche des Inns bereits die Straßen. Wegen möglicher Erdrutsche wurde ein Teil der Felbertauernstraße gesperrt.

Passau: Polizei schleppt vorsorglich Autos ab

6.32 Uhr: Im bayerischen Passau steigen die Wasserstände der Flüsse stündlich weiter an. Die Polizei schleppte vorsorglich Autos an Parkplätzen an der Donau ab, wie eine Sprecherin am Sonntag sagte. Anwohner hätten trotz Hochwasserwarnungen versäumt, ihre Fahrzeuge umzuparken. "Wenn wir sie nicht abschleppten, dann schwimmen die Dinger bis Österreich", sagte die Polizeisprecherin. Der Pegel der Donau war nach Angaben des Hochwassernachrichtendienstes im Laufe des Samstags um fast zwei Meter auf 7,80 Meter gestiegen. Der Wasserstand der Inn stieg in den vergangenen zwölf Stunden von 3,30 auf 5,40 Meter.

Forschungsministerin fordert bessere Vorbereitung auf Starkregen

5.40 Uhr: Forschungsministerin Anja Karliczek hat eine bessere Vorbereitung auf Starkregen, Hitze oder Sturm gefordert. "Auch als Lehre aus der Unwetter-Katastrophe im Westen Deutschlands muss die Forschung zu solchen Extremwetter-Ereignissen in den nächsten Jahren weiter ausgebaut werden", sagte die CDU-Politikerin unserer Redaktion. "Ziel muss eine Verbesserung der Vorhersage und Vorsorge sein."

Der Trend zu extremen Wetterphänomenen auch als Folge des Klimawandels halte unvermindert an, mahnte Karliczek. "Im Schnitt haben sich diese Ereignisse extremer Niederschläge, Hitze oder Sturm in den letzten dreißig Jahren nahezu verdoppelt." Derzeit flössen pro Jahr rund 65 Millionen Euro in die Forschung zu Klimaauswirkungen. "Nach der Katastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen sollten wir darüber nachdenken, die Initiativen im Bund und den Ländern noch einmal zu verstärken", so die Ministerin. "Es geht um den Schutz von Menschenleben und um den Schutz von Eigentum und unschätzbaren Kulturgütern."

Zahl der Toten steigt auf mehr als 150

3.45 Uhr: Die Zahl der Todesopfer durch die Unwetterkatastrophe in Deutschland ist nochmals deutlich gestiegen und liegt nun bei 156. Wie das Polizeipräsidium in Koblenz am frühen Sonntagmorgen mitteilte, erhöhte sich die Zahl der Todesopfer in Rheinland-Pfalz um weitere zwölf auf 110. Die Behörde äußerte die Befürchtung, "dass noch weitere Todesopfer hinzukommen". Zahlreiche Menschen in Rheinland-Pfalz sowie in Nordrhein-Westfalen galten weiterhin als vermisst.

In NRW waren bis Samstagabend 45 Tote gezählt worden. Zudem kam mindestens ein Mensch bei Überschwemmungen im oberbayerischen Landkreis Berchtesgadener Land ums Leben.

Städte- und Gemeindebund fordert Überprüfung des Bevölkerungsschutzes

1.00 Uhr: Nach der Flutkatastrophe im Westen Deutschlands fordert der Städte- und Gemeindebund eine grundlegende Reform des Bevölkerungsschutzes. "Die Katastrophe zeigt einmal mehr, dass wir den zivilen Bevölkerungsschutz neu, besser und nachhaltiger aufstellen müssen", sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg dieser Redaktion. "Dabei sollte insbesondere das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe sowohl personell als auch was die inhaltliche Zuständigkeit angeht deutlich gestärkt werden."

Darüber hinaus müssten die Frühwarnsysteme verbessert werden. "Zunächst war bei dieser Katastrophe der Eindruck entstanden, es handele sich um einen großen Starkregen, ohne dass das dramatische Ausmaß kommunziert worden ist", kritisierte Landsberg. "Deswegen sind viele Bürgerinnen und Bürger von der Flutkatastrophe überrascht worden." Erschwerend sei hinzugekommen, dass auch die Mobilfunknetze sehr schnell ausgefallen seien.

Der kommunale Spitzenvertreter sprach sich dafür aus, die Warnsysteme - die es im Kalten Krieg durch Sirenen flächendeckend gab - zu ertüchtigen. Sie sollten mit entsprechender Digitalisierung zum Kommunikationsnetz ausgebaut werden, "das auch noch funktioniert, wenn flächendeckend der Strom ausgefallen ist". Ein batteriebetriebenes Radio gehöre in jeden Haushalt.

Hochwasser-News vom Samstag 17. Juli: Regen lässt Wasserstände steigen - Warnung für Neiße und Spree

21.49 Uhr: Das Landeshochwasserzentrum Sachsen hat vor einem Anschwellen von Bächen und Flüssen im Gebiet der Lausitzer Neiße und der Spree gewarnt. Lokal sei mit Alarmstufe 2 an Pegeln zu rechnen, teilte das Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie mit.

Grund sind erwartete Unwetter, die am Samstag gebietsweise Regen von 40 bis 60 Litern pro Quadratmeter bringen könnten; punktuell seien bis zu 80 Liter und damit extremes Unwetter möglich, hieß es. "Mit dem Aufleben der Gewittertätigkeit und Starkregen ist in den Gebieten mit bereits erhöhter Bodenfeuchte insbesondere in den kleineren Fließgewässern mit einem sehr schnellen Anstieg der Wasserführung zu rechnen."

Hochwasser-Lage weiterhin unübersichtlich

21.20 Uhr: Im Rhein-Sieg-Kreis und Euskirchen spricht die Polizei von einer "Großschadenslage". Mit Hilfe von Tauchern sucht die Einsatzkräfte dort nach Vermissten. Rund 200 Beamte seien außerdem dafür abgestellt, "Hab und Gut der von der Naturkatastrophe getroffenen Menschen zu schützen und sogenannten Katastrophentourismus zu verhindern", erklärt die Polizei.

Im Raum Bonn und dem Rhein-Sieg-Kreis bezifferten die Behörden die Zahl der Vermissten mit 300. Im Kreis Euskirchen sei zudem der Verbleib von mehr als 70 Menschen ungeklärt. Die Lage war wegen unterbrochener Telefonnetze allerdings weiterhin schwer zu überblicken.

Zahl der Toten nach Überschwemmungen in Belgien auf 27 gestiegen

20.37 Uhr: Nach den schweren Überschwemmungen im Osten Belgiens hat sich die Zahl der Todesopfer auf mindestens 27 erhöht. Von 103 weiteren Menschen sei der Verbleib nicht geklärt, wie die Behörden am Samstagabend mitteilten. Er hoffe jedoch, dass die meisten der potenziell Vermissten bisher einfach noch nicht erreicht werden konnten, sagte ein Sprecher des belgischen Krisenzentrums der Nachrichtenagentur AFP.

Das Krisenzentrum hatte die Zahl der infolge der Unwetter vermissten Menschen zuletzt am Freitag auf 20 beziffert. Von den Überschwemmungen seit Donnerstag betroffen waren rund 120 Gemeinden besonders im Osten des Landes. Inzwischen besserte sich das Wetter, und das ganze Ausmaß der Zerstörung wurde sichtbar. Die Regierung rief für Dienstag einen nationalen Trauertag aus.

Rettungswagen mit Demenzkranken aus Hochwassergebiet fängt Feuer

19.57 Uhr: Dramatische Sekunden in einem Rettungswagen: Das Fahrzeug sollte am Samstag zwei demenzkranke Senioren aus dem Ahrweiler Hochwassergebiet in Rheinland-Pfalz ins Krankenhaus nach Linz bringen, als starker Rauch aus dem Motorraum kam. Wie die Polizei mitteilte, stoppte der Notarzt das Fahrzeug. Wenig später schlugen Flammen aus dem Motorraum, und der Rettungswagen begann zu brennen.

"Geistesgegenwärtig und todesmutig" hätten der Notarzt und die 24 Jahre alte Rettungssanitäterin die Senioren aus dem völlig verrauchten Wagen gerettet. "Hierbei hob die 24-jährige die nicht gehfähige Seniorin kurzerhand hoch und trug sie aus dem Fahrzeug." Die Rettungssanitäterin wurde mit Verdacht auf Rauchgasvergiftung ins Krankenhaus gebracht. Die beiden Senioren wurden nicht verletzt.

Zahl der Toten bei Unwetterkatastrophe steigt in NRW auf 45

18.56 Uhr: In Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der Toten im Zusammenhang mit der Unwetterkatastrophe auf 45 gestiegen. Das teilte eine Sprecherin des NRW-Innenministeriums am Samstagabend mit. Damit hat sich die Zahl der Todesopfer gegenüber Freitag um zwei erhöht.

Keine Toten wurden bislang bei der Bergung der Fahrzeuge auf der überfluteten Bundesstraße 265 bei Erftstadt gefunden, wie ein Sprecher des Rhein-Erft-Kreises berichtete. Bei der Überprüfung der insgesamt 28 Autos und Lastwagen, die von den Wassermassen überspült worden waren, kamen auch Taucher der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) zum Einsatz.

Erdrutsch in Blessem - Experten prüfen Abbruchkante

18.25 Uhr: In Erftstadt-Blessem wollen Fachleute am Sonntag die Stabilität des Untergrunds nach der Unwetterkatastrophe überprüfen. Die Experten sollen nach Angaben der Stadt die Abbruchkanten eines Erdrutsches untersuchen. Die Lage sei unverändert angespannt, da noch keine Klarheit zu den Bodenverhältnissen bestehe. In Blessem war durch die Fluten ein riesiger Krater entstanden, mindestens drei Wohnhäuser und ein Teil der historischen Burg stürzten ein.

Der Ortsteil war evakuiert worden. Das Betretungsverbot bestehe weiter fort, teilte die Stadt mit. Die Polizei sichere den Ortsteil. Eine Rückkehr der Bewohner sei derzeit noch nicht möglich, da insbesondere im Bereich des Erdrutsches Lebensgefahr bestehe.

Kritik an Laschet wegen Video

17:48 Uhr: Ein Video sorgt unter dem Hashtag #LaschetLacht in den sozialen Netzwerken für Empörung und Unverständnis. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier gibt im Vordergrund ernst ein Interview zum Unwetter, hinten ist Ministerpräsident Armin Laschet mit seiner Entourage zu sehen. Während Steinmeier sein Mitgefühl ausdrückt, wird im Hintergrund herumgealbert. Lesen Sie hier die Meldung: Hochwasser: Lachender Armin Laschet sorgt für Kritik

Laschet besucht Notunterkunft

16.47 Uhr: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat am Samstag in Erftstadt ein Unterkunft für durch das Hochwasser wohnungslos gewordene Menschen besucht. In der zum Aufenthaltsraum umfunktionierten Kantine eines Gymnasiums traf der CDU-Chef und Unions-Kanzlerkandidat mit etwa 20 Bewohnern zusammen, wie ein Fotograf der Deutschen Presse-Agentur vor Ort berichtete.

Dort waren Frauen mit Kindern, Paare und Alleinstehende versammelt. Nach Auskunft der Bürgermeisterin von Erftstadt sind mehrere hundert Menschen in Unterkünften. Anschließend sah sich der Ministerpräsident Kleiderspenden für die Menschen an, die ihr Obdach verloren haben. Zuvor hatte er zusammen mit Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier Hochwasser-Retter von Feuerwehr und anderen Hilfsorganisationen getroffen.

Überflutungsgefahr unterhalb der Steinbachtalsperre noch nicht gebannt

16.09 Uhr: Im Hochwassergebiet in Nordrhein-Westfalen besteht für das Gebiet rund um die Steinbachtalsperre weiterhin Überflutungsgefahr. Die Bezirksregierung Köln teilte am frühen Samstagnachmittag mit, dass der Absperrdamm an der Steinbachtalsperre noch versagen könnte. Große Teile des Damms seien durch Überströmung weggebrochen, gleichzeitig laste ein enorm hoher Druck auf dem Damm. Vorsorglich seien weitere Evakuierungen im Bereich der Talsperre geplant.

Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks (THW) pumpten auch am Samstag Wasser aus dem Stausee ab; am Freitagabend schon hatte der durch Geröll verstopfte Grundablass geöffnet werden können. Eine Entwarnung könne nach Experteneinschätzung allerdings erst bei einer Zweidrittel-Entleerung gegeben werden, warnte die Bezirksregierung am Samstag.

Polizei startet im Hochwassergebiet Ahrweiler neue Suche

15.02 Uhr: Nach der Hochwasserkatastrophe will die Polizei in den besonders schwer zugänglichen Regionen im Raum Ahrweiler mit Hubschraubern nach weiteren Opfern der Flut suchen. Das Gebiet werde in Sektoren eingeteilt, und es würden Luftaufnahmen gemacht, teilte die Polizei in Koblenz am Samstag mit. Die Sektoren würden dann von Einsatzkräften systematisch abgesucht. Die Suche soll Sonntagabend bis zum Einbruch der Dunkelheit abgeschlossen sein. Über weitere Suchen werde dann entschieden.

Bundespräsident Steinmeier in Erftstadt

14.30 Uhr: Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat zu anhaltender Hilfe für die Opfer der Flutkatastrophe im Westen Deutschlands aufgerufen. "Die Unterstützungsbereitschaft, sie muss anhalten, im Großen wie im Kleinen", sagte er am Samstag bei einem Besuch im nordrhein-westfälischen Katastrophengebiet an der Erft.

Vielen Menschen in den Hochwassergebieten sei "nichts geblieben, außer ihrer Hoffnung. Und diese Hoffnung dürfen wir nicht enttäuschen", sagte Steinmeier in Erftstadt. Der Bundespräsident hatte sich zusammen mit NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) über die Lage in Erftstadt informiert, wo in den vergangenen Tagen zahlreiche Häuser und Autos weggespült worden waren.

Laschet spricht von "Jahrhundertkatastrophe"

14.05 Uhr: Bei ihrem Besuch im besonders schwer von der Flutkatastrophe betroffenen Erftstadt haben sich Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) bei den unzähligen Helferinnen und Helfern bedankt und deren unermüdlichen Einsatz gelobt. Laschet bezeichnete das Hochwasser dabei als "Jahrhundertkatastrophe" und "nationale Aufgabe" und sagte zu, den betroffenen Regionen helfen zu wollen. Es werde "sehr unbürokratisch Geld ausgezahlt", so der Kanzlerkandidat.

Niederlande kämpfen gegen Hochwasser

13.23 Uhr: Im Süden der Niederlande haben die Anwohner entlang der Maas am Samstag mit Sandsäcken und Schutzmaßnahmen den Kampf gegen das Hochwasser fortgesetzt. Mit einem Absinken des Wassers wurde in Roermond am Sonntagmorgen und in Venlo am Sonntagabend gerechnet, teilten die Behörden mit.

In Venlo an der Grenze zu Nordrhein-Westfalen war am Freitag ein Krankenhaus mit 200 Patienten vorsorglich evakuiert worden. In der Stadt und umliegenden Orten wurden Tausende Menschen zum Verlassen ihrer Wohnungen aufgerufen. Zwar richteten die Fluten erhebliche materielle Schäden an, Berichte über Verletzte gab es aber nicht.

Unterdessen riefen die Behörden Schaulustige auf, zu Hause zu bleiben, und drohten mit Bußgeldern. Wie die Stadt Venlo mitteilte, überwachte die Polizei auch aus der Luft die evakuierten Gebiete und die Deiche.

Wegen Hochwasser: JVA Euskirchen geräumt

12.57 Uhr: Nach der Unwetterkatastrophe im Rheinland ist die Justizvollzugsanstalt Euskirchen weitgehend geräumt worden. Die Versorgung mit Strom und Wasser sei gestört, sagte ein Sprecher der Landesjustizvollzugsdirektion NRW am Samstag.

Ein Teil der Gefangenen sei deshalb in andere Anstalten verlegt worden, für andere gebe es Vollzugslockerungen wie Langzeitausgänge. Einige Häftlinge seien auch in Euskirchen geblieben. Euskirchen ist eine Haftanstalt des offenen Vollzugs mit etwa 380 Plätzen. Der Kreis Euskirchen gehört zu den besonders stark vom Hochwasser betroffenen Teilen von Nordrhein-Westfalen. Die "Bild-Zeitung" hatte zuerst berichtet.

Blessem weiträumig abgesperrt

12.19 Uhr: Die Polizei hat den Erftstadter Ortsteil Blessem mit eingestürzten Wohnhäusern am Samstag großräumig abgesperrt. Grund sei eine Unterspülung der Abrisskante, man wisse nicht, ob weiter Gefahr drohe, sagte ein Polizeibeamter an der Absperrung. In dem Ortsteil der von Hochwasser besonders getroffenen Stadt Erftstadt waren mindestens drei Wohnhäuser und Teile einer Burg eingestürzt. Die Zufahrtsstraßen nach Blessem wurden mit weiß-roten Bändern abgesperrt, an einer anderen Stelle standen Polizeibeamte auf der Fahrbahn.

Bundewehr setzt Radpanzer ein

11.30 Uhr: Auf der Bundesstraße 265 bei Erftstadt in Nordrhein-Westfalen hat die Bundeswehr begonnen, die von den Fluten eingeschlossenen Fahrzeuge mit Radpanzern zu bergen. Menschen seien in den Lastwagen und Autos bisher nicht entdeckt worden, teilte die Feuerwehr der Stadt Erftstadt am Samstag mit.

Auf der B265 waren zahlreiche Fahrzeuge überspült worden. Eine Sprecherin des Rhein-Erft-Kreises hatte am Freitag gesagt, es sei unklar, ob alle Insassen es rechtzeitig aus ihren Wagen geschafft hätten, als sie von den Wassermassen überrascht wurden.

Warnung vor Infektionskrankheiten

11.22 Uhr: In Hagen weist das Amt für Brand- und Katastrophenschutz auf die erhöhte Gefahr hin, an Infektionskrankheiten zu erkanken, wie die "Westfalenpost" berichtet. Bei Aufräumarbeiten könne es zu einer stärkeren Verbreitung von fäkal-oral übertragbaren Krankheiten kommen. Der direkte Kontakt mit Schmutzwasser, Tierkadavern, Schlamm und verunreinigten Flächen sei zu vermeiden, wie es weiter heißt. Die Aufräumarbeiten sollten nur mit Schutzhandschuhen durchgeführt werden.

Polizei warnt vor freiliegenden Stromleitungen

11.01 Uhr: Nach der Hochwasserkatastrophe in Rheinland-Pfalz hat die Polizei wegen der zerstörten regionalen Infrastruktur vor den Gefahren freiliegender Stromleitungen gewarnt. "Unter Umständen können Stromleitungen auch noch aus mehreren Metern auch ohne direkten Kontakt lebensgefährlich sein", teilte die Polizei am Samstag in Koblenz mit. Menschen in der betroffenen Region sollten großen Abstand halten und sich nicht in Gefahr bringen. Ein Hubschrauber mit Fachleuten an Bord solle die Gefahr nun prüfen, sagte ein Sprecher.

Zerstörungen durch Hochwasser in Erftstadt "verheerend"

11.00 Uhr: Die Bürgermeisterin des vom Unwetter stark getroffenen Ortes Erftstadt in Nordrhein-Westfalen, Carolin Weitzel, hat das Ausmaß der Zerstörung als "verheerend" bezeichnet. Sie sei "sehr froh", dass bislang keine Todesopfer gefunden worden seien, sagte sie am Samstag im Deutschlandfunk. Viele hundert Menschen seien aber unmittelbar betroffen; sie benötigten jetzt unbürokratische und einfache Hilfe.

Erftstadt brauche für die Aufräumarbeiten technische Ausrüstungen, sagte Weitzel weiter. "Wir werden die umliegenden Kommunen um Amtshilfe bitten. Wir brauchen Fachkräfte und Personal."

Bundeswehr setzt Radpanzer in Erftstadt ein

10.56 Uhr: Auf einer Bundesstraße bei Erftstadt hat die Bundeswehr mit Radpanzern begonnen, die von den Fluten eingeschlossenen Fahrzeuge zu bergen. Personen seien in den Lastwagen und Autos bisher nicht entdeckt worden, teilte die Feuerwehr der Stadt Erftstadt mit.

Polizei sendet Appell

10.22 Uhr: Mit einem eindringlichen Appell hat sich die Polizei in Rheinland-Pfalz zum Start ins Wochenende über Twitter an potenzielle Hochwassertouristen und Gaffer gewandt. "Es ist nicht an der Zeit für Touren in einem Katastrophengebiet", hieß es am Samstag von der Polizei in Mainz. Denn viele Menschen hätten dort gerade erst "großes Leid und Verluste erfahren". Während des Katastropheneinsatzes seit Donnerstag war es bereits zu Behinderungen durch Schaulustige gekommen.

Tausende Helfer im Einsatz

9.58 Uhr: In Nordrhein-Westfalen sind nach Angaben der Landesregierung mehr als 19.000 Einsatzkräfte an den Rettungsarbeiten beteiligt. Die Koordinierungsgruppe des Krisenstabs Nordrhein-Westfalen tausche sich rund um die Uhr zur aktuellen Lage bei der Hochwasserkatastrophe aus und helfe landesweit bei der Koordinierung, hieß es am Samstagmorgen in Düsseldorf.

Schwere Schäden in Ahrweiler

10.01 Uhr: Durch das Abfließen der Wassermassen werden die von den Fluten angerichteten Schäden an Ahr und Mosel sichtbar. Auch die Infrastruktur hat schweren Schaden genommen: In dem besonders stark betroffenen Landkreis Ahrweiler sind Straßen gesperrt und Brücken zerstört, der Zugverkehr ist in Rheinland-Pfalz wegen der Überflutungen weiterhin massiv beeinträchtigt. Hunderte Rettungskräfte sind auf der Suche nach Toten, Verletzten und Vermissten. Bei dem Schadensausmaß sei mit weiteren Opfern zu rechnen, sagte ein Polizeisprecher am Samstagmorgen. "Der Einsatz läuft auf Hochtouren."

Zahl der Toten steigt weiter

9.19 Uhr: Nach der Unwetterkatastrophe in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen steigt die Zahl der Toten weiter. In Rheinland-Pfalz meldete die Polizei am Samstagmorgen über 90 Opfer allein im Raum Ahrweiler. Damit erhöhte sich die Gesamtzahl der bestätigten Todesopfer in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen auf mehr als 133. Allerdings wurden zahlreiche Menschen weiterhin vermisst. Die Lage in den betroffenen Regionen blieb auch in der Nacht zu Samstag stark angespannt und unübersichtlich.

Rettungsaktion läuft auf Hochtouren

8.56 Uhr: Nach der Flutkatastrophe in der Region Ahrweiler sind auch am Samstag Hunderte Rettungskräfte in Rheinland-Pfalz auf der Suche nach weiteren Opfern und Vermissten. Die Polizei geht bislang von mehr als 90 Todesopfern und über 600 Verletzten aus. Bei dem Schadensausmaß sei mit weiteren Opfern zu rechnen, sagte ein Polizeisprecher am Samstagmorgen. "Der Einsatz läuft auf Hochtouren."

Lage in Erftstadt-Blessem weiter unübersichtlich

08.30 Uhr: In der besonders vom Hochwasser betroffenen nordrhein-westfälischen Ortschaft Erftstadt-Blessem gibt es bislang keine bestätigten Todesopfer. Das sagte ein Kreisprecher am Samstagmorgen der Deutschen Presse-Agentur. Die Lage in Blessem sei derweil weiter angespannt.

In anderen Teilen des Kreises gingen die Pegelstände unterdessen zurück, im Norden habe man Evakuierungen aufheben können. Da die Arbeiten der Rettungskräfte im Bereich Blessem noch in vollem Gange sind, könne man nicht ausschließen, noch Todesopfer zu finden. Belastbare Zahlen zu Vermissten gebe es nicht.

Im Stadtteil Blessem waren mindestens drei Wohnhäuser und ein Teil der historischen Burg eingestürzt. "Wir gehen von mehreren Toten aus, wissen es aber nicht", hatte der nordrhein-westfälische Innenminister Herbert Reul (CDU) am Freitag in Düsseldorf gesagt.

Lage nach Dammbruch angespannt

8.00 Uhr: Nach dem Bruch eines Damms der Rur ist im nordrhein-westfälischen Wassenberg (Kreis Heinsberg) der Stadtteil Ophoven evakuiert worden. Die Lage war am frühen Morgen laut Mitteilung der Stadt weiter angespannt. Der zuständigen Kreispolizei Heinsberg und der Bezirksregierung Köln waren am Morgen aber keine besonderen Vorkommnisse aus der Nacht bekannt.

Wie die Bezirksregierung am Freitagabend mitgeteilt hatte, waren rund 700 Anwohner von der Evakuierung betroffen. Für zwei weitere Stadtteile - Effeld und Steinkirchen - gab es in der Nacht weiter eine Vorwarnung, dass es zur Evakuierung kommen könnte. "Insgesamt stagnieren die dortigen Wasserpegel derzeit", teilte die Stadt Wassenberg am frühen Samstagmorgen mit.

Wie groß der Schaden durch den Dammbruch ist, ist derzeit noch nicht bekannt. Die Rur hat ihre Quelle in der Eifel und mündet bei Roermond in den Niederlanden in die Maas. Laut WDR sieht Wassenbergs Bürgermeister Marcel Maurer (CDU) einen möglichen Grund für den Dammbruch auf niederländischer Seite: Dort seien Schleusenklappen geschlossen worden, so dass es zum Rückstau der Wassermassen gekommen sei.

News zum Hochwasser und Unwetter vom Freitag, 16. Juli: Baerbock fordert nach Besuch in Rheinland-Pfalz "dreifache nationale Kraftanstrenung"

  • Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock hat das Hochwassergebiet in Rheinland-Pfalz besucht. In dieser "verheerenden Lage braucht es jetzt eine dreifache nationale Kraftanstrenung", so Baerbock weiter. Akute Nothilfe habe oberste Priorität. Zudem müssten "Risikovorsorge Maßnahmen für Klimaanpassungen" getroffen werden. Und schließlich: "Klimaschutz ist jetzt: In allen Bereichen beim Klimaschutz gilt es draufzusatteln und mit einem Klimaschutzsofortprogramm wirksame Klimaschutzmaßnahmen zu ergreifen."
  • Zum Schutz vor der Hochwasserwelle haben im Süden der Niederlande am Freitag Tausende Menschen ihre Häuser und Wohnungen in Orten entlang der Maas verlassen müssen.
  • Die Lage an der Steinbachtalsperre entspannt sich nach Auskunft des Kreises Euskirchen (Nordrhein-Westfalen) weiter. Nach Informationen der Bezirksregierung Köln ist der bislang nach der Hochwasserkatastrophe verstopfte Grundablass der Talsperre jetzt freigelegt, wie es in einer Mitteilung von Freitagabend hieß.
  • Der Zugverkehr in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz ist wegen der Überflutungen weiterhin massiv beeinträchtigt.
  • Nordrhein-Westfalens Finanzverwaltung hat zur Entlastung der vom Unwetter betroffenen Bürger einen Katastrophenerlass in Kraft gesetzt.
  • Der Energiekonzern RWE hat die Suche nach einem im Tagebau Inden von Wassermassen mitgerissenen Mitarbeiter aufgegeben. Alle Anstrengungen, den 58-Jährigen zu finden, "sind leider ohne Erfolg geblieben", teilte der Konzern am Freitagnachmittag mit. Vermutlich könne nicht mehr davon ausgegangen werden, den Mitarbeiter noch lebend zu finden.
  • Zum Gedenken an die Opfer der Unwetterkatastrophe werden die Fahnen an zahlreichen Gebäuden in Nordrhein-Westfalen bis Montag auf Halbmast wehen.
  • Im Westen Deutschlands waren nach dem verheerenden Unwetter auch am Freitagnachmittag noch rund 102.000 Menschen ohne Strom. Das Unwetter und die daraus entstandenen Überflutungen sorgten weiterhin für Ausfälle in der Stromversorgung in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz, teilte der zum Eon-Konzern gehörende Energieversorger Westenergie in Essen mit.
  • Nach einem Aufruf der Stadt Bonn, Menschen aus Hochwassergebieten eine Unterkunft anzubieten, sind bei der Verwaltung Hilfsangebote für mehr als 1000 Betroffene eingegangen.
  • Auch im Ausland berichten Medien über das Ausmaß der Unwetterkatastrophe im Westen Deutschlands. Besonders groß ist das mediale Echo im Nachbarland Österreich. Aber auch der "Guardian" und die "New York Times" und viele weitere Medien berichten.
  • In der Nähe der vom Hochwasser heimgesuchten Ortschaft Erftstadt-Blessem sind Teile der gesperrten Autobahn 1 in den Fluss Erft gestürzt.
  • Die Hochwasserkatastrophe an Ahr und Mosel in Rheinland-Pfalz hat mindestens 63 Menschen das Leben gekostet. Die Zahl werde vermutlich noch steigen, sagte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) am Freitag nach einer Sondersitzung des Kabinetts in Mainz.
  • Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat die Überschwemmungen in Westdeutschland als "Flutkatastrophe von historischem Ausmaß" bezeichnet.
  • Das Verteidigungsministerium hat wegen der Unwetterkatastrophe im Westen Deutschlands einen militärischen Katastrophenalarm ausgelöst. Ministerin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) habe die Entscheidung getroffen, sagte ein Sprecher des Ministeriums am Freitag in Berlin.
  • Im Landkreis Lörrach ist es nach Gewittern und starken Regenfällen in der Nacht zum Freitag zu Überschwemmungen und einem Erdrutsch gekommen. Die Stadt Lörrach rief den Notstand aus, um unkompliziert Hilfe leisten zu können. Zwei Verletzte mussten kurzzeitig ins Krankenhaus eingeliefert werden.
  • Die Situation an der Steinbachtalsperre im Kreis Euskirchen bleibt weiter angespannt. "Die Lage ist stabil, aber nicht unkritisch", teilte der Kreis am Freitagvormittag mit. Der Pegelstand habe sich über Nacht bis zum Einsetzen des Regens um etwa zwei Zentimeter abgesenkt und danach gehalten werden können.
  • Beim Einsturz von Häusern in Erftstadt-Blessem sind Menschen ums Leben gekommen. "Es gibt Todesopfer", sagte eine Sprecherin der Bezirksregierung Köln am Freitag. In der Ortschaft war es zu massiven und schnell fortschreitenden Unterspülungen von Häusern gekommen.
  • Der rheinland-pfälzische Innenminister Roger Lewentz (SPD) rechnet bei den Bergungsarbeiten in Rheinland-Pfalz damit, dass Rettungskräfte weitere Tote finden.
  • Nach der Unwetterkatastrophe hat die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer schwere Versäumnisse beim Klimaschutz beklagt. "In den vergangenen Jahren haben wir in Deutschland vieles nicht umgesetzt, was notwendig gewesen wäre. Davon bin ich fest überzeugt", sagte die SPD-Politikerin dieser Redaktion.
  • Nach den Unwettern in Deutschland ist die Zahl der Toten auf mindestens 81 gestiegen.
  • US-Präsident Joe Biden hat Deutschland seine "aufrichtige Anteilnahme" wegen der verheerenden Überschwemmungen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz ausgesprochen. "Es ist eine Tragödie", sagte Biden am Donnerstag in Washington bei einem Besuch von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU).

News zum Hochwasser und Unwetter vom Donnerstag, 15. Juli: Zahl der Toten und Vermissten steigt und steigt

  • Nach der schweren Hochwasserkatastrophe werden im Kreis Bad Neuenahr-Ahrweiler 1300 Menschen vermisst. Das teilte die Kreisverwaltung am Donnerstagabend mit.
  • Die Bilanz der Opfer stieg auf 31 Tote in Nordrhein-Westfalen und 28 in Rheinland-Pfalz. Besonders stark betroffen waren der Raum Bad Neuenahr-Ahrweiler mit 19 Toten und das südlich von Köln gelegene Euskirchen mit 15 Toten, wie die zuständigen Polizeistellen am Nachmittag mitteilten.
  • Die starken Regenfälle der vergangenen Tage haben auch den Wasserstand des Rheins deutlich ansteigen lassen. In Köln lag der Pegelstand am Donnerstagabend bei 7,42 Metern mit stark steigender Tendenz, wie die Stadt im Internet mitteilte.
  • Gigantische Wassermassen fließen durch die Straßen, ganze Orte versinken in braunen Fluten. Es sind unfassbare Bilder und Szenen, die sich in vielen Teilen Deutschlands abspielen – besonders betroffen von der Katastrophenflut sind die Eifel und Nordrhein-Westfalen. Wie Betroffene die Katastrophe erlebten, lesen Sie hier.
  • Die Bundeswehr hat nach der Unwetterkatastrophe im Westen Deutschlands weitere Soldaten in den Hilfseinsatz geschickt. Inzwischen seien mindestens 850 Männer und Frauen zur Unterstützung der Rettungsarbeiten eingesetzt, sagte ein Bundeswehrsprecher der Deutschen Presse-Agentur am Abend. Am Donnerstag sei in neun Fällen Amtshilfe geleistet worden.
  • Rund 165.000 Menschen im Westen Deutschlands waren nach Angaben des Energieversorgers Eon wegen des Unwetters auch am Donnerstagnachmittag noch ohne Strom.
  • Der Wasserverband Eifel-Rur (WVER) rechnet mit einem Überlaufen der Rurtalsperre am Donnerstag zwischen 23 und 24 Uhr. Das könnte Folgen für den Unterlauf der Rur haben, sagte ein Sprecher des Verbands in Düren und bestätigte Informationen des WDR.
  • Angesichts der großen Unwetterschäden im Kreis Ahrweiler hat die Bonner Oberbürgermeisterin Menschen in ihrer Stadt dazu aufgerufen, Hilfe anzubieten: "Liebe Bonnerinnen und Bonner, bitte stellt Unterkünfte zur Verfügung! Meldet Euch, die Stadt stellt den Kontakt zu Menschen her, die Eure Hilfe brauchen", schrieb Katja Dörner (Grüne) am Donnerstag auf Twitter.
  • Bei einem Besuch im Katastrophengebiet im Landkreis Ahrweiler hat sich die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) besorgt über das Schicksal der 50 bis 70 noch vermissten Menschen gezeigt. Diese seien hoffentlich bei guten Freunden und Verwandten, weil ihnen rechtzeitig die Flucht vor den Wassermassen gelungen sei, sagte Dreyer. "Aber wir können im Moment das Schlimmste noch gar nicht ausschließen."
  • Fast alle Brücken entlang der Ahr sind eingestürzt. Ein Reporter der "Rhein-Zeitung" vor Ort beschreibt seine Eindrücke: "Überall hat der Schlammstrom eine Spur der Verwüstung hinterlassen. Ganze Orte sind abgeschnitten, weil die Brücken nun fehlen. Und immer wieder sind umgestürzte Bäume und Müllberge zu sehen."
  • Der britische Premierminister Boris Johnson hat den Hochwassergebieten in Westeuropa Hilfe angeboten. "Es ist schockierend, die verheerenden Überschwemmungen in Deutschland, Luxemburg, den Niederlanden und Belgien zu sehen", twitterte Johnson am Donnerstag. "Das Vereinigte Königreich ist bereit, jede benötigte Unterstützung bei den Rettungs- und Bergungsarbeiten zu leisten."
  • In mehreren Städten im Ruhrgebiet sollen Anwohner wegen des Hochwassers ihr Trinkwasser abkochen. "Es ist mit gravierenden Geschmacks- und Geruchsveränderungen zu rechnen", teilte die Stadt am Donnerstag mit.
  • Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zeigte sich am Rande ihres Besuchs in den USA erschüttert über die vielen Toten. "Noch wissen wir die Zahl nicht, aber es werden viele sein", sagte sie. "Es sind so viele, um die wir noch bangen müssen." Sie fügte hinzu: "Friedliche Orte durchleben in diesen Stunden eine Katastrophe, man kann sagen eine Tragödie."
  • An der Steinbachtalsperre werden die Orte Schweinheim, Flamersheim und Palmersheim evakuiert. Die Talsperre sei von einem Sachverständigen als "sehr instabil" eingestuft worden, sagte der Landrat des Kreises Euskirchen, Markus Ramers (SPD), am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur. Von der Evakuierung seien 4500 Einwohner betroffen.
  • Der Krisenstab im Rhein-Erft-Kreis rief nach den andauernden starken Regenfällen den Katastrophenfall ausgerufen.
  • Die nordrhein-westfälische Polizei teilte mit, dass die Oleftalsperre weiter hält und nicht gebrochen sei. Hierzu hatten sich Falschmeldungen verbreitet.
  • Die Klimaaktivistin Greta Thunberg sieht in der Hochwasserkatastrophe in Teilen Deutschlands einen Hinweis für die Zunahme von Extremwetterereignissen.
  • Die Zahl der Unwettertoten in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen hat sich im Verlauf des Donnerstags auf mindestens 42 erhöht.
  • Das Wehr der Ruhr in der Nähe der Ortschaft Wickede-Echthausen drohte wegen der großen Wassermassen im Fluss zu brechen. Der Kreis Unna gab deshalb eine Katastrophenwarnung heraus.
  • Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat sich bestürzt über die Folgen der verheerenden Überschwemmungen in vielen Teilen Deutschlands gezeigt. "Mein tiefes Mitgefühl gilt den Verstorbenen und ihren Angehörigen", erklärte Steinmeier am Donnerstag in Berlin.
  • Das Hochwasser in Nordrhein-Westfalen hat auch zu Beeinträchtigungen bei der Bundes-CDU in Berlin geführt. Ein CDU-Sprecher sagte am Donnerstag auf Anfrage, seit Mittwochabend gegen 19.00 Uhr gebe es wegen der Überflutungen einen Stromausfall in Rheinbach in Nordrhein-Westfalen, wo die Server der Partei stünden.
  • Der Hochwasser führende Fluss Inde hat einen Deich in der Nähe des Braunkohletagebaus Inden bei Aachen überspült flutete den Tagebau.
  • In Hagen sind durch das Hochwasser mehrere Brücken zerstört worden.
  • Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock hat sich erschüttert über das zerstörerische Ausmaß der Überschwemmungen in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen gezeigt. Es sei nun das "Gebot der Stunde", die Rettungskräfte bei ihrer Arbeit so gut wie möglich zu unterstützen, erklärte Baerbock am Donnerstag.
  • Die Umweltschutzorganisation Greenpeace hat die "aktuellen Extremwetter" wie Starkregenfälle, Hochwasser und Überschwemmungen als Folgen der Klimakrise bezeichnet. "Und das ist erst der Anfang", sagte Klimaexperte Karsten Smid am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur.
  • Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet hat das vorausschauende Handeln der Verantwortlichen in Hagen während der Hochwasser-Katastrophe gelobt.
  • Infolge des Starkregens ist in Eschweiler bei Aachen am Donnerstag die Trinkwasserversorgung ausgefallen.
  • Die Polizei hat zur Hochwasserkatastrophe in der rheinland-pfälzischen Eifel eine Hotline für Angehörige sowie ein Internetportal für Videos und Bilder eingerichtet. Unter der Nummer 0800-6565651 könnten sich Menschen melden, die Angehörige vermissen.
  • SPD-Kanzlerkandidat Olaf Scholz hat entsetzt auf die Folgen der Unwetter insbesondere im Westen Deutschlands reagiert. "Die Meldungen zum Hochwasser alarmieren und schockieren", schrieb der Bundesfinanzminister am Donnerstag auf Twitter.
  • Wegen einer Störung der Stromversorgung musste in Leverkusen ein Krankenhaus komplett evakuiert werden.
  • Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer hat nach der Hochwasserkatastrophe in der Eifel ihre Betroffenheit geäußert. "Das Unwetter hat unser Land hart getroffen. Ich bange mit allen, die in Gefahr sind", schrieb die SPD-Politikerin am Donnerstagmorgen im Kurznachrichtendienst Twitter.
  • Einsatzkräfte haben in der Nacht zu Donnerstag mit dem Hochwasser in der Region Trier gekämpft. Mehr als 4500 Anrufe seien bei der Rettungsleitstelle der Feuerwehr eingegangen, teilte die Stadt Trier mit.
  • Heftige Regenfälle haben in Wuppertal zu einem Anstieg der Wupper und so für überflutete Straßen gesorgt.

News zum Unwetter vom Mittwoch, 14. Juli: NRW: Feuerwehrmann stirbt im Einsatz

  • In Altena im Sauerland starb ein Feuerwehrmann am Mittwochnachmittag bei Rettungsarbeiten nach dem Starkregen. Er sei ertrunken, hieß es von der Polizei. gesundheitlichen Notfall.
  • Auch die Landeshauptstadt Düsseldorf sowie Hagen im Ruhrgebiet kämpften mit den Wassermassen. NRW-Innenminister Herbert Reul sprach von einer "außerordentlich schwierigen Lage" in einigen Regionen des Landes.
  • Der Bahnverkehr war wegen des Wetters in NRW am Mittwoch massiv beeinträchtigt. Im Tagesverlauf wurde auf zahlreichen Linien der Betrieb eingestellt. Die Deutsche Bahn berichtete unter anderem von Verspätungen und Ausfällen von Zügen zwischen Köln und Düsseldorf sowie zwischen Köln und Wuppertal.
  • Der anhaltende Regen bereitete auch Städten und Gemeinden an Rhein und Mosel in Rheinland-Pfalz Sorgen. Entlang der Mosel stellten Buslinien ihre Fahrten ein. In Trier stand der Pegel der Mosel am Nachmittag bei 4,19 Meter.
  • Am Donnerstag will Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) nach Hagen kommen. Er wolle sich ein Bild von der besonders betroffenen Region machen, teilte die Staatskanzlei mit.
  • Im sächsischen Erzgebirgskreis wurde ein 53-Jähriger von einer Sturzflut mitgerissen und bis Mittwochnachmittag immer noch vermisst. Der Mann hatte am Dienstagabend wegen des stark gestiegenen Pegels des Dorfbaches versucht, sein Grundstück vor den Wassermassen zu schützen.
  • Bereits in der Nacht zum Montag soll in Baden-Württemberg ein 81 Jahre alter Mann bei Arbeiten an seinem Haus in den Fluss Jagst gestürzt sein, der nach starken Regenfällen Hochwasser führte.

Anhaltender Regen führte außerdem zu Hochwasser an Rhein und Bodensee. Am Dienstagabend wurde die Schifffahrt bei Karlsruhe gesperrt.

  • Am späten Dienstagabend war im Landkreis Hof in Bayern wegen der Unwetter mit starken Regenfällen der Katastrophenfall ausgerufen worden. Am Mittwochmorgen wurde er nach einer Entspannung der Lage wieder aufgehoben.

  • (afp/dpa/fmg)

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